• 11.06.2018
      01:55 Uhr
      1968 - Die globale Revolte "Die Explosion" (1970-1975) | arte
       

      1968 - ein Jahr, das sich als Synonym für die größte globale Jugendprotestbewegung des 20. Jahrhunderts in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Ob in San Francisco, Tokio, Paris, Prag, São Paulo, Algier, Berlin oder London - überall auf der Welt protestierten junge Menschen gegen festgefahrene gesellschaftliche Strukturen und Unterdrückung.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 11.06.18
      01:55 - 03:35 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      VPS 02:30

      1968 - ein Jahr, das sich als Synonym für die größte globale Jugendprotestbewegung des 20. Jahrhunderts in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Ob in San Francisco, Tokio, Paris, Prag, São Paulo, Algier, Berlin oder London - überall auf der Welt protestierten junge Menschen gegen festgefahrene gesellschaftliche Strukturen und Unterdrückung.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Don Kent

      Der anhaltende brutale Krieg in Vietnam führt bei vielen Protestakteuren zu Verbitterung und der utopische Traum einer anderen Gesellschaft droht zu platzen. Gleichzeitig nehmen die staatlichen Repressionen in vielen Ländern wie Japan, Frankreich oder Italien zu und führen zu einer weiteren Radikalisierung in Teilen der Linken. Der Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) erschüttert Deutschland, und Italien droht im Würgegriff zwischen dem staatlich organisierten Terror und der Gewalt der Roten Brigaden zu zerbrechen.
      Andere Teile der 68er-Bewegung machen sich nach der gescheiterten Revolution auf den langen Weg durch die Institutionen. Der Kampf für Frauen- und Homosexuellenrechte wird maßgeblich vorangetrieben, das wachsende Bewusstsein für Umweltschutz und die negativen Folgen der Konsumgesellschaft führen zur Bildung von NGOs wie Greenpeace oder Ärzte ohne Grenzen. Auch die Grundlagen der Globalisierung und des Internets werden im Geiste der 68er gelegt.
      Mit der Einnahme Saigons 1975 und dem Rückzug der Amerikaner aus Vietnam endet der Krieg, der als maßgeblicher Faktor die 68er-Bewegungen rund um den Globus angefeuert hat. Die Revolution ist zwar gescheitert, aber innerhalb nur eines Jahrzehnts haben die 68er fast alle Gesellschaften der Welt grundlegend verändert, und die Wellenbewegungen der Revolte beeinflussen unser Leben bis heute.

      Schwerpunkt: Mai 68

      Mai 68, ein Monat, ein Jahr, eine Zeitenwende? Ein Aufbegehren der Jugend gegen die Gesellschaft, gegen die Elterngeneration und deren Normen, gegen die Zwänge und Vorgaben von Autoritäten, die von den Nachgeborenen als entleert, obsolet und überholt angesehen wurden. Freiheit und Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, das Recht auf Glück und Befriedigung, gerechtere Verteilung von Gütern und Chancen, die Überwindung von Abhängigkeiten und Ausbeutung, all das und noch viel mehr waren als Forderung formulierte Leitmotive derer, die im Frühjahr 68 zu Hunderttausenden durch die Metropolen in Europa und Amerika zogen, um tiefgreifende Veränderungen zu fordern. Die Diskussion darüber, ob die sogenannte 68er-Bewegung einen nachhaltigen Aufbruch zu neuen, offeneren und demokratischeren Gesellschaften in weiten Teilen der Welt markierte, ist auch 50 Jahre später noch nicht verstummt. Es scheint, als halte sich die Jugend heute lieber raus. ARTE fragt: Wo ist die Protestgeneration 2018? Außerdem spürt ARTE mit der zweiteiligen Dokumentation „1968 – Eine neue Welt?“ von Don Kent den vielfältigen Wurzeln dessen nach, was den öffentlichkeitswirksamen Aufbruch der diversen 68er-Strömungen im Verborgenen vorbereitete. Die dreiteilige Reihe "1968mm" begibt sich anhand einer Fülle privater 8-Millimeter-Filme auf Spurensuche, um die gesellschaftlichen und persönlichen Umbrüche jenes Frühjahrs zu dokumentieren.
      In dem Film „Eine deutsche Jugend“ wirft der französische Filmemacher Jean-Gabriel Périot einen dokumentarischen Blick auf den eskalierenden Konflikt zwischen dem westdeutschen Staat und der RAF, der zugleich ein Krieg der Bilder war. Ein Krieg, der nicht nur in den Medien, sondern auch in der umtriebigen Filmszene dieser Zeit gesellschaftspolitischer und kultureller Neuorientierung hitzig diskutiert und kommentiert wurde.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 11.06.18
      01:55 - 03:35 Uhr (100 Min.)
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