• 19.02.2011
      06:00 Uhr
      ARTE Reportage Frankreich 2011 | arte
       
      • Ägypten: Die Revolte der Muslimbrüder
      • Moskau: Die Stimme der Freiheit

      Samstag, 19.02.11
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo
      • Ägypten: Die Revolte der Muslimbrüder
      • Moskau: Die Stimme der Freiheit

       
      • Ägypten: Die Revolte der Muslimbrüder

      Ganz diskret traten die Muslimbrüder in Kairo in den ersten Tagen allmählich und immer selbstbewusster aus dem Schatten der Revolte - sie werden mit darüber entscheiden, in welche Richtung eine neue Regierung das islamische Land führen wird: hin zu einem Staat nach dem liberalen Vorbild der Türkei oder radikal-islamistisch nach dem Modell des Iran.

      Offiziell sind die Muslimbrüder in Ägypten verboten. Für den noch amtierenden Präsidenten Mubarak waren sie immer das Sinnbild der islamistischen Bedrohung. Das Attentat gegen seinen Vorgänger Sadat, den islamistische Radikale töteten, lieferte ihm ein gutes Argument für das Verbot der Muslimbrüder.

      1928 wurde der Geheimbund in Ägypten gegründet: Ziel war es damals, nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und als Reaktion auf den britischen Kolonialismus, islamische Ideale zu verbreiten und soziale Netzwerke für Muslime aufzubauen. Das ist bis heute ihre Stärke.

      Trotz des Verbots sind die Muslimbrüder überall da, wo ihre Brüder Hilfe brauchen, vor allem in den Armen-Vierteln. Im Parlament sitzen 88 Abgeordnete, die Muslimbrüder sind, die aber nicht unter dem Namen ihrer verbotenen Partei zur Wahl antreten durften. Seit vergangenem Sonntag sind die Muslimbrüder offiziell mit im Spiel auf Einladung des neuen Vizepräsidenten Suleimann verhandeln sie mit über die Zukunft Ägyptens.

      Unsere Reporter Emmanuel Razavi und Pierre Creisson haben die Muslimbrüder in den Tagen der Revolte begleitet: Sie wurden Zeugen ihres strategischen Planspiels auf dem Weg zur Macht und einem künftigen Kalifat Ägypten mit der Scharia als Rechtsgrundlage.

      • Moskau: Die Stimme der Freiheit

      Für die "Reporter ohne Grenzen" steht Russland in Sachen Pressefreiheit ganz unten auf der Liste: An 140. Stelle von 178. Wenige freie Medien haben die Epoche des Raubtier-Kapitalismus überlebt Fossilien aus der Zeit der Perestroika unter Gorbatschow in den Neunzigen, der liberalsten Zeit der sowjet-russischen Geschichte.

      Echo Moskwy wurde damals unter Gorbatschow gegründet und bis heute ist Alexei Wenediktow dort Chefredakteur. Der Haupt-Aktionär, das staatliche Unternehmen Gazprom, lässt die Redaktion erstaunlicherweise ohne jede Einflussnahme berichten.

      Für die gebildeten Hörer in Moskau ist Echo Moskwy die Referenz für guten Journalismus und Pressefreiheit. Und man sagt, dass auch die staatlichen Organe diesen Sender hörten, um Dinge zu erfahren, die sie auf offiziellem Wege niemals bestätigt bekämen.

      Diese schöne kleine freie Welt aber endet 200 Kilometer von Moskau entfernt, denn dort endet die Reichweite des Senders. Das ist Teil der Strategie der Regierung Putin-Medwedew: Ein bisschen Freiheit in der Hauptstadt und totale Kontrolle über die Medien und damit über die Informationsfreiheit der Menschen in der Provinz.

      Das Internet aber gibt wie in vielen anderen Ländern manchen Anlass zur Hoffnung. Denn hier gründen sich immer mehr unabhängige Stimmen, eine davon ist TV Dojd, ein junger angesagter Internet-Sender, der seine journalistische Inspiration von Echo Moskwy entliehen hat.

      Der ARTE-Reporter Vladimir Vasak hat sich in den Redaktionen der freien Stimmen in Moskau umgesehen und auch in der Provinz, in den weiten russischen Tälern der Ahnungslosen.

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      Samstag, 19.02.11
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

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