• 20.02.2011
      03:05 Uhr
      Der Fall Molex Chronik einer Schließung | arte
       

      2008 soll der französische Autozulieferbetrieb Cinch geschlossen werden. Und das trotz zuvor bekanntgegebener Erfolgszahlen. Die Belegschaft und ihre Gewerkschaftsvertreter wehren sich.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 20.02.11
      03:05 - 04:33 Uhr (88 Min.)
      88 Min.
      Stereo

      2008 soll der französische Autozulieferbetrieb Cinch geschlossen werden. Und das trotz zuvor bekanntgegebener Erfolgszahlen. Die Belegschaft und ihre Gewerkschaftsvertreter wehren sich.

       

      Stab und Besetzung

      Regie José Alcala

      Im April 2004 übernimmt der amerikanische Konzern Molex, weltweit zweitgrößter Autozulieferer für Elektronikkomponenten und Steckverbinder, das französische Unternehmen Cinch in Villemur-sur-Tarn nördlich von Toulouse. Die Übernahme beschert Molex über acht Prozent des europäischen Marktes seines Sektors sowie für Peugeot und Renault entwickelte Patente.

      Vier Jahre später, im Juli 2008, werden die 283 Angestellten des Werks in Villemur-sur-Tarn von der Konzernleitung für ausgezeichnete Ergebnisse gelobt und ihnen ein "Award" für besondere Leistungen zugesprochen.
      Doch schon knapp drei Monate später, am 23. Oktober 2008, kündigt die Geschäftsleitung dem Betriebsrat Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen an, obwohl die südfranzösische Niederlassung einen Nettogewinn von über 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Belegschaftsvertreter bitten um Erklärungen, die sie nie bekommen. Sie rufen einen Streik aus. Als die Mitarbeiter sich im Werkshof versammeln, werden sie von der Polizei umzingelt. Die Aktionäre waren bereits vor Monaten informiert worden. Jetzt wird auch der regionale Präfekt als Vertreter des Staates eingeschaltet.

      Die Molex-Belegschaft kehrt zwar an ihre Arbeitsplätze zurück, verlangt aber die Bekanntgabe der wahren Gründe für die Werksschließung. Sie erhebt Anklage gegen den Geschäftsleiter, weil dieser den Betriebsrat trotz gesetzlicher Verpflichtung nicht über die beabsichtigte Werksschließung unterrichtet hat.

      Ende 2008 fordert die weltweite Finanzkrise auch in Frankreich Opfer. Vor dem Hintergrund der schwachen Konjunktur und scharfer sozialer Spannungen beschließt die Molex-Belegschaft, vor ihrer Fabrik ein Lager zu errichten. Sie will verhindern, dass die Geschäftsleitung die Weihnachtsferien dazu nutzt, ihr die Produktionsmittel zu nehmen.

      Am 31. Dezember macht sich Filmemacher José Alcala auf den Weg nach Villemur-sur-Tarn. Er weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass er den Kampf der Molex-Arbeiter bis zum bitteren Ende am 15. September 2009 begleiten wird.

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