• 06.11.2011
      01:50 Uhr
      Serbis Spielfilm Philippinen 2008 | arte
       

      Die Familie Pineda betreibt ein Pornokino an der belebten Straßenkreuzung einer philippinischen Kleinstadt. Das Haus wird allen voran von Matriarchin Nanay Flor geführt - ihr wagt niemand zu widersprechen.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 06.11.11
      01:50 - 03:20 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Die Familie Pineda betreibt ein Pornokino an der belebten Straßenkreuzung einer philippinischen Kleinstadt. Das Haus wird allen voran von Matriarchin Nanay Flor geführt - ihr wagt niemand zu widersprechen.

       

      In einer philippinischen Kleinstadt betreibt die Familie Pineda ein Pornokino mit dem Namen "Family". Das Familienoberhaupt Nanay Flor führt die Geschäfte an, die nicht gerade gut laufen. Das Kino ist heruntergekommen und bedarf dringender Reparaturen. Auch private Sorgen plagen die Matriarchin: Ihr Mann hat sie mit einer anderen Frau betrogen und nun verklagt sie ihn, womit sie die gesamte Familie spaltet.

      Derweil wird ihre Tochter Nayda, eigentlich gelernte Krankenschwester, von einem heimlichen Verehrer mit allerhand Liebesbeweisen vor ihrem Mann und dem kleinen Sohn Jonas in Verlegenheit gebracht. Und Nanays jüngster Sohn Alan hat nicht nur mit einem Furunkel am Hintern zu kämpfen, sondern vielleicht auch bald ein Baby am Hals - er hat seine Freundin Merly geschwängert. Jetzt muss über eine Heirat gesprochen werden. Doch ob Alan seine Freiheit aufgeben will, steht noch in den Sternen.

      Daneben spielen sich im Pornokino ebenfalls kleine und große Dramen ab: Der Sex auf der Leinwand animiert auch das Publikum, sich einen "Service" im Zuschauerraum zu genehmigen. Besonders die Schwulenszene erfreut sich daran, was Nanay Flor und Nayda missfällt. Da kommt es gerade recht, dass sich eine Ziege ins Kino verirrt und somit alle Liebesspiele aus der Bahn wirft ...

      Der philippinische Regisseur Brillante Mendoza wurde 1960 in geboren und kam im Alter von 45 Jahren erst spät zum Filmemachen. Zuvor arbeitete er als Filmausstatter und in der Werbung. 2005 realisierte er mit "Masahista" ("The Masseur") seinen ersten Spielfilm. Obwohl seine Filme oft als soziale Dramen eingestuft werden, stellt Mendoza vor allem den Raum in den Mittelpunkt seiner Erzählung. Während in "Serbis" das Pornokino eine der Hauptrollen einnimmt, spielt die Handlung in "Masahista" in einem omnipräsenten Massagesalon. Im 2007 realisierten "Tirador" ("Slingshot") bieten die Slums von Manila mehr als nur einen Hintergrund für Figuren und Handlung, sie stellen einen eigenen Charakter dar. In einem seiner Drehbücher erklärt der Regisseur die Materialität des Ortes folgendermaßen: "Eine Geschichte passiert nicht in einem Vakuum. Sie passiert in einem sehr spezifischen Raum, und der hat einen ganz besonderen Einfluss auf die Protagonisten. Der Ort beeinflusst die Leute mehr als die Leute den Ort. Unsere Filme sind nicht psychologisch, sie sind soziologisch, und sie handeln eigentlich mehr von dem Ort als von den Leuten."

      Für seinen Debütfilm "Masahista" gewann Brillante Mendoza den Goldenen Leoparden auf dem Internationalen Film Festival von Locarno 2005 und für "Kinatay" (2009) wurde Mendoza als bester Regisseur in Cannes ausgezeichnet. Sein aktuellster Film "Lola" (2009) war auf dem Filmfestival von Venedig 2009 für den Goldenen Löwen nominiert.
      "Serbis" lief 2008 als offizieller Wettbewerbsbeitrag in Cannes und gewann unter anderem auf dem Bangkok International Film Festival 2008 den Golden Kinnaree Award für die beste Regie.

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 06.11.11
      01:50 - 03:20 Uhr (90 Min.)
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