• 22.02.2011
      05:10 Uhr
      Im Schatten der Blutrache Dokumentarfilm Deutschland 2007 | arte
       

      Der Dokumentarfilm begleitet vier Mitglieder einer kurdischen Familie in Deutschland. Anlass ist eine in der Familie vollzogene Blutrache. Mit der Trennung von ihrem gewalttätigen Mann löst eine Frau eine Familienfehde aus.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 22.02.11
      05:10 - 06:36 Uhr (86 Min.)
      86 Min.
      Stereo

      Der Dokumentarfilm begleitet vier Mitglieder einer kurdischen Familie in Deutschland. Anlass ist eine in der Familie vollzogene Blutrache. Mit der Trennung von ihrem gewalttätigen Mann löst eine Frau eine Familienfehde aus.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jana Matthes
      Andrea Schramm

      Am 26. August 2002 stirbt in Bielefeld auf offener Straße ein junger Kurde durch 22 Schüsse. Der Täter, Zalim M., wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Schlagzeilen ähneln denen anderer Ehrenmorde. Da sind zwei Familien, deren unversöhnlicher Hass aufeinander mit einer Bluttat endet. Der Mörder wird gefasst und landet im Gefängnis. Für die Öffentlichkeit ist der Fall damit abgeschlossen. Für die Mitglieder der verfeindeten Sippen fängt er gerade erst an.
      Alles begann mit Gülnaz, der Schwester des Täters Zalim M. Als Einzige von neun Geschwistern hat sie Erfolg als Unternehmerin und ernährt mit den Einnahmen ihrer Fahrschule die Familie. Weil ihr Mann sie immer wieder schlägt und demütigt, reicht Gülnaz nach 22 Jahren Ehe die Scheidung ein. Damit verletzt sie den Stolz ihres Mannes und seiner Familie, die nun auf Wiederherstellung der Ehre besteht und Rache schwört. Ihr Bruder Adil steht Gülnaz bei, und zieht damit den Zorn der Familie ihres Mannes auf sich. Aus Verwandten werden Todfeinde. Schließlich ermordet Gülnaz' Bruder Zalim M. einen Neffen ihres Mannes. Die Blutrache legt sich wie ein Fluch über die Familie.
      Ihre Freiheit hat Gülnaz gewonnen, doch ihre Familie bezahlt den Preis: Ein Neffe ihres Mannes ist tot, ihr Bruder Zalim hinter Gittern und ihr Bruder Adil kann aus Angst um sein Leben sein Haus nicht mehr verlassen. Nur ihre sechs Kinder geben Gülnaz Hoffnung, besonders Evelyn, die Älteste. Gegen den Widerstand des Vaters ist sie eine bekannte Sängerin geworden. Konzerte und Studioaufnahmen sind ihr Alltag. Als ein Mann um ihre Hand anhält, sagt Evelyn unter der Bedingung zu, dass sie auch als verheiratete Frau singen darf. Sie verlässt sich auf das Versprechen ihres Verlobten und heiratet - gegen die Warnungen ihrer Mutter Gülnaz.

      Die Ereignisse der Vergangenheit und der Gegenwart fügen sich wie Mosaiksteine zu einem komplexen und intimen Porträt einer Einwandererfamilie in Deutschland zusammen. Während die einen wie Deutsche leben wollen, halten die anderen an jahrhundertealten Ritualen fest. Doch im archaischen Gefüge der Großfamilie entscheidet niemand für sich allein. Wie Dominosteine stürzen alle Personen, nachdem der erste sich bewegt. Und der Mut, seinen eigenen Weg zu gehen, kann tödlich sein.

      Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der Familie des Täters. Zwei Jahre lang begleiten Jana Matthes und Andrea Schramm Zalim M., seinen Bruder Adil, seine Schwester Gülnaz und deren Tochter Evelyn - vier Menschen, von denen jeder auf seine Weise in den Fall verstrickt ist. Vier Schicksale, in denen sich die Tragik der Blutrache spiegelt.
      Für das Drehbuch erhielten Jana Matthes und Andrea Schramm ein Gerd-Ruge-Filmstipendium.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 22.02.11
      05:10 - 06:36 Uhr (86 Min.)
      86 Min.
      Stereo

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