• 14.06.2018
      06:40 Uhr
      Magische Gärten Sacro Bosco | arte
       

      Vicino Orsini entwarf ab etwa 1550 den rätselhaften Skulpturenwald Sacro Bosco, nördlich von Rom. Er übertrug Elemente aus der etruskischen Kunst auf seinen Stil, der dem Manierismus ähnelte - einer Kunstrichtung der italienischen Spätrenaissance, die sich vom traditionellen Streben nach Harmonie und der Imitation der Natur vollkommen abwandte. Orsini verschönerte den Garten bis zu seinem Tod 1585; danach war der Skulpturenpark fast 350 Jahre lang verwaist. Wiederentdeckt wurde er erst Mitte des 20. Jahrhunderts, auch dank Salvador Dalí.

      Donnerstag, 14.06.18
      06:40 - 07:10 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Vicino Orsini entwarf ab etwa 1550 den rätselhaften Skulpturenwald Sacro Bosco, nördlich von Rom. Er übertrug Elemente aus der etruskischen Kunst auf seinen Stil, der dem Manierismus ähnelte - einer Kunstrichtung der italienischen Spätrenaissance, die sich vom traditionellen Streben nach Harmonie und der Imitation der Natur vollkommen abwandte. Orsini verschönerte den Garten bis zu seinem Tod 1585; danach war der Skulpturenpark fast 350 Jahre lang verwaist. Wiederentdeckt wurde er erst Mitte des 20. Jahrhunderts, auch dank Salvador Dalí.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Aloïs-Marie Lenoan

      Der Sacro Bosco - zu Deutsch „heiliger Wald“ - ist ein geheimnisvoller Garten nordöstlich von Rom. Geschaffen hat ihn eine Ausnahmepersönlichkeit der italienischen Renaissance: Vicino Orsini, Feudalherr von Bomarzo. Nach einer langen Laufbahn als Offizier und Söldner lässt er am Fuße seines Schlosses einen Waldpfad anlegen, in dem sich bis heute seine nonkonformistischen Ansichten widerspiegeln. Jedes Gestaltungselement des Gartens wird präzise inszeniert. Seine ersten Werke erschuf Vicino Orsini in den 1550er Jahren; bis zu seinem Tod 1585 verschönert er den Garten immer wieder. Auf einem labyrinthischen Pfad wandelt der Besucher vorbei an rund 30 überraschend geformten Skulpturen und Bauwerken. Es ist kein regelmäßiger Garten, sondern eher ein Waldweg, ein Pfad mit einem Anfang und einem Ende. Vicino Orsini nannte ihn „mein Wäldchen“. Er sprach nie von seinem Garten, sondern von seinem Wäldchen. Die Bäume, die in diesem Wald wachsen - Eichen, Lorbeer- und Kastanienbäume -, sind von der Form her ziemlich knorrig. Der Besucher bekommt das Gefühl, in ein Märchen einzutauchen. Der Besucher folgt einem Weg, der mit Haltepunkten in Form von Statuen versehen ist. Sie geben dem Pfad einen emotionalen Gehalt. Vicino Orsini schöpfte dabei aus einer Fülle von Elementen aus seiner Fantasie, die sich aus Asien, aus der Neuen Welt, aus mittelalterlichen Stichen, aber auch aus etruskischen Tempeln speist. Im Wald verteilt befinden sich viele Inschriften, die alle elf Silben lang sind. Vicino Orsini wollte mit dieser Besonderheit verdeutlichen, dass die Welt zwar voller Wunder ist, aber der Skulpturenwald Sacro Bosco, sein Wäldchen, mit nichts zu vergleichen und in seiner Schönheit einzigartig ist.

      Der Landschaftsarchitekt Jean-Philippe Teyssier führt durch die schönsten Gärten der Welt. Die Dokumentationsreihe lädt dazu ein, die Kunst des Gartenbaus zu entdecken - und die Menschen kennenzulernen, die diese Gärten pflegen, erforschen und gestalten.

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      Donnerstag, 14.06.18
      06:40 - 07:10 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 20.02.2020