• 26.06.2018
      22:40 Uhr
      Primo Carnera - Liebenswürdiges Schwergewicht Dokumentarfilm Frankreich 2015 | arte
       

      Primo Carnera gehörte zu den bekanntesten Männern der Welt: Im Jahr 1933 gewann er den Titel als Boxweltmeister im Schwergewicht. Historisch war es eine schwierige Zeit, aber der Boxsport boomte und die ganze Welt kannte den Champion - mit seinen Stärken und Schwächen. Primo Carnera war unumstrittener Boxweltmeister, doch der italienische Einwanderer aus armen Verhältnissen wurde systematisch ausgenutzt, von zwielichtigen Managern, Filmproduzenten aus Hollywood und von Benito Mussolini. Carnera galt als einfaches Gemüt, weshalb sich viele über ihn lustig machten.

      Dienstag, 26.06.18
      22:40 - 00:05 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      VPS 22:55
      Stereo HD-TV

      Primo Carnera gehörte zu den bekanntesten Männern der Welt: Im Jahr 1933 gewann er den Titel als Boxweltmeister im Schwergewicht. Historisch war es eine schwierige Zeit, aber der Boxsport boomte und die ganze Welt kannte den Champion - mit seinen Stärken und Schwächen. Primo Carnera war unumstrittener Boxweltmeister, doch der italienische Einwanderer aus armen Verhältnissen wurde systematisch ausgenutzt, von zwielichtigen Managern, Filmproduzenten aus Hollywood und von Benito Mussolini. Carnera galt als einfaches Gemüt, weshalb sich viele über ihn lustig machten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jean-Christophe Rosé

      Der Boxer Primo Carnera galt als unbesiegbarer Riese. Er faszinierte das Publikum durch seinen massigen Körper und seine Größe von rund zwei Metern. Er wurde 1906 in Italien geboren und wanderte im Alter von 17 Jahren nach Frankreich aus. Primo setzte seine Muskelkraft dort ein, wo er gebraucht wurde; als Tagelöhner und Hilfsarbeiter. Er teilte das Schicksal vieler Italiener, die in Frankreich auf ein besseres Leben hofften.

      In Arcachon wurde schließlich ein Zirkusdirektor auf den Muskelprotz aufmerksam und verpflichtete ihn als Ring- und Schaukämpfer. Schließlich entdeckte ihn der französische Box-Manager Léon Sée, der ihn in den Goldenen Zwanzigern mit in seinen Boxstall für junge Talente nach Saint-Germain-en-Laye in der Nähe von Paris mitnahm, um aus dem Schaukämpfer einen Profi-Boxer zu machen.

      Nach erfolgreichen Kämpfen in London hatte sein Manager noch Größeres mit ihm vor: Er brachte ihn mitten in der Wirtschaftskrise nach Amerika, das Zentrum des Boxsports, wo er an der Boxweltmeisterschaft teilnehmen sollte. Dort wurde der gutgläubige Italiener von der Boxszene ausgenutzt. Bekanntheit erlangte er durch manipulierte Kämpfe, zweifelhafte Siege und reißerische Pressekampagnen seiner Promoter. Fehlende Technik machte Carnera durch seine Kraft wett, und so schaffte er es bis zur Weltmeisterschaft im Schwergewicht, bei der er 1933 den Titelverteidiger Jack Sharkey besiegte.

      In seiner Heimat wurde er zu einem Idol. Auch die Faschisten, die in Italien an der Macht waren, wollten von Primos Bekanntheit profitieren und ihn zum Aushängeschild der Diktatur machen. Es gelang Primo jedoch nicht, den Titel zu verteidigen. Seine zwielichtigen Manager, die den Großteil des Preisgelds für sich behalten hatten, hielten ihn bald für erledigt und ließen ihn fallen.

      Als Primo Carnera 1946 die Boxhandschuhe an den Nagel hängte, war er finanziell ruiniert. Nur seine Frau Pina, mit der er zwei Kinder hatte, stand ihm bei allen Schwierigkeiten zur Seite - auch, als er einen Neuanfang als Catcher versuchte und in zweitklassigen Filmen in der Cinecittà und in Hollywood mitspielte. Obwohl der brutale Boxsport und der Alkohol ihn krank gemacht hatten, blickte Primo Carnera letztlich ohne Bitterkeit auf sein Leben zurück. Durch innere Stärke schaffte es das liebenswürdige Schwergewicht, alle Widrigkeiten zu überstehen und seiner Familie das zu geben, was er selbst nie bekommen hatte.

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      22:40 - 00:05 Uhr (85 Min.)
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