• 05.03.2012
      06:00 Uhr
      Tanzrebellen Die New Dance Group | arte
       

      Vor rund 75 Jahren, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, vereinten sich in New York sechs Schülerinnen der Wigman-Schule zur New Dance Group, und eine heute alte Dame - Rebecca Rosenberg - ist die letzte noch lebende Mitbegründerin.

      Montag, 05.03.12
      06:00 - 07:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Vor rund 75 Jahren, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, vereinten sich in New York sechs Schülerinnen der Wigman-Schule zur New Dance Group, und eine heute alte Dame - Rebecca Rosenberg - ist die letzte noch lebende Mitbegründerin.

       

      Beeinflusst von ihrer deutschen Lehrerin Hanya Holm sowie den sozialen und politischen Visionen der 30er Jahre hat die Gruppe wie kaum eine andere die Entwicklung des Modern Dance vorangetrieben. Anhand historischer Aufnahmen, Statements von Tänzern und Choreographen und den wichtigsten Tanztheaterstücken erzählt Birgit Herdlitschke die Geschichte dieser ungewöhnlichen, auch politisch engagierten Bewegung von den 30er Jahren bis heute.

      Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise 1932 gründeten in New York sechs Schülerinnen der deutschstämmigen Wigman-Schule die New Dance Group. Beeinflusst von den sozialen und politischen Visionen der 30er Jahre, wollten sie durch Tanz die Welt verändern. Dabei setzten sie wie viele ihrer europäischen Vorbilder auf die Gruppe, das Kollektiv, um eine rein demokratische Tanzbewegung zu schaffen.

      Heute ist die New Dance Group in einem spektakulären Art Center im Herzen von Manhattan angekommen. Auf mehreren Tausend Quadratmetern hat die inzwischen gemeinnützige Organisation auf der achten Avenue elf Ballettsäle und Studios. Die Räume werden vom Broadway als Probebühne genutzt und sind gleichzeitig die Heimat einer Kooperative aus 50 Lehrern, die von klassischem Ballett über Modern Dance, Improvisation, Sprach- und Schauspielunterricht bis zum Hip-Hop oder Bauchtanz ein so breites Spektrum abdecken, dass es weit über die klassischen Bereiche der darstellenden Kunst hinausreicht.

      Nach Jahrzehnten, in denen die Gruppe keine eigene Compagnie - und damit auch kein eigenes choreographisches Profil mehr zeigen konnte, stand jetzt eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Mission an.

      Parallel dazu wurde auch in Frankreich die Bedeutung der New Dance Group gewürdigt. Das Centre National de la Danse in Paris, präsentierte die Geschichte der Truppe unter dem Thema "Danse et Résistance" und lud dazu Experten aus der ganzen Welt ein, wie zum Beispiel die Schweizerin Karin Hermes und den deutschen Tanzwissenschaftler Jens Giersdorf. Dazu wurden Stücke der wichtigsten Choreographen der New Dance Group gezeigt.

      Manche ihrer Namen sind heute fast schon in Vergessenheit geraten, und eigentlich gehört auch kaum einer der Choreographen und Tänzer, die für - und mit der Truppe gearbeitet haben, zu den "Stars" der internationalen Tanzszene, doch gerade dies macht den besonderen Reiz der New Dance Group aus.

      Sie war eine der Ersten, die ihre Türen weit für alle öffnete und in ihrer ethnischen Vielseitigkeit keine Schwäche, sondern eine innovative Stärke sah. Mit insgesamt über 350 Tanztheaterstücken - in den Anfangsjahren vor allem gegen Rassismus, Faschismus und jede Form von sozialer Ungerechtigkeit - wurde die New Dance Group zu einem Phänomen und 2007 durch die Aufnahme in das nationale amerikanische Tanzmuseum in Saratogo Springs belohnt. Stücke wie "Rainbow Suite" von Donald McKayle, "Harmonica Breakdown" von Jane Dudley oder Sophie Maslows "Folksay" zu den Balladen eines Woody Guthrie beweisen, dass auch diese heute als bedeutende Beispiele der Tanzgeschichte anzuerkennen sind.

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      Montag, 05.03.12
      06:00 - 07:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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