• 10.12.2011
      06:00 Uhr
      ARTE Reportage Das Magazin für aktuelle internationale Politik. | arte
       

      Themen:

      • Russland : Politische Debatte unerwünscht
      • Südafrika : Durch Vergewaltigung "bekehren"...
      • Mosambik: Eine Fabrik gegen Aids

      Samstag, 10.12.11
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Themen:

      • Russland : Politische Debatte unerwünscht
      • Südafrika : Durch Vergewaltigung "bekehren"...
      • Mosambik: Eine Fabrik gegen Aids

       
      • Russland : Politische Debatte unerwünscht

      Viel mehr als Sarkasmus bleibt den Russen nicht im Angesicht ihrer politischen Verhältnisse: Die Ergebnisse der Parlamentswahlen am 4. Dezember 2011 und der Präsidentschaftswahlen am 4. März 2012 stehen Monate vorher schon so gut wie fest. Auf jeden Fall wird Wladimir Putin für eine dritte Amtszeit in den Kreml zurückkehren und Dimitri Medwedew wird Premierminister. Die Wähler fühlen sich getäuscht.
      Dieses perfekt inszenierte Polit-Schauspiel hat manche politischen Bewegungen dazu ermutigt, wieder offen und auf jeweils ihre spezifische Weise aufzutreten. Die extreme Rechte, Nationalisten und Neo-Nazis, marschierten Anfang November durch die Straßen Moskaus, skandierten ihre rassistischen Parolen und blieben unbehelligt von den russischen Ordnungskräften.
      Ganz links nutzte die Kommunistische Partei den 7. November, den Jahrestag der Revolution von 1917, um das Volk daran zu erinnern, dass sie die starke Alternative zu den aktuellen Machthabern sind. Sie hoffen auf viele Stimmen, um der Putin-Partei "Einiges Russland" die totale Kontrolle in der Duma, dem Parlament, noch streitig machen zu können.
      Die Moskauer Intelligenzija meldet sich auf ihre Weise zu Wort: In Scharen besuchen sie die Vorstellung des satirischen Theaterstücks "Der Bürger-Poet" - die Zuschauerzahlen brechen alle Rekorde, auch im Internet. Auf Radio Moskau wird es jeden Montag ausgestrahlt und auf You Tube ebenfalls - eine beißende Kritik an den neo-russischen Verhältnissen...
      Die legendären Rocker von der Gruppe DDT und ihr Sänger Juri Schewtschuk, harte Kritiker der kommunistischen Regierung in den 80er Jahren, treten wieder auf und trauen sich, gegen die neuen Machthaber anzusingen. Unsere Reporter waren in Moskau dabei, als 20 000 DDT-Fans wie eine gewaltige Stimme von Vaterland und Freiheit sangen...

      • Südafrika : Durch Vergewaltigung "bekehren"...

      Es gibt in Südafrika Männer, die davon überzeugt sind, lesbische Frauen könnten durch eine Vergewaltigung von ihrer Neigung zu Frauen "bekehrt" werden - "Corrective Rape" heißt dieses Phänomen südafrikanischer Kriminalität - allein in der Region von Johannesburg werden jede Woche dutzende Frauen unter diesem Vorwand brutal vergewaltigt.
      Der Macho-Kult in Südafrika kultiviert auch auf diese Weise noch einmal zynisch seine Vorherrschaft: Überzeugt davon, eine lebische Frau sei eine "unbefriedigte" Frau, nehmen sie sich die "Freiheit", sie durch den Akt der Vergewaltigung von ihrem Irrtum dauerhaft zu überzeugen - auf dass diese Frau sich danach wieder zu Männern hingezogen fühlt, wie es sich eben gehört. Seit 2006 starben 31 Frauen an den Folgen dieser mit äußerster Brutalität durchgeführten "Corrective Rapes".
      Vor allem in den Townships, den armen Vierteln am Rande der großen Städte, durchleben lesbische Frauen täglich die Hölle, wenn sie sich zu ihrer Neigung bekennen: Sie werden bedroht und müssen ständig damit rechnen, zu jeder Zeit, Tag und Nacht, vergewaltigt und getötet zu werden. Die lokale Presse nimmt von den brutalen Angriffen auf lesbische Frauen kaum Notiz, und das, obwohl nach Auskunft verschiedener Hilfsorganisationen, die Zahl dieser kriminellen Übergriffe seit einigen Jahren kontinuierlich zunimmt.
      Die Opfer trauen sich häufig kaum, Anzeige gegen ihre Peiniger zu erstatten. Denn auf den Polizeiwachen werden sie dann von Polizisten, auch Männern, verhört, die nicht ermitteln wollen, weil sie davon überzeugt sind, wie die Tater, dass die Opfer die Tat eigentlich verdient hätten. Den Arte-Reportern ist es gelunger, im Township KwaThema, 50 Kilometer vor Johannesburg, mit jungen Homosexuellen zu sprechen, die sich trauen, offen über ihr Leben und die täglichen Anfeindungen zu reden.

      • Mosambik: Eine Fabrik gegen Aids

      Eine Halle aus Beton in Mosambiks Hauptstadt Maputo ist das Symbol der Hoffnung für den ganzen afrikanischen Kontinent: Hier wollen sie ab nächstem Jahr in der dann einzigen Fabrik in ganz Afrika, Medikamente gegen AIDS produzieren. Angeregt und unterstützt wird das Projekt seit 2003 von der Regierung Brasiliens.
      In den letzten acht Jahren hat das Projekt viele Zweifel und viele bürokratische Hindernisse überwinden müssen. Manche argwöhnten, dass es der Fabrik in Maputo so ergehen könnte wie der im Osten der Demokratischen Republik Kongo: Vor sechs Jahren wurde sie mit deutscher Entwicklungshilfe gebaut und in Betrieb genommen - nach drei Jahren war die Produktion im Kongo schon am Ende, weil der Nachschub an Rohstoffen immer wieder ins Stocken geriet.
      Die neue Hoffnung für ganz Afrika besteht vor allem darin, die Medikamente preiswert im Land zu produzieren und weniger von teuren ausländischen Importen abhängig zu werden. So könnten mehr Menschen in Afrika mit Generika gegen AIDS behandelt werden. Mosambik ist eines der von HIV am meisten betroffenen Länder der Erde: 5,7 Millionen Frauen, Männer und Kinder sind erkrankt, das sind 11,5 Prozent der Bevölkerung in Mosambik. Sebastian Kuhn hat die neue Fabrik in Maputo besucht.

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      Samstag, 10.12.11
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
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