• 18.06.2018
      10:35 Uhr
      360° Geo Reportage Guano: Schatzinseln und Vogeldreck | arte
       

      Auf den Inseln an der Pazifikküste Perus nisten und brüten Millionen Seevögel, deren Kot reich an Nährstoffen ist: Als Guanodünger wird er in die ganze Welt exportiert. Abgebaut wird die Substanz noch heute per Hand - wie schon vor Jahrhunderten von den Inka. Nur die stärksten Männer ertragen die harte Arbeit und monatelange Isolation auf den unbewohnten Inseln. Der bestialische Gestank des Vogelkots setzt ihnen zu, der Staub verätzt ihre Lungen. Die körperlichen Anstrengungen sind unter diesen extremen Bedingungen noch schwerer zu ertragen. "360° Geo Reportage" hat die Guanoarbeiter begleitet.

      Montag, 18.06.18
      10:35 - 11:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Auf den Inseln an der Pazifikküste Perus nisten und brüten Millionen Seevögel, deren Kot reich an Nährstoffen ist: Als Guanodünger wird er in die ganze Welt exportiert. Abgebaut wird die Substanz noch heute per Hand - wie schon vor Jahrhunderten von den Inka. Nur die stärksten Männer ertragen die harte Arbeit und monatelange Isolation auf den unbewohnten Inseln. Der bestialische Gestank des Vogelkots setzt ihnen zu, der Staub verätzt ihre Lungen. Die körperlichen Anstrengungen sind unter diesen extremen Bedingungen noch schwerer zu ertragen. "360° Geo Reportage" hat die Guanoarbeiter begleitet.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Stefan Richts

      Der 44-jährige Hildebrando Angeles de la Cruz ist einer der erfahrensten und besten Arbeiter auf den Guanoinseln. Für ihn und seine Kollegen ist der Dünger ein wahrer Schatz im armen Andenstaat Peru. Dank des Vogelkots haben sie eine regelmäßige und vergleichsweise gut bezahlte Arbeit. Mit einem durchschnittlichen Monatslohn von etwa 1.200 Soles - etwas mehr als 300 Euro - verdienen die Arbeiter pro Monat fast das Doppelte des gesetzlichen Mindestlohns in Peru. Essen und Unterkunft sind umsonst.
      Doch glücklich ist auf den Inseln kaum jemand. Neben der harten Arbeit nagt die Isolation an Hildebrando und den anderen Männern. Besonders abends kommt die Sehnsucht nach der Frau und den Kindern auf. Die meisten Guanoarbeiter stammen aus zwei Bergdörfern in den Anden: Caráz und Yungay. So wie Hildebrandos Frau Angélica geht es vielen in der Region. Die Männer arbeiten an der Küste oder in Minen in anderen Teilen Perus - die Frauen kümmern sich währenddessen um Haus, Ernte und Kinder. Zurück in die Berge reist Hildebrando nur alle zwei bis drei Monate, wenn er genug freie Tage angesammelt und Geld für die Reise gespart hat. Diesmal will Hildebrando nach Hause, um seinen 45. Geburtstag im Kreise seiner Familie zu feiern. Der Besuch in der Heimat ist für Guanoarbeiter das Paradies auf Erden, noch dazu, wenn ein Fest ansteht mit Musik und Tanz, gutem Essen und dem einen oder anderen Becher Chicha - dem beliebten Maisbier der Andenbewohner. Es sind wenige, aber wertvolle Tage des Glücks, bevor es wieder zurückgeht - auf die „Inseln der Qualen“, die Guanoinseln von Peru.

      „360° Geo Reportage“ hat die Guanoarbeiter begleitet. Entstanden ist ein Porträt über Perus „Inseln der Qualen“.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.07.2019