• 02.11.2011
      01:00 Uhr
      Die Besatzer (1/2) Spielfilm Großbritannien 2010 | arte
       

      Irak 2003: Die drei britischen Soldaten Danny, Mike und Hibbs sind in Basra stationiert. Nach beendetem Einsatz kehren die drei Freunde nach England zurück. Und dennoch wirken sie ihrer Heimat und Familie entfremdet.

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 02.11.11
      01:00 - 02:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Irak 2003: Die drei britischen Soldaten Danny, Mike und Hibbs sind in Basra stationiert. Nach beendetem Einsatz kehren die drei Freunde nach England zurück. Und dennoch wirken sie ihrer Heimat und Familie entfremdet.

       

      Irak 2003: Im Frühjahr kommt es in den Außenbezirken der Stadt Basra zu den heftigsten Kämpfen seit der gestarteten Invasion im Irak. Die britische Armee nimmt die Stadt am 6. April 2003 ein. Es folgen bürgerkriegsähnliche Zustände, Milizen liefern sich erbitterte Häuserkämpfe mit den britischen Besatzungstruppen. Eine Einheit der britischen Infanterie ist im Kampfeinsatz. Mike, Danny und Hibbs sollen einen Scharfschützen eliminieren, aber die Mission geht schief. Bei einer Explosion sterben die irakischen Kämpfer, es wird aber auch ein kleines Mädchen schwer verletzt. Während sich Danny und Hibbs um die verletzten Soldaten kümmern, versucht Mike das Mädchen Maysa zu retten. Im nahe gelegenen Krankenhaus trifft er auf die Ärztin Aliyah. Da sie in Basra nicht entsprechend operieren können, wird Maysa, begleitet von Aliyah, nach England in ein Krankenhaus geflogen. Nach beendetem Einsatz fliegen auch die drei Soldaten zurück in die Heimat. Zu Hause erwartet sie eine Welt fern von Krieg und Terror, doch wirken sie auf seltsame Weise entfremdet. Nach dem erlebten Terror des Krieges scheint ein Rückzug in den geregelten Lebensalltag fast unmöglich. Danny hält nichts mehr in England. Deprimiert versucht er sich in Alkohol und Drogenexzesse zu flüchten. Als man ihm anbietet, in Basra ein privates Security-Unternehmen aufzuziehen, ist er sofort einverstanden.

      Bei Gehältern von bis zu tausend Dollar pro Tag, sieht Danny im Irak das schnelle Geld und vor allem den Kick. Hibbs kommt nach Hause und trifft bei seiner Familie auf Unverständnis. Er versucht sich als Türsteher, doch wird ihm schnell klar, dass das nicht sein Platz ist. Er lässt sich von Danny davon überzeugen sich ihm anzuschließen, um den Irak bei einem Neuanfang zu unterstützen. Mike wird in der lokalen Presse als Held gefeiert. Doch die Beziehung zu seiner Frau und seinen beiden Kindern scheint nicht mehr so zu sein wie früher. Mike wirkt verloren in der scheinbaren Familienidylle. Er beginnt der Ärztin Aliyah seine Heimat zu zeigen, eine für sie fremde Kultur und er verliebt sich. Als sie, ohne ihm etwas zu sagen, zurück nach Basra geht, ist für Mike die Endscheidung gefallen. Freiwillig meldet er sich für einen erneuten Militäreinsatz in Basra. Von verschiedenen Motiven geleitet, treffen sich die drei Freunde erneut im Irak. Langsam aber sicher, in einem Land, in dem die Besatzer vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt werden, in einem dreckigen und korrupten Krieg, gehen die Hoffnungen und Überzeugungen der Protagonisten zugrunde.

      "Die Besatzer" ist mehr als nur ein Film über den zweiten Irakkrieg. Es ist ein Film über die Leere und die Unmöglichkeit nach den Kriegserlebnissen, in ein normales Leben zurückzukehren. Ein Film über die Ungerechtigkeit und die Sinnlosigkeit eines noch immer fragwürdigen Krieges, ein traumatisches Ereignis, das Strukturen und Beziehungen zerstört. Regisseur Nick Murphy und Autor Peter Bowker nehmen sich einem aktuellen Thema an. Der Einsatz im Irak und die Blackwater-Affäre, auf die sich der Film klar bezieht, werden hier engagiert behandelt. Der Film stellt die Frage, ob private Sicherheitsunternehmen die seit dem Irakkrieg häufig auch im Auftrag der amerikanischen Regierung, im Land intervenieren, wirklich helfen, die Lage im Irak zu verbessern. Regisseur Murphy positioniert sich klar und entlarvt das private Security-Business als korruptes Söldnersystem. Unternehmen wie Xe, ehemals Blackwater, oder Global Risk, erzielten zwischen 2004-2007 Millionengewinne.

      Peter Bowker, britischer Dramaturg und Drehbuchautor, wurde international mit der Musicalserie "Blackpool" bekannt. Seit 1992 arbeitet er regelmäßig für BBC. Für "Die Besatzer" wurde er mit dem Award der Royal Television Society ausgezeichnet. Regisseur Nick Murphy arbeitet häufig fürs Fernsehen, 2008 führte er bei mehreren Episoden der Serie "Primeval" Regie. 2010 wurde "Die Besatzer" mit dem BAFTA Award in der Kategorie Best Drama Serial ausgezeichnet. Beim Festival International de Programmation Audiovisuels erhielt "Die Besatzer" gleich dreimal Gold, in den Kategorien "Beste Serie", "Bester Schauspieler" und für die beste Filmmusik. Schauspieler Stephen Graham wurde durch die Rolle des kleinen Ganoven Tommy in Guy Ritchies "Snatch" bekannt. Auch spielte er in Scorseses "Gangs of New York" und in Shane Meadows Film "This is England" über die Jugendkultur der Skins. James Nesbitt spielte vor allem in Fernsehfilmen und TV-Serien. Für seine Rolle als Ivan Cooper im Film "Bloody Sunday", wurde er mehrfach ausgezeichnet. Mit ihrer Rolle im palästinensischen Politthriller "Paradise Now" ist Lubna Azabal international bekannt geworden. Der Film wurde 2005 mit dem Golden-Globe ausgezeichnet. Danach spielte sie in Ridley Scotts "Body of Lies" und zuletzt in Denis Villeneuves oscarnominierten und von der Kritik vielgelobten "Incendies".

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 02.11.11
      01:00 - 02:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

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