• 07.11.2011
      05:00 Uhr
      Die Wiedergeburt des Bolschoi Dokumentation Frankreich 2011 | arte
       

      Nach sechs Jahren Renovierungsarbeiten bereitet sich das Bolschoi-Theater in Moskau auf seine Wiedereröffnung im Oktober vor. Mit Archivbildern und Interviews zeigt die Dokumentation die Rettung des Theaters und erzählt seine Geschichte.

      Montag, 07.11.11
      05:00 - 06:10 Uhr (70 Min.)
      70 Min.
      Stereo

      Nach sechs Jahren Renovierungsarbeiten bereitet sich das Bolschoi-Theater in Moskau auf seine Wiedereröffnung im Oktober vor. Mit Archivbildern und Interviews zeigt die Dokumentation die Rettung des Theaters und erzählt seine Geschichte.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Denis Sneguirev
      Autor Denis Sneguirev

      Das Theater besteht seit 1776. Zunächst fanden die Aufführungen in einem Privathaus statt, bevor 1780 am heutigen Standort im Zentrum Moskaus ein Bau entstand, der wegen des damals sumpfigen Bodens auf Holzpfählen errichtet werden musste. 1805 brannte das Theatergebäude ab und wurde 20 Jahre später neu errichtet. Nach einem weiteren verheerenden Brand im Jahr 1853, bei dem die Inneneinrichtung völlig zerstört wurde, wurde das prunkvoll wiedererrichtete Gebäude im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten für Zar Alexander II. eingeweiht.

      Zu Sowjetzeiten avancierte das Bolschoi zur führenden Kultureinrichtung, in der der Film "Panzerkreuzer Potemkin" als Jubiläumsfilm zur Revolution uraufgeführt wurde und wo Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Mzensk" (bis zu ihrer Absetzung 1936) Erfolge feierte. Heute will das nach dem Zerfall der UdSSR baufällig gewordene und nunmehr grundlegend renovierte und restaurierte Theater an seine legendäre Vergangenheit anknüpfen und seinen Platz unter den großen internationalen Bühnen zurückerobern.

      Unter anderem mittels 3D-Bildern, animierten Aufnahmen, Archivbildern und Interviews zeichnet die Dokumentation die Rettung des Theaters nach und erzählt seine Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Das sowjetische und russische Archivmaterial reicht zurück bis in die Zeit, als die Opernsängerin Galina Pawlowna Wischnewskaja, der Choreograph Dmitri Wassiljewitsch Grigorowitsch und die beiden Primaballerinen Jekaterina Sergejewna Maximowa und Maja Plissetskaja als Sterne am Firmament des Bolschoi leuchteten. Damals standen Opern und klassische Ballette auf dem Spielplan und sollten die Bevölkerung im Wechsel mit direkter politischer Propaganda zum Aufbau des Kommunismus beflügeln.

      Der Film dokumentiert auch die Arbeit der Teams, die sechs Jahre lang Tag und Nacht am Wiederaufbau des Gebäudes arbeiteten. Architekten, Ingenieure und Arbeiter aller Gewerke waren bei diesem ungeheureren Unternehmen im Einsatz, das die russischen Medien "Jahrhundert-Baustelle" nannten.

      Zu Sowjetzeiten wurden die Künstler dieses Tempels der Opern- und Tanzkunst nicht zuletzt deshalb vom Staat so immens gefördert, weil sie ihm auch als Aushängeschild dienten: Die aufsehenerregenden Gastspiele des Bolschoi sollten, vor allem im Westen, Glanz und Glorie der Sowjetunion vermitteln und über das marode gewordene politische System hinwegtäuschen. Dieses kulturelle und politische Erbe beschwört die Dokumentation.

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      Montag, 07.11.11
      05:00 - 06:10 Uhr (70 Min.)
      70 Min.
      Stereo

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