• 13.03.2012
      20:15 Uhr
      Unsere algerische Geschichte Dokumentarfilm Frankreich 2011 - Schwerpunkt: Der Algerienkrieg | arte
       

      Von November 1954 bis März 1962 dauerte der Krieg um die Unabhängigkeit Algeriens. Das nordafrikanische Land galt den Franzosen nicht als Kolonie, sondern als Bestandteil des Mutterlandes. Die kriegerischen Auseinandersetzungen wurden mit äußerster Brutalität geführt. Die Entscheidung des damaligen französischen Staatspräsidenten General Charles de Gaulle, letztlich der Unabhängigkeit Algeriens zuzustimmen, wurde von einigen Generälen als Verrat aufgefasst. Im April 1961 putschten die Generäle, Frankreich stand am Rand eines Bürgerkrieges.

      Dienstag, 13.03.12
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Von November 1954 bis März 1962 dauerte der Krieg um die Unabhängigkeit Algeriens. Das nordafrikanische Land galt den Franzosen nicht als Kolonie, sondern als Bestandteil des Mutterlandes. Die kriegerischen Auseinandersetzungen wurden mit äußerster Brutalität geführt. Die Entscheidung des damaligen französischen Staatspräsidenten General Charles de Gaulle, letztlich der Unabhängigkeit Algeriens zuzustimmen, wurde von einigen Generälen als Verrat aufgefasst. Im April 1961 putschten die Generäle, Frankreich stand am Rand eines Bürgerkrieges.

       

      Eingeleitet wurde das Ende Französisch-Algeriens (1830-1962) im Januar 1960 mit dem "Barrikadenputsch" in Algier. Dieser Aufstand nationalistischer französischer Offiziere gegen die eigene Staatsmacht mündete am 1. Februar 1960 in die Kapitulation der Putschisten. Am 22. April 1961 folgte der Putsch von vier hochrangigen Generälen gegen den sogenannten "Verrat" des damaligen französischen Staatspräsidenten General Charles de Gaulle, der bereit war, Algerien in die Unabhängigkeit zu entlassen. Die putschenden Generäle standen der OAS, der "Organisation armée secrète" (Organisation der geheimen Armee) nahe, einer französischen Untergrundbewegung, die den Status Algeriens als französisches Department - de facto als Kolonie - mit allen Mitteln aufrechterhalten wollte und während der Endphase des Algerienkrieges für zahlreiche Anschläge verantwortlich war. Einige Tage lang stand nicht nur Algerien, sondern auch Frankreich am Rand eines Abgrundes. Doch auch dieser Putsch schlug fehl, da er von vielen jungen Offizieren nicht mitgetragen wurde.

      Aber er bedeutete das Ende der traditionellen Armee und den Anfang eines Jahres der Verzweiflung und Gewalt. Blindwütige OAS-Anschläge, letztes Aufbäumen der Algerienfranzosen, Sprengstoffanschläge, gegenseitige Unterwanderung durch Geheimagenten und Killer, Gefahr eines Bürgerkrieges in Frankreich und schließlich die schmerzhafte Flucht der Algerienfranzosen ins Mutterland charakterisieren die Endphase des Algerienkonflikts. 50 Jahre später zeichnen der Filmemacher Jean-Michel Meurice und der Historiker Benjamin Stora diese Geschichte nach.

      Am 18. März 1962 - vor 50 Jahren - wurden in Evian-les-Bains am Südufer des Genfer Sees die Verträge von Evian von Vertretern Frankreichs und der algerischen Front de Libération Nationale, FLN, unterzeichnet. Damit ging der seit 1954 mit brutaler Härte geführte Algerienkrieg zu Ende. Algerien, das seit 1848 als Teil des französischen Mutterlandes betrachtet wurde, wurde in die Unabhängigkeit entlassen. Der ARTE-Schwerpunkt stellt zwei Schlüsselereignisse dieses Krieges in den Mittelpunkt und ordnet sie in den historischen Gesamtzusammenhang ein.

      Filmemacher Jean-Michel Meurice und Historiker Benjamin Stora sind beide mit dem Algerienkonflikt persönlich verbunden. Jean-Michel Meurice gehörte zum Zeitpunkt des Putsches als junger Offizier dem Generalstab von Algier an. Benjamin Stora ist Sohn jüdischer Auswanderer aus der algerischen Stadt Constantine und ein großer Spezialist für algerische Geschichte.

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      Dienstag, 13.03.12
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

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