• 15.11.2010
      16:00 Uhr
      Mit dem Rentiertreck über den Ural Dokumentarfilm Deutschland 2007 | arte
       

      Andreas Voigt hat eine der letzten nicht-sesshaften Komi-Gruppen besucht. Er erzählt ein spannendes und unbekanntes Kapitel russischen Lebens und gewährt Einblick in einen traditionsreichen Alltag, von dem man staunt, dass es ihn so noch gibt.

      Montag, 15.11.10
      16:00 - 16:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Andreas Voigt hat eine der letzten nicht-sesshaften Komi-Gruppen besucht. Er erzählt ein spannendes und unbekanntes Kapitel russischen Lebens und gewährt Einblick in einen traditionsreichen Alltag, von dem man staunt, dass es ihn so noch gibt.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Andreas Voigt

      Ganz im Norden des Ural, dicht am Polarkreis, leben die Komi-Nomaden. Sie gehören zu einer der zahlreichen ethnischen Minderheiten Sibiriens und betreiben seit jeher Rentierzucht. Zweimal im Jahr gehen sie auf Wanderschaft. Im Herbst ziehen sie über den Ural in die Taiga. Dort finden ihre Tiere selbst bei harten Minusgraden noch Futter. Und im Frühjahr ziehen sie über die Berge wieder zurück in die Tundra. Während der Stalin-Diktatur versuchte man, die Komi-Wanderhirten sesshaft zu machen. Sie wurden zu Staatsangestellten und bezogen Gehalt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nahmen einige von ihnen jedoch ein Leben als traditionelle Nomaden wieder auf.
      Die Dokumentation begleitet die Familien der Rentierzüchter Alexej und Wassili bei ihrem Aufbruch im September, als in der Tundra über Nacht der Winter einbricht und der Treck ins Winterlager organisiert werden muss. Zur gleichen Zeit schicken die Behörden Hubschrauber und Kettenfahrzeuge, um die schulpflichtigen Kinder der Nicht-Sesshaften einzusammeln, denn Nomaden-Kinder müssen in Russland von September bis Mai ins Internat. Der Rest der Familie baut in wenigen Tagen die Zelte ab und verstaut das gesamte Hab und Gut auf Holzschlitten. Alles, was sie brauchen, muss mitgeführt werden, denn unterwegs gibt es keine Möglichkeit, irgendetwas einzukaufen. Jedes einzelne der 400 benötigten Zugtiere wird mit dem Lasso eingefangen. Und bei jedem Einzelnen findet - ähnlich wie beim Rodeo - eine Kraftprobe zwischen Mensch und Tier statt.
      In eindrucksvollen Bildern zeigt die Dokumentation die Beschwerlichkeit dieses archaischen Lebens, die Entbehrungen der harten Wanderschaft, aber auch die Bescheidenheit und die Selbstverständlichkeit, mit der die Nomaden ihr Schicksal ertragen.

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      Montag, 15.11.10
      16:00 - 16:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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