• 24.02.2012
      20:15 Uhr
      Zwölf Winter Fernsehfilm Deutschland 2008 | arte
       

      Ende 1985 sitzt in der JVA Rheinbach der verurteilte Bankräuber Mike Roth ein. Vor ihm liegt noch eine Haftstrafe von gut fünf Jahren. Dass seine Freundin Katrin bei einem Besuch mit ihm Schluss macht, trifft ihn hart.

      Freitag, 24.02.12
      20:15 - 21:40 Uhr (85 Min.)
      85 Min.

      Ende 1985 sitzt in der JVA Rheinbach der verurteilte Bankräuber Mike Roth ein. Vor ihm liegt noch eine Haftstrafe von gut fünf Jahren. Dass seine Freundin Katrin bei einem Besuch mit ihm Schluss macht, trifft ihn hart.

       

      Aufgefangen wird Mike von seinen Knastkollegen Alex Greif (Thomas Darchinger) und Klaus Starck (Axel Prahl), mit denen ihn schon bald eine echte Männerfreundschaft verbindet. Roth muss noch eine Zeit lang einsitzen, während Greif und Starck bereits draußen wieder ihrer kriminellen Laufbahn nachgehen. 1990 kommt auch für Mike Roth der Tag der Entlassung. Zurück in der Freiheit, trifft er den untergetauchten Klaus Starck, der zusammen mit Alex Greif unter die Bankräuber gegangen ist. Er schließt sich Starck und Greif an.

      Der erste Überfall zu dritt läuft wie am Schnürchen, doch als sie den zweiten Coup planen, eröffnet ihnen Alex, dass er an Krebs erkrankt ist und aussteigen muss. Für Mike Roth und Klaus Starck steht schnell fest, dass sie auch allein weitermachen werden, allerdings müssen sie ihre Strategie ändern: Sie planen, ihre Überfälle ausschließlich in den Wintermonaten durchzuführen. So können sie weitestgehend im Schutz der Dunkelheit agieren und untertauchen. Und nur kleinere Banken und Sparkassen stehen auf ihrer Liste, die sich in der Nähe von Waldgebieten befinden. Das restliche Jahr wollen Roth und Stark nutzen, die Banken und möglichen Fluchtwege bis ins kleinste Detail auszuspähen. Darüber hinaus verordnet Mike Roth sich und seinem Kumpanen eine radikale Verjüngungskur durch ein straffes Sportprogramm. So wollen sie die Polizei bei der Tätersuche auf eine falsche Fährte locken. Mehrere Fluchtfahrzeuge und professionell gefälschte Nummernschilder sowie ein stattliches Waffenarsenal sind weitere Bestandteile der perfekten Vorbereitung.

      Dass sich die präzise Vorbereitung gelohnt hat, zeigt sich bereits beim ersten Überfall des Duos. Alles läuft genau nach Plan. Schwer bewaffnet und hinter Rambo- und Clinton-Masken verborgen, räumt das Duo in den folgenden Wintern systematisch eine Bank nach der anderen aus. Stellt sich ihnen jemand in den Weg, reagieren die beiden zwar mit unnachgiebiger Härte, verlieren aber niemals die Kontrolle über sich und die Situation.

      Mit dieser Methode machen Roth und Starck über elf Jahre lang jeden Winter fette Beute. Während Klaus Starck sein Geld zusammenhält und von einer sorgenfreien Zukunft im fernen Marokko träumt, wirft Mike Roth die Kohle mit vollen Händen zum Fenster raus. Frauen, Autos, Luxushotels - Mike Roth will von allem viel und nichts ist ihm zu teuer. Als Starck ans Aufhören denkt und sich zur Ruhe setzen will, steht Mike Roth mit leeren Händen da und drängt darauf, weiter zu machen. Dabei wissen die beiden, dass sich die Zeiten geändert haben. Aus der Zeitung erfahren sie, dass die Polizei zwischenzeitlich mit der 'EK Winter' eine Sonderkommission gegründet hat, die sich ausschließlich mit der Aufklärung der Bankraubserie beschäftigt. Während die Kommissare Prothmann (Wotan Wilke Möhring) und Geugis (Matthias Koeberlin) akribische Arbeit leisten, alte Spuren neu aufrollen und Stück für Stück die Querverbindungen zwischen den möglichen Tätern herstellen, geraten Roth und Starck zunehmend unter Druck.

      Das Drehbuch zu "12 Winter" ist auf der Grundlage einer wahren Begebenheit entstanden: 2003 gelang es der Polizei, eine der spektakulärsten Bankraubserien in der deutschen Geschichte aufzuklären. Zwischen 1988 und 2001 erbeutete ein Duo bei etwa 36 Banküberfällen umgerechnet mindestens 6 Millionen Euro. Verbrecher wie Roth und Starck erscheinen wie die letzten Vertreter ihres Fachs, da der Bankraub in Zeiten von Kassenautomaten und Filialen ohne Schalter zu einem nicht mehr lohnenden Geschäft geworden ist.

      Jürgen Vogel, der nur wenige Stunden lang eine Schauspielschule besuchte, spielt mit Vorliebe Figuren, die von einer Aura des Unperfekten umgeben sind: Verlierer, Außenseiter, Gauner, Kranke, Prügelknaben. 2004 war der Experimentierfreudige in "Ein Freund von mir" von Sebastian Schipper und in dem fast gänzlich improvisierten "Keine Lieder über Liebe" von Lars Kraume zu sehen, wo er unter Beweis stellte, dass er einer der "größten Instinktschauspieler des deutschen Films" ("Der Spiegel") ist. Daraufhin stand er 2005 in der preisgekrönten Tragikomödie "Emmas Glück" von Sven Taddicken und in Anno Sauls Komödie "Wo ist Fred?" vor der Kamera. Vogel wurde bereits zwei Mal mit dem Adolf-Grimme-Preis (1993 für "Schicksalsspiel"; 2001 für "Das Phantom") und drei Mal mit dem Bayerischen Filmpreis (1989: "Rosamunde"; 1992: "Kleine Haie"; 2007: "Emmas Glück") prämiert. Für seine darstellerische Leistung als Vergewaltiger in Matthias Glasners "Der freie Wille" (2006) wurde er mit dem Silbernen Bären, mit dem "Silver Hugo" und beim New Yorker "Tribeca"-Festival ausgezeichnet. 2008 brillierte Vogel als Lehrer in Dennis Gansels preisgekröntem Film ??Die Welle'. Außerdem war er auf deutschen Kinoleinwänden in Leander Haußmanns ??Hotel Lux' zu sehen.

      Der Drehbuchautor und Regisseur Thomas Stiller absolvierte eine Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur am Actors-Studio in New York. Er schrieb zahlreiche Drehbücher, von denen er "Die brennende Schnecke" (1995), die ARTE-Koproduktionen "Stille Nacht - Heilige Nacht" (1999) und "Der gestohlene Mond" (2003) selbst realisierte. Auch bei "Die Wunde" (2002), bei "Der Junge ohne Eigenschaften" (2005) und der Tatort-Folge "Die Blume des Bösen" (2007) zeichnete Stiller sowohl für Drehbuch als auch für Regie verantwortlich. Außerdem lieferte er den Stoff für die Kinofilme "Metallic Blues" von Dan Verete, 2004, und "Unter dem Eis" von Aelrun Goette, 2005. 2010 arbeitete er zusammen mit Veronika Ferres am Fernsehfilm "Sie hat es verdient'.

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      20:15 - 21:40 Uhr (85 Min.)
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