• 26.05.2012
      11:30 Uhr
      Warum stranden Wale? (2/2) Eine Detektivgeschichte | arte
       

      Im zweiten Teil der Dokumentation gelingt es der Meeresbiologin Antonella Servidio, stichhaltige Beweise dafür zu finden, dass die Strandung bestimmter Wale auf eine Verkettung von Umständen zurückgeht, an deren Anfang immer ein Sonareinsatz steht. Sie konfrontiert Militärs und Politiker mit den zusammengetragenen Fakten. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Sonarortung bald abgeschafft wird und die Wale dadurch geschont würden. Antonella Servidio beschließt zumindest, das Ergebnis ihrer Recherchen publik zu machen.

      Samstag, 26.05.12
      11:30 - 12:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

      Im zweiten Teil der Dokumentation gelingt es der Meeresbiologin Antonella Servidio, stichhaltige Beweise dafür zu finden, dass die Strandung bestimmter Wale auf eine Verkettung von Umständen zurückgeht, an deren Anfang immer ein Sonareinsatz steht. Sie konfrontiert Militärs und Politiker mit den zusammengetragenen Fakten. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Sonarortung bald abgeschafft wird und die Wale dadurch geschont würden. Antonella Servidio beschließt zumindest, das Ergebnis ihrer Recherchen publik zu machen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Volker Barth

      Der zweite Teil der Dokumentation führt Antonella Servidio auf ihrer Suche nach der Wahrheit über die Walstrandungen zu der Neurobiologin Lori Marino in Atlanta. Die Wissenschaftlerin vergleicht die Gehirne von Walen mit denen von Menschen. Sie hat festgestellt, dass der Grundaufbau ähnlich, andere Bereiche doch sehr spezialisiert sind. Dass Wale empfindlich auf Schall reagieren und schnell in Panik geraten, macht Lori Marino anhand eines drastischen Beispiels aus Japan deutlich. Dort wird Schall für die Delfinjagd eingesetzt.

      Antonella Servidio trifft in San Juan Islands nahe der kanadischen Grenze den Meeresbiologen Ken Balcomb. Er erforscht seit 20 Jahren Orkas in einer Bucht nahe der Bangor U-Boot-Basis. Als eine Fregatte vor der Küste auf U-Boot-Jagd ging, zeichnete Ken Balcomb den Sonarschall auf, während er gleichzeitig filmte, wie die Wale dem Schall zu entkommen versuchten. Er lieferte damit einen der ersten stichfesten Beweise, dass Wale auf Sonare reagieren.
      Ken Balcomb hat auch eine Strandung von Schnabelwalen auf den Bahamas dokumentiert. Damals wurden Blutgerinnsel in den Schädeln der verendeten Tiere gefunden. Der gleiche Befund liegt am veterinärmedizinischen Institut der Universität Gran Canaria vor. Dort entdecken Forscher in den Schädeln gestrandeter Wale außerdem Gasblasen in den Organen - deutliche Hinweise dafür, dass die Tiere zu schnell aus großen Tiefen auftauchen. Wiederholt hat er im Blut der toten Wale auch feinste Fettpartikel gefunden.
      Dafür findet Carmelo Militello von der Technischen Universität Teneriffa eine Erklärung. Er hat sich mit dem Unterkieferknochen der Schnabelwale beschäftigt, mit dem sie die Echos ihrer Ortungslaute wieder aufnehmen. Diese Knochen beginnen exakt bei der Frequenz des Sonars der Marine stark zu vibrieren. Carmelo Militello vermutet, dass diese unnatürliche Vibration zu Rissen in den Mikrostrukturen des umgebenden Gewebes und zum Eindringen von giftigen Fetten in den Blutkreislauf führen.

      Mit den gesammelten Beweisen konfrontiert Antonella Servidio Militär und Politiker. Doch keiner der Verantwortlichen kann der Meeresbiologin Hoffnung machen, dass sich etwas zugunsten der Wale verändern ließe. So beschließt sie, die Ergebnisse ihrer Recherche einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Stichhaltig kann sie nachweisen, dass Wale durch militärischen Schall in Panik geraten, deshalb viel zu schnell auftauchen und dabei tödliche innere Verletzungen erleiden.

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      Samstag, 26.05.12
      11:30 - 12:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo HD-TV

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