• 05.11.2011
      14:20 Uhr
      Eine andere Liga Spielfilm Deutschland 2004 | arte
       

      Für die junge Deutschtürkin Hayat ist Fußball ihr Leben. Mit der Diagnose Brustkrebs wird sie gezwungen, sich ihren Ängsten zu stellen, um sich frei zu machen für die große Liebe.

      Samstag, 05.11.11
      14:20 - 16:00 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      Stereo

      Für die junge Deutschtürkin Hayat ist Fußball ihr Leben. Mit der Diagnose Brustkrebs wird sie gezwungen, sich ihren Ängsten zu stellen, um sich frei zu machen für die große Liebe.

       

      Die junge Deutschtürkin Hayat und ihr Vater Emil, genannt Baba Can, sind seit dem frühen Tod von Hayats Mutter ein eingespieltes Team. Sie lieben, necken und respektieren sich. Und sie haben eine gemeinsame Leidenschaft: Fußball. Hayat ist eine der besten Spielerinnen in ihrer Frauenmannschaft, doch als sie nach einem Spiel zusammenbricht und ins Krankenhaus gebracht wird, bekommt sie eine Diagnose, die ihr und Baba Cans Leben völlig aus der Bahn wirft: Hayat hat Brustkrebs.

      Baba Can setzt alles daran, seine Tochter nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus von jeder körperlichen Anstrengung fernzuhalten, er würde sie am liebsten in Watte packen. Hayat dagegen fiebert danach, so bald wie möglich ihren Trainingsrückstand aufzuholen. Hayat fühlt sich verraten, als sie erkennt, dass ihr Vater sie vor lauter Sorge vom Verein abgemeldet hat und nicht einmal ihre beste Freundin und Teamkollegin Ali ihr das gesagt hat. Sogar ihre Stammposition ist längst an eine andere vergeben.

      Hinter Baba Cans Rücken beginnt Hayat, bei einer Straßenmannschaft, den Schanzenmädchen, zu trainieren, obwohl deren arroganter Trainer Toni sie extrem nervt - aber alles ist besser als gar nicht Fußball zu spielen! Nirgendwo fühlt sich Hayat glücklicher als auf dem Platz, obwohl die starken Medikamente der Krebsnachbehandlung schwer an ihrer Kondition zehren und sie jeden Körperkontakt ebenso meidet wie die gemeinsame Dusche mit den anderen Mädchen.

      Zu ihrer großen Freude gesellt sich bald auch Ali zu den Schanzenmädchen, und durch Hayats Ehrgeiz und Inspiration beginnt die Sache, nach und nach wie Fußball auszusehen. Das merkt auch Toni, der sich überhaupt viel aufgeschlossener zeigt, seit die hübsche und talentierte Türkin dabei ist. Baba Can riecht natürlich Lunte. Kaum hat er sich damit abgefunden, dass seine geliebte Tochter partout Fußball spielen muss und ihr Leben aufs Spiel setzt, kreuzt auch schon ein Verehrer auf, dem man nicht genau genug auf die Finger schauen kann.

      Als ein Spiel mit ihrem ehemaligen Team vereinbart wird, setzt Hayat kurzer Hand heimlich die Medikamente ab, um für die absehbaren Zweikämpfe wieder in Form zu kommen. Es geht mit jedem Tag besser. Allein Tonis Anstrengungen, Hayat für sich zu gewinnen, bringen ihre Gefühlswelt ins Wanken, umso mehr, als sie sich eingestehen muss, dass auch sie sich stark zu Toni hingezogen fühlt.

      Ihr ohnehin schwer angegriffenes Selbstbild als Frau wird plötzlich noch mehr infrage gestellt. Hayat steht sich mit ihrer großen Angst vor Ablehnung selbst im Weg, bis sie endlich begreift, dass zum Leben mehr gehört als nur verbissener Kampf. Und mit dieser Haltung gelingt ihr von der Ersatzbank aus noch einmal ein großer Coup.

      1971 in Istanbul geboren, kam Buket Alakus als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland. 1995 schloss sie an der Berliner Hochschule für Bildende Künste erfolgreich ein Studium als Kommunikationswirtin ab. Im selben Jahr realisierte sie ihren ersten Kurzfilm ("Martin"). Von 1996 bis 1998 absolvierte sie ein Aufbaustudium Filmregie am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg. In dieser Zeit drehte sie weitere Kurzfilme. Der 1996 entstandene Kurzspielfilm "Schlüssel" brachte ihr 1999 die Auszeichnung als beste weibliche Hauptdarstellerin beim Festival Mondial du Cinéma des Courts Métrages Bélgique und den Preis für das beste Drehbuch beim Festival Donne in Corto Transeurope/ Italia a Roma ein.

      Mit "Anam", 2000/2001 entstanden, gibt sie ihr Debüt als Autorin und Regisseurin eines abendfüllenden Spielfilms. Wie "Anam" wurde auch "Eine andere Liga" vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Publikumspreis beim Max-Ophüls-Preis 2005, dem Bernhard-Wicki-Preis beim Filmfest Emden 2005 und den Preisen für das beste Drehbuch und den besten Schauspieler beim fünften Monte Carlo Film Festival de la Comédie 2005. 2008 räumte er darüber hinaus bei der Verleihung des Adolf-Grimme-Preises in der Kategorie Fiktion ab. Sowohl Buket Alakus und Jan Berger als auch Karoline Herfurth, Ken Duken und Thierry Van Werveke wurden mit dem angesehenen Fernsehpreis ausgezeichnet.

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      14:20 - 16:00 Uhr (100 Min.)
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