• 19.02.2011
      13:00 Uhr
      One Shot Not mit Alice Tumler und Manu Katché Seu Jorge / Sly Johnson / Fred Wesley / Midlake | arte
       

      "One Shot Not" ist wieder da! Jede Woche am späten Sonntagabend präsentieren Manu Katché und Alice Tumler eine ausgelassene Mischung aus Pop, Rock, Blues und Jazz mit Stars und Entdeckungen der Independentszene.

      Samstag, 19.02.11
      13:00 - 13:50 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      "One Shot Not" ist wieder da! Jede Woche am späten Sonntagabend präsentieren Manu Katché und Alice Tumler eine ausgelassene Mischung aus Pop, Rock, Blues und Jazz mit Stars und Entdeckungen der Independentszene.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Frederic Fiol
      • Seu Jorge

      Passend zum gigantischen Wachstum Brasiliens geht für Jorge Mário da Silva alles rasend schnell voran. Einige erinnern sich bestimmt noch an seine bewegende Rolle des Busfahrers Mané in dem Kultfilm "City of God". Das Leben in den Favelas und die Populärkultur kennt Seu Jorge aus eigener Erfahrung. Wie viele Brasilianer interessierte er sich schon früh für Musik, doch sie war für ihn kein Ventil, um der Armut zu entkommen. Vielmehr bot sie ihm die Möglichkeit, seine Mitmenschen und die Welt zu entdecken.
      Unersättlich reiht Jorge unterschiedlichste Erfahrungen aneinander, wobei er körperliche und musikalische Ausdrucksformen miteinander verbindet. Er experimentiert mit allem: traditionelle und moderne Samba vermischt mit Funk, radikalem und psychedelischem Hip-Hop.
      Mit Mario Caldato produziert er die Beastie Boys, tritt in Theaterstücken auf, wirkt in Filmen mit, spielt in mehreren Bands und covert Songs von Serge Gainsbourg und Elvis Presley für ein Album. Letzteres auf Anregung des Franzosen Jérôme Pigeon alias Gringo da Parada, Musiker und DJ im Club Favela Chic, einer brasilianischen Enklave im Herzen von Paris.
      Für den letzten Film, in dem er zu sehen war, schrieb Seu sogar den Soundtrack. Dafür nahm er Hits von David Bowie in brasilianischer Variante auf. Eigentlich war "Ziggy Stardust" dagegen, doch nachdem er die Coverversionen gehört hatte, wollte er Seu Jorge sogar kennenlernen.

      • Sly Johnson

      Fällt Slys Künstlername, mögen manche von Sylvester Stallones Muskelmassen träumen. "One Shot Not" bevorzugt dagegen die musikalische Power einer ungeschliffenen Legende, zu der E-Gitarren-Klänge mit Wah-Wah-Effekten und schillernde Anzüge gehören, und schätzt sich glücklich, einen der bedeutendsten Künstler der französischen Hip-Hop-Szene - der nämlich ist Silvere Johnson - als Gast begrüßen zu dürfen.
      Wenn einem der Name immer noch nichts sagt, dann vielleicht der von Sly The Mic Buddah, der allein die großartige Erfolgsgeschichte der Hip-Hop-Band Saïan Supa Crew zwischen 1997 und 2007 resümiert. Rapper, auch außerhalb der Problemviertel anerkannter Beatboxing-Meister (siehe seine Zusammenarbeit mit der einzigartigen Stimmkünstlerin Camille) und nun auch Sänger. Auf seinem Weg zurück zu den Wurzeln begegnete Sly Johnsons Féfé, einer weiteren Schlüsselfigur der Saïan Supa Crew, der im vergangenen Jahr bei "One Shot Not" begrüßt werden durfte.
      Vor der Arbeit an seinem ersten Soloalbum "74" - dies ist sein Geburtsjahr -, ließ Sly seiner Experimentierfreudigkeit freien Lauf. Seitdem steht er zu seiner Liebe zum Gesang und zur Soulmusik. So coverte er den monumentalen Popsong "Everybody's Got To Learn Sometimes" von The Korgis und "Fa-Fa-Fa-Fa" von Soulmeister Otis Redding. Und damit seine Songs, die er übrigens in englischer und - was seltener ist - französischer Sprache schreibt, auch den richtigen Groove bekommen, hat Sly für sein vielversprechendes Erstlingswerk die Soulsängerinnen Ayo und Rachel Claudio mit an Bord geholt.

      • Fred Wesley

      "The Funkiest Trombone Player Ever" zu Gast bei "One Shot Not": Fred Wesley ist eine Legende. Den Balanceakt zwischen den Kulturen, den Musikrichtungen und den Epochen meistert er mit Bravour. Jazz, Soul, Funk und nicht zu vergessen Hip-Hop. Dieser Musiker steht für ein halbes Jahrhundert afroamerikanischer Musikkultur.
      Wesley trug diese Musik nicht nur mit, sondern begründete sie zumeist, und das als Mitglied der namhaftesten Ensembles. An der Seite des Godfather of Soul, James Brown, sorgte seine Posaune Mitte der 60er Jahre mit einer ganz neuen Phrasierung, die Jazz-, Gospel- und Soulelemente miteinander verband, für einen unnachahmlichen Groove.
      Ende der 70er Jahre zollte er als Mitglied des Count Basie Orchestra dem Big-Band-Sound Tribut. Gleichzeitig setzte er sich im Funkuniversum ein Denkmal und spielte an der Seite von Macéo Parker und Pee Wee Ellis in George Clintons wegweisenden Bandprojekten "Parliament" und "Funkadelic".

      Marcus Miller, Bootsy Collins, Erykah Badu, Hocus Pocus - die Liste der Musiker, mit denen Wesley zusammengearbeitet hat, scheint endlos. Er ist eine echte Legende, deren Auftritt man ehrfurchtsvoll entgegensehen kann.

      • Midlake

      Die Musiker von Midlake verstehen es, ihre Zuhörer zu verblüffen. Und das in der amerikanischen Musikwelt, die klare Abgrenzungen verlangt: Indie oder Mainstream, Jazz oder Pop, das eine oder das andere, kein Stilmix aus beidem.
      Die Jazzstudenten aus Denton, Texas, die die Band Ende der 90er gründeten, wollten sich allerdings nie in eine Schublade steckenlassen. Ihr 2004 erschienenes Debütalbum wurde von der Kritik mit Grandaddy, den Meistern des Indie-Pop, verglichen. Danach drangen sie im Bereich des Softrocks in neue Gefilde vor und lieferten dieses Jahr ihr drittes Album ab, eine Art Revival des britischen Folkgenres. Auch wenn sich die Jungs von Midlake auf keine bestimmte Musikrichtung festlegen lassen wollen, beweisen sie durch die Auflistung ihrer Einflüsse - unter anderem Tarkowski, Kieslowski und Fassbinder - doch jede Menge Stil.
      Ihr außergewöhnlicher Geschmack steht in starkem Kontrast zu ihrem Rockstarimage, das ihnen in Europa vermutlich aufgrund der zahlreichen Festivalauftritte (Dour, Paléo, Inrockuptibles) anhaftet. "One Shot Not" lädt zu einer Begegnung mit diesen vielversprechenden jungen Musikern ein.

      Ein weiteres Jahr mit Livemusik, Begegnungen und Jamsession, mit angesagten Künstlern und Nachwuchsmusikern, von denen man bald hören wird. Mit Manu Katché an den Drums geht es um die Musik. Und mit Alice Tumler im Backstagebereich um interessante Interviews.

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      Samstag, 19.02.11
      13:00 - 13:50 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

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