• 26.06.2012
      02:45 Uhr
      Der Mann der über Autos sprang Fernsehfilm Deutschland 2010 | arte
       

      Ein schillernder junger Mann wandert zu Fuß durch ganz Deutschland, um durch die Kraft des Gehens den herzkranken Vater seines besten Freundes zu heilen. Sein sonderbares Vorhaben weckt in den Menschen, die ihm begegnen, die Sehnsucht, ihrem Alltag zu entfliehen. Sie begleiten ihn auf seiner Odyssee, ohne zu wissen, dass sein letzter Versuch, die Gesetze der Natur zu durchbrechen, in einer Tragödie endete.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 26.06.12
      02:45 - 05:00 Uhr (135 Min.)
      135 Min.
      Stereo HD-TV

      Ein schillernder junger Mann wandert zu Fuß durch ganz Deutschland, um durch die Kraft des Gehens den herzkranken Vater seines besten Freundes zu heilen. Sein sonderbares Vorhaben weckt in den Menschen, die ihm begegnen, die Sehnsucht, ihrem Alltag zu entfliehen. Sie begleiten ihn auf seiner Odyssee, ohne zu wissen, dass sein letzter Versuch, die Gesetze der Natur zu durchbrechen, in einer Tragödie endete.

       

      Ein Rucksack fliegt über eine Mauer. Kurz darauf klettert ein blasser junger Mann, Julian, über die Mauer und macht sich davon. Es ist der Anfang einer Odyssee der ganz besonderen Art: Julian geht zu Fuß von Berlin bis nach Süddeutschland, um durch die Kraft des Gehens den herzkranken Vater seines besten Freundes zu heilen.
      Unterwegs trifft er auf Ju, eine junge Assistenzärztin, die gerade mit dem Tod einer jungen Patientin zu kämpfen hat. Sie spendiert Julian ein Essen und kehrt von heute auf morgen ihrem Leben, ihrem Freund und ihrer Arbeit im Krankenhaus den Rücken, um Julian auf seinem Weg zu begleiten. Gegensätzlicher könnten die beiden nicht sein: er, ein Träumer mit einer Vision - sie, die pragmatische Realistin. Aber sie mag nicht mehr vernünftig sein. Die beiden treffen auf Ruth, die eigentlich mit Mann und Kindern in die Herbstferien fahren soll, aber gerade Gefahr läuft, an ihrem Leben als Hausfrau und Mutter zu zerbrechen.
      Nun hat Julian zwei Begleiter. Seine neuen Freunde wollen an ihn glauben. Wollen glauben, dass die Welt aus mehr besteht als dem Stück Realität, in der sie gefangen sind.
      Aber was Julian den beiden verschweigt, ist, dass er aus einer Heilanstalt ausgebrochen ist. Dort wurde er vier Jahre lang behandelt, da sein letzter Versuch, die Gesetze der Natur außer Kraft zu setzen, in einer Tragödie endete. Deshalb taucht Jan auf, ein cholerischer Berliner Kripobeamter, der in seinem alten Benz auf seiner ganz eigenen verzweifelten Entdeckungsreise unterwegs ist. Er soll Julian in die Anstalt zurückbringen und ist derjenige, der Julians Odyssee ein Ende setzen will. Von ihm erfahren die beiden Frauen, dass Julian bei seinem Versuch, kraft seines Geistes die Schwerkraft zu überwinden, einen Autounfall verursachte, bei dem sein bester Freund starb. Als dessen Vater jetzt im Sterben liegt, macht sich Julian auf den Weg.
      Julians anfängliche Angst, durch die realen Probleme seiner Weggefährten von seinem Ziel abgebracht zu werden, löst sich im Lauf der Geschichte mehr und mehr auf. Die menschliche Annäherung - vor allem zwischen ihm und Ju - stellt den weltfremden Julian schließlich vor die Frage: Was ist eigentlich wichtiger - die Heilung des Vaters oder die Liebe zu Ju? Kann Ju weiter an ihrem neu gewonnenen Glauben ans Leben festhalten? Ist Julian ein Scharlatan? Oder war die ganze Reise umsonst?

      "Der Mann der über Autos sprang" erzählt die Geschichte eines außergewöhnlichen jungen Mannes und seine moderne Pilgerreise, mit der er andere Menschen inspirieren kann. Der Regisseur und Drehbuchautor Nick Baker Monteys sagt über den Film: "Ihm (Julian) - und mir als Filmemacher - geht es nicht um einen Glauben an das Wunder, das viele Menschen Gott nennen, sondern um den Glauben an die Wunder, denen wir jeden Tag in unserem Leben begegnen." Der Film wurde 2011 mit dem Max Ophüls Preis für das beste Drehbuch und dem Preis des Festival International du Film d'Aubagne für den besten Film ausgezeichnet.
      Nick Baker Monteys, der in Berlin geboren wurde, arbeitete nach seinem Studium in Schottland und seiner Ausbildung als Journalist freiberuflich für Londoner Tageszeitungen, so für "The Times". 1990 zog er nach Deutschland zurück, wo er seitdem als Regisseur und Drehbuchautor tätig ist. Er zeichnete sich bereits für verschiedene Projekte als Co-Drehbuchautor verantwortlich, so für die Kurzfilme "Ein anonymer Film" (1994) oder "The Perfect Moment" (2006) sowie für die TV-Produktionen "Verführt - Eine gefährliche Affäre" (1999) und "Der Mörder meines Vaters" (2005). 2010 feierte er sein Regiedebüt mit "Der Mann der über Autos sprang", seinem ersten abendfüllenden Spielfilm.

      Robert Stadlober hatte seine erste große Rolle 1999 in der Ostalgie-Komödie "Sonnenallee" von Leander Haußmann. Der Durchbruch gelang ihm mit der sensiblen Darstellung eines halbseitig gelähmten Internatsschülers in Hans Christian Schmids "Crazy" nach dem autobiografischen Roman von Benjamin Lebert. Für die Rolle wurde Stadlober 2001 mit dem Nachwuchspreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet. Im gleichen Jahr war er in Vanessa Jopps "Engel & Joe" zu sehen, mit der Darstellung des Punkers Engel gewann er auf dem World Film Festival Montreal den Preis als bester Darsteller. 2008 war er in Marco Kreuzpaintners "Krabat" zu sehen, 2009 folgte "Jud Süß - Film ohne Gewissen" von Oscar Roehler. Zuletzt spielte er 2011 in Davids Schalkos "Wie man leben soll" und 2012 in Giacomo Campiottis "Maria di Nazaret".
      Jessica Schwarz wurde durch die Literaturverfilmungen "Das Parfüm - Die Geschichte eines Mörders" von Tom Tykwer nach dem Roman von Patrick Süßkind 2006 und "Buddenbrooks" von Heinrich Breloer nach dem Roman von Thomas Mann 2008 bekannt. 2009 spielte sie Romy Schneider im deutschen Fernsehfilm "Romy" von Torsten C. Fischer, für den sie 2009 mit dem Bambi und 2010 mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Zuletzt war sie 2011 in Oliver Dieckmanns "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel" und 2012 in Franziska Buchs "Yoko" zu sehen.

      Wird geladen...
      Nacht von Montag auf Dienstag, 26.06.12
      02:45 - 05:00 Uhr (135 Min.)
      135 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.07.2019