• 16.11.2010
      02:05 Uhr
      Steve Reich, Phase to Face Dokumentation Frankreich 2009 | arte
       

      Das Porträt zeichnet die Karriere des amerikanischen Komponisten nach, dessen Stil aus vielen unterschiedlichen Musikrichtungen schöpft - aus der Klassik genauso wie etwa aus afrikanischer Musik oder dem Jazz.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 16.11.10
      02:05 - 03:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo

      Das Porträt zeichnet die Karriere des amerikanischen Komponisten nach, dessen Stil aus vielen unterschiedlichen Musikrichtungen schöpft - aus der Klassik genauso wie etwa aus afrikanischer Musik oder dem Jazz.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Eric Darmon
      Frank Mallet

      Steve Reich, geboren am 3. Oktober 1936 in New York, entwickelt sehr früh seinen eigenen Stil. Nach einem Studium der Philosophie und Musik nimmt er von 1958 bis 1961 Unterricht an der Juillard School of Music sowie von 1961 bis 1963 am Mills College in Kalifornien. Als Schüler von Darius Milhaud und Luciano Berio kommt er mit der Barockmusik, dem Werk von Béla Bartók, Anton Webern und Igor Strawinsky ebenso in Berührung wie mit der Jazzmusik. Sein Interesse an afrikanischem Trommeln vertieft er mit einem Studium in Ghana.
      Reich wird so zu einem Hauptvertreter der Westcoast-Avantgarde und ihrer Minimal Music. Zwar wird Terry Riley mit seinem Stück "In C" allgemein als deren Begründer angegeben, doch Reich arbeitete bereits während seiner Studienjahre in Kalifornien an jener Komposition mit. Danach verfolgt er diesen Ansatz entschieden weiter.
      1958 tritt er in seine wichtigste Schaffensphase ein und erfindet das Prinzip der Phasenverschiebung: Zwei nebeneinander mit gleicher mechanischer Geschwindigkeit laufende Tonbandmaschinen, die beide den Satz "It's Gonna Rain" eines Predigers repetierten, offenbarten nach einer gewissen Zeit minimale, stets wachsende Differenzen; die Worte verschoben sich langsam gegeneinander. Dieses Verfahren überträgt Reich auf Instrumente, es wird zum Kern seiner weiteren Arbeit.
      Dem Schmelztiegel Amerika erweist Reich die Ehre, wenn er mit seinen fantasievollen Genre- und Stilmischungen große Vorbilder würdigt, die Musik-Ikonen Charles Ives, George Gershwin, Leonard Bernstein, Ella Fitzgerald, Alfred Deller, aber auch Johann Sebastian Bach, Strawinsky und natürlich die Jazzgenies Miles Davis, Kenny Clarke und John Coltrane.
      Steve Reichs Arbeiten zeichnen sich durch einen faszinierend freien Kompositionsstil aus, der darin gründen mag, dass amerikanische Musik generell weniger von formalen Zwängen bestimmt ist, als die europäische.
      Die Dokumentation schildert den Werdegang des Schöpfers der "Repetitiven Musik", der neben Terry Riley und Philip Glass der talentierteste Vertreter dieser Stilrichtung ist. Die seit 40 Jahren bestehende Formation "Steve Reich and Musicians" hat alle gegebenen Techniken - von der analogen Montage auf Band bis zum Sampler und zum Video - genutzt, ohne dass Reich dem Erfolg jemals seine künstlerische Unabhängigkeit opferte.
      Reich kommentiert seine markantesten Schöpfungen von der Gründung seiner Formation an, bei der er noch selbst als Interpret auftrat, über sein Mitwirken an der amerikanischen Avantgarde mit ihren hervorragenden Choreographen, Bildhauern, Malern und Filmemachern bis zu seinem ersten Musiktheaterwerk, dem auch als "Documentary Music Video Theatre" bezeichneten Stück "The Cave". Außerdem nimmt Reich zu seinen religiös geprägten Kompositionen Stellung. Zahlreiche Werkausschnitte sind zu sehen und zu hören; die Drehorte sind unter anderem Le Havre, Tokio, Rom, Manchester und Reichs Heimatstadt New York.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 16.11.10
      02:05 - 03:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo

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