• 10.12.2011
      22:40 Uhr
      Der Fang Spielfilm Kambodscha 2011 | arte
       

      Rithy Panhs Film "Der Fang" nach dem gleichnamigen Roman von Literaturnobelpreistr├Ąger Kenzabur├┤ ├öe, macht auf zur├╝ckhaltende aber daf├╝r umso eindr├╝cklichere Art und Weise deutlich, wie das Rekrutierungssystem der Roten Khmer funktionierte.

      Samstag, 10.12.11
      22:40 - 00:10 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Rithy Panhs Film "Der Fang" nach dem gleichnamigen Roman von Literaturnobelpreistr├Ąger Kenzabur├┤ ├öe, macht auf zur├╝ckhaltende aber daf├╝r umso eindr├╝cklichere Art und Weise deutlich, wie das Rekrutierungssystem der Roten Khmer funktionierte.

       

      Kambodscha, 1972: In der N├Ąhe eines kleinen Bauerndorfes, das zum Gro├čteil nur noch aus Frauen, Kindern und Alten besteht, weil fast alle M├Ąnner in den Kampf gezogen sind, st├╝rzt ein amerikanisches Kampfflugzeug ab. Der 15-j├Ąhrige Pang, im Dorf "Bastard" genannt, weil sein Vater f├╝r den proamerikanischen Politiker Lon Nol k├Ąmpft und seine Mutter in Phnom Penh als Prostituierte arbeitet, entdeckt abseits des Wracks einen Fallschirm, der dem Piloten des Flugzeugs geh├Ârt haben muss. Pang, seine Freunde Siet und Ney und die anderen Jungs des Dorfes nehmen dessen Spur auf und k├Ânnen den afroamerikanischen Soldaten schlie├člich tats├Ąchlich gefangen nehmen. Der Chef einer Gruppe der Roten Khmer, die regelm├Ą├čig das Dorf kontrollieren, ├╝bertr├Ągt den Kindern und allen voran Pang die Verantwortung ├╝ber den "feindlichen Imperialisten".

      Mit der Zeit werden die groben Feindseligkeiten gegen den Gefangenen weniger. W├Ąhrend Siet und Ney sich dem Piloten allm├Ąhlich ann├Ąhern und eine fast schon freundschaftliche Beziehung zwischen ihnen entsteht, entwickelt sich Pang in eine vollkommen andere Richtung: Er, der im Dorf nie anerkannt wurde, f├╝hlt sich endlich zugeh├Ârig, denn der Chef der Khmer-Gruppe verspricht ihm Anerkennung, wenn er nur vollkommen der Sache des Angkar, der h├Âchsten Macht der Roten Khmer, diene.

      So verliert das Kind Pang nach und nach seine Unschuld und entwickelt sich zu einem despotischen Krieger, den die Indoktrination der Roten Khmer sogar so weit bringt, seine eigene Familie zu verraten, um "dem Kollektiv zu dienen". W├Ąhrenddessen arbeitet der Gefangene im Geheimen an seiner Flucht aus den H├Ąnden seiner jungen Bewacher - eine Flucht in die absolute Ungewissheit.

      Rithy Panhs Film "Der Fang" nach dem gleichnamigen Roman ("Shiiku", 1958) von Literaturnobelpreistr├Ąger Kenzabur├┤ ├öe, macht auf zur├╝ckhaltende aber daf├╝r umso eindr├╝cklichere Art und Weise deutlich, wie das Rekrutierungssystem der Roten Khmer funktionierte, die ihre Anh├Ąnger schon bei den Kleinsten suchten und durch Manipulation und Zugeh├Ârigkeitsversprechen auch fanden.

      Der Meisterregisseur Nagisa Ôshima verfilmte schon 1961 unter dem Titel "Die Beute" das mit dem Akutagawa-Preis, einem der bedeutendsten japanischen Literaturpreise, ausgezeichnete Werk Ôes.

      Der Regisseur Rithy Panh ist 1964 in Phnom Penh, Kambodscha, geboren. Seine Familie wurde von den Roten Khmer aus ihrer Heimatstadt vertrieben und seine Eltern und viele seiner Verwandten starben in Arbeitslagern. Rithy konnte fliehen, erst nach Thailand und von dort aus nach Frankreich, wo er sich in Paris niederlie├č. Dort machte er einen Abschluss an der Filmhochschule und bekam f├╝r seinen ersten Dokumentarfilm "Site 2" ("Das Land der anderen") auf dem Filmfestival von Amiens den Grand Prix de Documentaire. Zu fast allen seinen Filmen verfasste er auch das Drehbuch, so auch zu "Das Reisfeld" und "Im fernen Osten von Paris". 2003 schuf er seinen wahrscheinlich bekanntesten Dokumentarfilm "S21 - Die Todesmaschine der Roten Khmer", der bei der Verleihung des Europ├Ąischen Filmpreises mit dem Dokumentarfilmpreis Prix Arte ausgezeichnet wurde. Sein Werk "Le papier ne peut pas envelopper la braise" ├╝ber eine Prostituierte in Phnom Penh wurde 2007 mit dem gleichen Preis gew├╝rdigt.

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      22:40 - 00:10 Uhr (90 Min.)
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