• 26.06.2012
      01:25 Uhr
      Metropolis Magazin Deutschland 2012 | arte
       

      Themen:

      • Metropolenreport: Helsinki
      • "Brigitte" erobert Konzertsäle
      • Oskar Negts neue Streitschrift "Gesellschaftsentwurf Europa"
      • "Role Models": Vorbilder aus den Archiven der Verdrängung
      • Von seelenlosen Dinosauriern und verlassenen Westernstädten - Der Plänterwald in Berlin
      • Gezeichnete Sehnsüchte und Alpträume - Comic-Pionier Winsor McCay & der Internationale Comic Salon in Erlangen

      Nacht von Montag auf Dienstag, 26.06.12
      01:25 - 02:15 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Themen:

      • Metropolenreport: Helsinki
      • "Brigitte" erobert Konzertsäle
      • Oskar Negts neue Streitschrift "Gesellschaftsentwurf Europa"
      • "Role Models": Vorbilder aus den Archiven der Verdrängung
      • Von seelenlosen Dinosauriern und verlassenen Westernstädten - Der Plänterwald in Berlin
      • Gezeichnete Sehnsüchte und Alpträume - Comic-Pionier Winsor McCay & der Internationale Comic Salon in Erlangen

       
      • Metropolenreport: Helsinki

      Die Welthauptstadt des Designs heißt im Jahr 2012 Helsinki. Nach Turin und Seoul ist Helsinki die dritte Stadt, die sich mit dem alle zwei Jahre verliehenen Titel "World Capital of Design" schmücken darf. Ausgezeichnet wird, wer Design vorbildlich nutzt, um kulturelle, soziale und ökonomische Entwicklung voranzutreiben.
      Rund 300 Projekte entwickelt die 600.000-Einwohner-Stadt unter dem Schlagwort "Offenes Helsinki - Design ist ein Teil des Lebens". Design meint mehr als schicke Mode, Möbel und Autos. In Wettbewerben, Workshops und Ausstellungen dreht sich in diesem Jahr viel um neue Stadtplanungsprojekte.
      Kein Zufall: Helsinki befindet sich in einer der größten Umbauaktionen ihrer Geschichte. Sie wächst so schnell wie keine andere Stadt in Europa. Drei Industriehäfen werden deswegen gerade komplett umgebaut, insgesamt 50.000 Wohnungen entstehen. Eine Stadt im Wandel.
      "Metropolis" nimmt die Auszeichnung zum Anlass für einen Ausflug in die finnische Metropole. Die Künstlerin Sasha Huber und die Designerin Elina Aalto zeigen uns ihre ganz persönlichen Highlights des "World Capital of Design"-Programms, wie etwa die im Herbst eröffnende "Kulttuurisauna", eine zeitgenössische öffentliche Sauna am Wasser, die "Kamppi Kapelle der Stille", ein Ort des Rückzugs und der Begegnung mitten im Stadtzentrum, oder ein urbanes Gartenprojekt im Stadtteil Pasila. Die Schriftstellerin und Künstlerin Rosa Liksom besuchen wir in ihrem Atelier in einer alten Kabelfabrik, bevor sie uns zum Picknick im Kivistö-Park mit Blick aufs Meer einlädt. Und natürlich sind wir auch gespannt, wer uns beim Sonnenaufgang morgens um 4 Uhr begegnet.

      • "Brigitte" erobert Konzertsäle

      Verwegen, glamourös, erotisch und auf Erfolgskurs.
      Das charmante Duo "Brigitte" hat ganz Frankreich verzaubert und will jetzt auch den Rest Europas erobern.
      Mit ihrem fantasievollen Sound, ihrer verwegenen Frechheit, ihren intelligenten Texten und ihrem Showtalent begeistern die beiden charmanten Sängerinnen Konzertbesucher und Kritik. Im März bekam "Brigitte" den französischen Grammy für die beste Live-Entdeckung des Jahres, ihr Debutalbum ""Et vous - tu m'aimes" verkaufte sich über 100.000 Mal.
      Vor ihrem ersten großen Deutschlandkonzert in Düsseldorf am 13. Juli traf "Metropolis" Aurélie Saada und Sylvie Hoereau in Berlin und durfte zwischen Vintage-Shop, Falafelimbiss und einem Kurzauftritt in der Bar 1000 mehr über ihre Anfänge, Träume und das Geheimnis ihres Erfolges erfahren.

      • Oskar Negts neue Streitschrift "Gesellschaftsentwurf Europa"

      Oskar Negt ist der führende deutsche Sozialphilosoph, Vertreter der kritischen Theorie, Ikone und Mentor der 68er Bewegung. Schon vor über zehn Jahren war Negt einer der Sozialphilosophen wie Pierre Bourdieu in Frankreich oder Anthony Giddens in England, der in die Politik Europas zurückkehrte, sich einmischte. Jetzt tut er es wieder. Der Denker hat gerade eine "Streitschrift" vorgelegt, die bei Steidl erschien. Ein Nachdenken über eine gerechtes Gemeinwesen in Europa, das sich an alle richten will. An Politiker und Bürger, eine Streitschrift, die bewusst Europa eben nicht auf ein finanzpolitisches Problem reduzieren will. Hat Negt recht, wenn er von einer kranken Gesellschaft spricht, in der bewusste Politik ausgeschlossen ist, weil die Gesellschaft zum bloßen Anhängsel der wirtschaftlich mächtigen und der Börsenkurse geworden ist? Die Europa-Gegner sind wieder auf dem Vormarsch. Die rechtextreme Front National holte in Frankreich das beste Ergebnis aller Zeiten.
      Kurz nach den Parlamentswahlen in Frankreich, Mitte Juni, schaut "Metropolis" dem großen Sozialphilosoph beim Nachdenken über Europa zu.

