• 26.05.2012
      10:45 Uhr
      Warum stranden Wale? (1/2) Eine Detektivgeschichte | arte
       

      Könnte es sein, dass die extrem schallempfindlichen Wale, deren feiner Ortungssinn auf eingefangenen Echos von ausgesendeten Tonsignalen beruht, durch die vielfach lauteren Sonare der Marine in Mitleidenschaft gezogen werden?

      Samstag, 26.05.12
      10:45 - 11:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Könnte es sein, dass die extrem schallempfindlichen Wale, deren feiner Ortungssinn auf eingefangenen Echos von ausgesendeten Tonsignalen beruht, durch die vielfach lauteren Sonare der Marine in Mitleidenschaft gezogen werden?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Volker Barth

      Antonella Servidio ist Meeresbiologin auf den Kanarischen Inseln. Ein Filmteam begleitet sie in ihrem Unterwasserrevier. Da erscheint plötzlich ein Kriegsschiff. Mit dem Unterwassermikrofon hört Antonella schrille Geräusche, militärisches Sonar. Die von ihr beobachteten Delfine fliehen. Entsetzliche Erinnerungen werden wach: 2002 strandeten mehr als 15 Wale an der Küste Fuerteventuras. Die Einheimischen stellten rasch eine Verbindung zu einem Nato-Seemanöver her, das mit 58 Schiffen in der Nacht zuvor das Aufspüren von U-Booten übte. Die Sonare der Marine waren ab 2 Uhr morgens im Einsatz, um über die zurückgeworfenen Echos die Standorte der U-Boote zu bestimmen. Doch das Militär wiegelte ab. Man hätte mit den rätselhaften Strandungen nichts zu tun. Die Tiere seien bestimmt krank gewesen.

      Vorläufige Autopsien der verendeten Wale brachten noch kein klares Ergebnis, aber ein Indiz - in lebenswichtigen Organen wurden Gasblasen gefunden. Ein Hinweis für das Auftreten einer extremen Taucherkrankheit bei Walen? Könnte es sein, dass die extrem schallempfindlichen Tiere, deren feiner Ortungssinn ebenfalls auf eingefangene Echos von ausgesendeten Tonsignalen beruht, durch die vielfach lauteren Sonare der Marine in Mitleidenschaft gezogen werden? Antonella Servidio will Wissen zusammentragen, das bisher nur in den Labors ihrer Kollegen, außerhalb der Öffentlichkeit, zu finden ist.

      Ihre spannende Reise führt sie unter anderem zur schottischen U-Boot-Basis Faslane. Dort trifft sie sich mit einem Sonarexperten, der ihr über die raffinierte militärische Technologie Auskunft gibt. Anschließend besucht sie den führenden Walforscher Mark Johnson und sein Team. Mit einer neuen Methode können sie den Schnabelwalen bei ihrer Jagd in die bisher unzugängliche Tiefsee folgen und offene Fragen der Meeresforschung enträtseln. Mit realistischen 3-D-Animationen, die auf der Grundlage wissenschaftlich korrekter Daten angefertigt wurden, wird der Tauchgang eines Schnabelwales in über 500 Meter Tiefe sichtbar gemacht.

      Bei Antonella verdichtet sich der Verdacht, dass tatsächlich Zusammenhänge zwischen den Strandungen und den militärischen Sonareinsätzen bestehen. Doch noch sind zu viele Fragen ungeklärt, weitere Indizien müssen zusammengetragen werden, um Gewissheit zu erlangen. Ihre Suche ist noch nicht zu Ende.

      Immer wieder kommt es zu rätselhaften Strandungen von Walen, bei denen große Gruppen von Tieren verenden. Warum haben sie die Orientierung verloren? Die italienische Meeresbiologin Antonella Servidio untersucht die These, dass es militärische Sonare sein könnten, die für die Massenstrandungen verantwortlich sind. Die Suche nach Beweisen führt die junge Wissenschaftlerin um die halbe Welt.
      Der erste Teil der Dokumentation zeigt, wie die scheuen Tiere leben, jagen und kommunizieren. Er begleitet sie mit Hilfe eingepflanzter Digitalrekorder bei ihrer Jagd in der Tiefsee und zeigt ihr Verhalten in 3D-Computeranimationen. Außerdem wird die Wirkungsweise der Sonare, die die Marine für die U-Boot-Jagd auf den Weltmeeren einsetzt, untersucht und anschaulich erklärt. Der Verdacht erhärtet sich, dass militärische Sonare schuld sein könnten am qualvollen Tod der Wale.

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      Samstag, 26.05.12
      10:45 - 11:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 05.12.2020