• 07.07.2011
      03:10 Uhr
      Folgeschäden Spielfilm Deutschland 2004 | arte
       

      "Folgeschäden" erzählt auf einer privaten, intimen Ebene eine politische Geschichte. "Es interessiert mich, die Auswirkungen von Politik und Zeitgeschehen auf ganz normale Menschen zu zeigen", erklärt Regisseur Samir Nasr.

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 07.07.11
      03:10 - 05:00 Uhr (110 Min.)
      110 Min.
      Stereo

      "Folgeschäden" erzählt auf einer privaten, intimen Ebene eine politische Geschichte. "Es interessiert mich, die Auswirkungen von Politik und Zeitgeschehen auf ganz normale Menschen zu zeigen", erklärt Regisseur Samir Nasr.

       

      Sie sind eine Multikulti-Modellfamilie: Der junge Wissenschaftler Tariq Slimani aus Algerien, seine deutsche Frau Maya, die als Art Directorin bei einer Illustrierten arbeitet, und ihr aufgeweckter Sohn Karim. Religiöse und kulturelle Differenzen meistern sie mit Humor und gutem Willen.

      Doch ihre Welt bekommt Risse, als die Polizei Maya über ihren Mann ausfragt. Ein Video zeigt Tariq als Gast bei der Hochzeit von Said Bahaji, einem der Koordinatoren des Anschlags auf das New Yorker World Trade Center. Dass Tariq nur zufällig auf der Hochzeitsfeier war, will man ihm nicht glauben.

      Er wird verdächtigt, ein "Schläfer" - ein Terrorist auf Abruf - zu sein. Maya weist den Verdacht weit von sich. Doch dann kommt Tariqs frommer iranischer Freund Resa zu Besuch und Maya erfährt, dass Tariq ihr Schwierigkeiten im Institut verschwiegen hat. Dort sind Ebola-Viren aus dem Labor verschwunden, worauf dem Algerier der Zugang zum Labor verboten wurde. Tariq, plötzlich das Objekt massiver Verdächtigungen geworden, versteht die Welt nicht mehr.

      Als Maya im Fernsehen von einem Terroranschlag in Paris erfährt und Tariq zur gleichen Zeit mehrere Anrufe aus Frankreich erhält, wird sie misstrauisch. Sie durchsucht seine Unterlagen und findet ein Flugticket nach Paris. Sie beginnt zu glauben, dass sie ihren Mann überhaupt nicht kennt.

      1968 geboren, studierte Samir Nasr nach seinem Schulbesuch in Libyen und Ägypten an der Filmakademie Baden-Württemberg und drehte dort seinen ersten Dokumentarfilm "Nachttanke" (1999), für den er 2000 den First-Steps-Preis erhielt. Es folgte der narrative Dokumentarfilm "Auf Streife durchs Leben", der als Doku-Serie unter dem Titel "Polizeistation" im regionalen Vorabendprogramm großen Erfolg hatte. 2003 entstand "Leben 16", eine Langzeitbeobachtung von Schülerinnen einer 11. Klasse in Stuttgart. "Folgeschäden" ist Samir Nasrs Debüt als Spielfilmregisseur.

      Derzeit arbeitet Samir Nasr an der Verfilmung des ägyptischen Romans "SHARAF" von Sonallah Ibrahim (mit dem zusammen er auch das Drehbuch schrieb): eine wahnwitzige Geschichte über den Zustand der ägyptischen Gesellschaft in den letzten Jahren der Ära Mubarak. Weitere Projekte sind die Verfilmung von Hamed Abdel-Samads Autobiografie "Mein Abschied vom Himmel" sowie ein Dokumentarfilm über die ägyptische Revolution und den demokratischen Wandel im Land. Samir Nasr ist derzeit Gastprofessor an der Universität der Künste Berlin im Fach "Szenisches Schreiben".

      Die 1976 geborene Silke Bodenbender, die als Maya in ihrer ersten Hauptrolle überzeugt, hat neben ihrer Ausbildung zur Schauspielerin in München schon früh Erfahrungen in Workshops und Kurzfilmen gesammelt. Sie spielte Theater an renommierten Häusern und in TV-Serien wie "Soko Köln", "Einmal Bulle, immer Bulle" oder "St. Angela". Sie übernahm die Rolle der Rosa in Daniel D. Wissmanns "Der Tote am Strand" (2006; auf ARTE am 08.07.2011) und drehte mit Dieter Wedel den Zweiteiler "Papa und Mama" (2006). In Filmen wie "Erlkönig" (2007), "Über den Tod hinaus" (2009) und "Der Teufel weiß es" (2011) brillierte sie ebenfalls mit ihrem Können.
      Mehdi Nebbou hat erstmals 2001 in "My Sweet Home" des griechischen Regisseurs Fillipos Tsitos mitgewirkt und spielte 2004 in dem Kurzfilm "Manson's Dream" von Florian Scheibe. Nach "Folgeschäden" wirkte er in weiteren Projekte mit, wie zum Beispiel in Heisenbergs "Schläfer" (2005), Steven Spielbergs "Munich" (2005), Connie Walters "Schattenwelt" (2008) und in Lars Kraumes "Die kommenden Tage" (2010).

      Jürgen Hentsch spielte vor allem auf der Bühne des Wiener Burgtheaters, der Münchner Kammerspiele, der Berliner Schaubühne und des Deutschen Theaters in Berlin. Es folgten Filmrollen in der preisgekrönten Produktion "Der Totmacher" (1995, Regie: Romuald Karmakar) und in dem Dreiteiler "Die Manns" (2001, Regie: Heinrich Breloer). Für seine Darstellung des Heinrich Mann wurde Hentsch mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Adolf-Grimme-Preis 2002 in Gold ausgezeichnet. Im Moment arbeitet Jürgen Hentsch an der Produktion des Filmes "Der rote Kardinal" mit.

      Drehbuchautor Florian Hanig erhielt für sein Skript zu "Folgeschäden" den renommierten Tankred-Dorst-Preis beim Münchner Filmfest 2004 sowie den ARD-Medienpreis CIVIS für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa.

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      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 07.07.11
      03:10 - 05:00 Uhr (110 Min.)
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