      • "Role Models": Vorbilder aus den Archiven der Verdrängung

      Im 80 km umfassenden Sicherheitsabstand zur Hauptstadt sind vier Ebenen eines maroden Speichers mit sogenannter "Staatskunst" überfüllt - und werden damit aus der Kunstgeschichte verdrängt.

      Die Bilder aus dem Kunstarchiv Beeskow sind größtenteils Arbeiten, die in der DDR in öffentlichen Gebäuden zu sehen waren, aus Partei- oder Massenorganisationen; sogenannte "offizielle" Kunst.
      Nur ganz selten wurde in den vergangenen 20 Jahren der Versuch unternommen zu zeigen, dass diese Werke nicht nur als Zeitdokument, sondern auch als Kunst ausstellbar sind. Und sie blieben fast folgenlos.
      Eine Ausstellung bringt nun die Bilder in das gesellschaftliche Gedächtnis zurück: "Role Models! Die Frau in der DDR in Selbst- und Fremdbildern". Erstmalig hat sich die Berliner Kunststiftung Poll mit dem Kunstarchiv Beeskow zusammengeschlossen, um die Werke aus dem Abseits der Archive zu holen.
      Die Künstlerinnen und Künstler fragen in der Ausstellung nach dem Bild der Frau in einer Vorbildfunktion, sogenannte "Role Models". Die begegnen uns schließlich überall, denn sie sind Teil unserer Populärkultur, auch in einem sozialistischen Staat.
      "Metropolis" stößt eine längst überfällige Diskussion an, steigt ab in die Archive und bringt die Bilderverarbeitung in Bewegung.

      • Von seelenlosen Dinosauriern und verlassenen Westernstädten - Der Plänterwald in Berlin

      Im Juni und Juli verwandelt sich der ehemalige DDR Freizeitpark "Plänterwald" zu einer gigantischen Spielwiese für in Berlin lebende Künstler. Ehemalige Fahrgeschäfte (mittlerweile halbe Ruinen), Fressbuden und Schauplätze werden wieder zum Leben erweckt und zu Objekten neuer Geschichten.
      "Der Plänterwald" soll ein Experimentierfeld für Kreative aus verschiedenen Disziplinen sein (Architektur, Performance, Musik, Kulinarisches, Photographie).
      Die Idee: Der Park ist Studio, zugleich aber auch Ort der sozialen Interaktion. Es treffen sich Menschen, Künstler, Nachbarn und Interessierte, um das Gelände phantasievoll zu transformieren.
      Neben zahlreichen Künstlern werden auch Musiker den Park beschallen. Ein eigens gegründeter Radiosender (Radio Espacio) sendet mehrmals täglich live vor Ort.
      Wissenschaftlich wird das Projekt sowohl vom Department of Landscape Architecture Harvard University, als auch vom Urban Arts Institute at Massachusetts College of Art and Design begleitet. Lesungen und Vorträge bieten einen historischen Blickwinkel auf den Plänterwald und seine Rolle in der ehemaligen DDR. Er wurde 1969 von der DDR Regierung errichtet. Nach dem Mauerfall fiel er in private Hände, bis er dann 2001 aus finanziellen Gründen geschlossen werden musste. In diesem Sommer erlebt er sein Revival!

      • Gezeichnete Sehnsüchte und Alpträume - Comic-Pionier Winsor McCay & der Internationale Comic Salon in Erlangen

      Die Biennale der Comic-Kunst findet seit 1984 alle zwei Jahre statt. Es ist das wichtigste Festival für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum und spiegelt die ganze Vielfalt der "Neunten Kunst". 400 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt sind zugegen. Über zwanzig Ausstellungen verteilen sich im ganzen Stadtgebiet und widmen sich Comic-Künstlern. Eine der schönsten und wichtigsten ist die über den Comic- und Trickfilm-Pionier Winsor McCay. McCay ist der Mann, der bereits 15 Jahre vor André Breton surrealistische Träume auf Papier gebannt hat und in dessen Arbeit sich Freuds Psychoanalyse wiederspiegelt. Der Künstler und Comic-Nerd Alexander Braun hat sie zusammentragen in einer furiosen Ausstellung, die im Anschluss nach dem Comic-Salon ab 22. Juni im Cartoonmuseum in Basel ausgestellt wird. Seine bekannteste Serie "Little Nemo in Slumberland" gehört zu den Comic-Klassikern. Bildmächtig, voller ungezählter kunsthistorischer Bezüge, abgründig, sehnsuchtsvoll, hochemotional und auch unterhaltsam, das erwartet denjenigen, der sich mit McCay beschäftigt: eine verzauberte surreale Welt: Träume und Alpträume. "Metropolis" feiert die "Neunte Kunst" mit Winsor McCay und spricht mit einigen Zeichnern auf dem Comic-Salon über McCay und die Zukunft des Genres.

      Neueste Filme und Bücher, Aktuelles aus Musik, Theater und Tanz präsentiert ARTE jede Woche in "Metropolis".

      Mehr Informationen unter: www.arte.tv/metropolis

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 26.06.12
      01:25 - 02:15 Uhr (50 Min.)
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      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 23.10.2019