• 05.11.2011
      06:00 Uhr
      ARTE Reportage Das Magazin für aktuelle internationale Politik - Moderation: Andrea Fies / Nathalie Georges | arte
       

      Themen:

      • USA: Occupy Wallstreet
      • Brasilien: Der Krieg um das Land
      • Afghanistan, 10 Jahre, 100 Blicke: Mauricio Lima

      Samstag, 05.11.11
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Themen:

      • USA: Occupy Wallstreet
      • Brasilien: Der Krieg um das Land
      • Afghanistan, 10 Jahre, 100 Blicke: Mauricio Lima

       
      • USA: Occupy Wallstreet

      Vor fünf Wochen sprach noch niemand von ihnen. Als ein paar hundert jugendliche Demonstranten, die Wall Street in New York besetzen wollten und dann auf einem Platz in der Nähe der New Yorker Börse landeten, nahm sie noch nicht einmal die örtliche Presse ernst. Aber die Demonstranten hielten aus, machten von sich reden und heute spricht die ganze Welt von ihnen.
      Aber wer sind diese Demonstranten, warum sind auf einmal nicht nur Studenten und junge Arbeitslose dabei, sondern auch mehr und mehr Vertreter der amerikanischen Mittelschicht? Der ARTE-Reporter Ralf Hoogestraat ist diesen Fragen nachgegangen.
      Er traf auf gestandene Bürger, die Angst haben, dass der amerikanische Traum für sie und ihre Kinder vorbei ist. Junge Hochschulabgänger finden keine Arbeit und können ihre teuren Studien-Kredite nicht zurückzahlen. Und mehr und mehr New Yorker sind auf Lebensmittelspenden angewiesen, um eine Mahlzeit in den Bauch zu bekommen.
      Die amerikanische Occupy-Bewegung hat die Stimmung im Lande aufgegriffen und könnte die Wahlen im nächsten Jahr beeinflussen.

      • Brasilien: Der Krieg um das Land

      Wer die Quilombolas besuchen will, muss sich tief in den Bundesstaat Maranhao im Norden Brasiliens vorwagen. Der Weg führt durch die riesigen Ländereien der großen Viehzüchter, der Fazendeiros. Die Quilombolas sind die Nachfahren geflohener schwarzer Sklaven. Drei Millionen sollen es sein. Über Generationen lebten sie isoliert vom Rest der Welt, heute bedroht sie die Agrarindustrie.
      Die Fazendeiros wollen ihnen ihr Land wegnehmen. Und dabei greifen sie zu allen Mitteln, auch zu Todesdrohungen gegen die Gemeindevorsteher. Allein im Bundesstaat Maranhao stehen 50 Quilombola-Führer auf der Abschussliste. Es ist ein mit äußerster Gewalt geführter Rechtsstreit, den sie nicht verstehen: Denn viele der Gemeinden verfügen über offizielle Dokumente, sie sie als Quilombolas anerkennen und damit als Eigentümer ihres Landes. Manche ihrer Gemeinden leben schon seit 200 Jahren in den Wäldern Brasiliens.
      Die Großgrundbesitzer verteidigen sich: Diese bewaffneten Konflikte zwischen organisierten Gruppen, deren Schießkommandos angeblich in die Dörfer einfielen, die gäbe es längst nicht mehr. Das sei reine Panikmache von der Presse, den betreffenden Gruppen und den Hilfsorganisationen. Aber sie bestehen darauf, dass sie mit ihren Großgrundbesitz machen können, was ihnen wirtschaftlich sinnvoll erscheint auch gegen den Willen, der Menschen auf diesem Land.
      Die Quilombolas aber können sonst nirgends hingehen. In der Stadt würden sie in den Favelas landen, wo sie nur Probleme hätten. Jeder Schwarze in Brasilien weiß, wenn er ohne Ausbildung und Arbeit in die Stadt kommt, landet er am Rand der Gesellschaft. So bleibt keine Wahl, sie müssen in ihren Gemeinden im Wald bleiben. Und hoffen, eines Tages doch noch Recht zu bekommen.

      • Afghanistan, 10 Jahre, 100 Blicke: Mauricio Lima

      Der aus São Paulo stammende Fotograf Mauricio Lima, 35, arbeitete für die französische Presseagentur AFP in Lateinamerika, im Irak und in Nahost.
      Sein erster Aufenthalt in Afghanistan dauerte von März bis Mai 2010. Vier Wochen lang begleitete er amerikanische Soldaten in der Unruheprovinz Helmand, dann reiste er einen Monat lang auf eigene Faust durchs Land. Für seine ungewöhnlichen Einblicke in den Alltag der Zivilbevölkerung wurde er vom Time-Magazin mit dem Titel Agenturfotograf des Jahres honoriert. Heute ist er selbständig und arbeitet regelmäßig für die New York Times.
      Von April bis Juni 2011 reiste der Brasilianer ein zweites Mal nach Afghanistan, um die Operationen der US Armee zu begleiten und den Alltag der Bürger von Kabul zu dokumentieren.

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      Samstag, 05.11.11
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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