• 16.11.2010
      07:00 Uhr
      Tracks Frankreich 2010 | arte
       

      Diesmal: ein Geniestreich von Sänger Owen Pallett, Tanzen in der Amplified Reality, ein Codein-Frühstück mit Lil Wayne und frisch geschürtes Feuer von Vulcain, Sex und Tod mit Aryan Kaganof und ein Live-Set von Janelle Monae.

      Dienstag, 16.11.10
      07:00 - 08:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Diesmal: ein Geniestreich von Sänger Owen Pallett, Tanzen in der Amplified Reality, ein Codein-Frühstück mit Lil Wayne und frisch geschürtes Feuer von Vulcain, Sex und Tod mit Aryan Kaganof und ein Live-Set von Janelle Monae.

       
      • Owen Pallett: der Peter Pan an der Geige

      Der Spitzname "Final Fantasy" ist Vergangenheit! Mit 31 Jahren zieht Geiger Owen Pallett sein eigenes Ding durch. Der schwule Kanadier hat sich mit seiner Engelsstimme und einer Mischung aus lyrischer Violine und Elektrosound zu einem der führenden Erneuerer der Popmusik gemausert. Arcade Fire, Grizzly Bear und sogar Hollywood machen ihm mittlerweile Avancen. Für die Musik des Trailers zu "The Box" von Richard Kelly wurde er 2006 mit dem Polaris Award für das beste kanadische Album ausgezeichnet.

      • Augmented Reality: Total Immersion

      Die erweiterte Realität verändert die Wahrnehmung der Umwelt durch Hinzufügung virtueller Elemente. Zahlreiche Künstler bedienen sich mittlerweile dieser Technologie, die schon längst im Kino, aber auch in Videogames und in der Werbung Verwendung findet. Als Erster nutzte der Neuseeländer Julian Oliver das Verfahren, um mit Hilfe einer digitalen Brille mit integrierter Spezialsoftware Werbetafeln durch Kunstwerke zu ersetzen. Mittlerweile ist das nichts Außergewöhnliches mehr, und beim letzten "Festival des Bains Numériques" konnte man im Wettbewerb eine Videoprojektion der Kompanie "Shonen" bestaunen, die das Publikum in die von Mangas und Hollywoodkino durchdrungene Vorstellungswelt eines Tänzers entführte. Der Informatiker und Jongleur Adrien Mondot hingegen ergründet mit Hilfe der selbst entwickelten Software eMotion das Zusammenspiel von virtuellen Bildern und bewegten Körpern, während Künstler Emmanuel Maâ Berriet die Besucher des Festivals "Scopitone" in Nantes mit "Floatings Points 3.0" verstörte, einer Installation "lebendiger" Mikropartikel, die auf die Schritte der Zuschauer reagierten.

      • Adam Bhala Lough: "The Carter"

      Dwayne Michael Carter Jr., alias Lil Wayne, sitzt seit März wegen illegalen Waffenbesitzes im Gefängnis von Rikers Island. Mit 28 Jahren zählt er zu den größten Stars der US-amerikanischen Musikszene. Der Grammy-Preisträger blickt auf eine mehr als 15-jährige Karriere zurück, hat einige Milliönchen auf dem Konto und berauscht sich jeden Tag mit einer ordentlichen Portion "Syrup", hochdosiertem Kodein-Hustensirup, den er direkt aus der Flasche nuckelt. Nachdem er den Markt mit Mixtapes überschwemmt hatte, die er im Hotelzimmer am Fließband produzierte, verkaufte sich 2008 sein sechstes Album "Tha Carter III" schon in der ersten Woche nach der Veröffentlichung mehr als eine Million Mal. Im gleichen Jahr gab der Sohn von Jazzlegende Quincy Jones bei dem Dokumentarfilmer Adam Bhala Lough, der schon zahlreiche Videoclips und eine Dokumentation über den jamaikanischen Produzenten Lee Perry gedreht hatte, einen Film über das Phänomen Lil Wayne in Auftrag. Sechs Monate lang erhielt der aus Virginia stammende Regisseur Einblick in das Privatleben des Rappers. Doch nachdem der Film fertig geschnitten war, untersagte das Management des Stars die Vermarktung. Gegen den Hype um Lil Wayne konnten aber auch die Anwälte nichts ausrichten, und mittlerweile kursiert der Dokumentarfilm im Internet.

      • Vulcain: glühend heißer Metal

      30 Jahre nach ihrer Gründung und einer zehnjährigen Kreativpause ist die erste international erfolgreiche französische Hardrock-Band Vulcain endlich wieder auf der Bühne zu sehen - auf dem Hellfest Metal-Festival in Clisson. Die "französischen Motörhead" unterzeichneten 1981 bei einem englischen Plattenlabel und traten zweimal im Londoner Club Marquee auf, der seit den 1960er Jahren als eines der wichtigsten Karrieresprungbretter der Rockszene galt. Vulcain, die sich nach dem römischen Gott der Schmiedekunst und der Vulkane benannt haben, ließen ihre Gitarren mehr als zehn Jahre feinsten Metal-Sound spucken und setzten damit eine ganze Generation in Brand. Dank der Puzio-Brüder, den beiden Gründungsmitgliedern der Gruppe, ist das Feuer bis heute nicht erloschen.

      • Bad Boy Aryan Kaganof

      Ian Kerkhof, geboren 1964 in Johannesburg als Aryan Kaganof, ist das Enfant Terrible des südafrikanischen Underground-Kinos. Der Dichter, Romanschriftsteller, Multimediakünstler und Performer, der Schöpfer des Anti-Kinos, der für den ersten mit MiniDV und Handy gedrehten abendfüllenden Spielfilm berühmt wurde, ist mit seinen Provokationen längst nicht am Ende. Pornografie, Vergewaltigung, Exkremente und Exzesse jeglicher Art sind immer wieder Thema seiner Filme. Mit 19 Jahren verließ er Südafrika und ging in die Niederlande, das Land seiner Vorfahren, um dem Wehrdienst zu entkommen. Dort besuchte er bis 1994 die Netherlands Film and Television Academy, um vier Jahre später nach Südafrika zurückzukehren, wo er wieder den Namen seines Vaters annahm: Kaganof. Seinen Stil hat der Skandalregisseur jedoch beibehalten.

      • Janelle Monae: Soul Invasion

      Janelle Monae ist Schützling von Puff Daddy und Rising Star am amerikanischen Soulhimmel. Das Energiebündel mit der Haartolle wächst in einem Arbeiterviertel von Kansas City auf. Mit 18 geht sie von zu Hause fort, um sich einen Kindheitstraum zu erfüllen: die Broadway Music Hall, wo sie Singen und Steppen lernt. Von dieser klassischen Ausbildung löst sie sich jedoch rasch und wird Background-Sängerin bei Outkast. Dreikäsehoch Janelle zeigt den R&B-Sexbomben der 90er, wo der Hammer hängt, und gibt der afroamerikanischen Musik wieder einen Hauch von James Brown zurück. Mit 25 Jahren hat sie nun ihr zweites Album, "The ArchAndroid", fertiggestellt. Darin erfindet sie einen Androiden, der auf die Welt gekommen ist, um die Menschen mit seiner Musik zu retten.

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      Dienstag, 16.11.10
      07:00 - 08:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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