• 15.11.2010
      13:15 Uhr
      Eine Affäre mit Johannes Mario Simmel Dokumentation Deutschland 2005 | arte
       

      Simmel war Millionär, Auflagenmillionär, 75 Millionen verkaufte Bücher weltweit. Titel wie "Es muss nicht immer Kaviar sein" oder "Hurra, wir leben noch" wurden zu geflügelten Worten.

      Montag, 15.11.10
      13:15 - 14:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Simmel war Millionär, Auflagenmillionär, 75 Millionen verkaufte Bücher weltweit. Titel wie "Es muss nicht immer Kaviar sein" oder "Hurra, wir leben noch" wurden zu geflügelten Worten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Julia Benkert

      In seinen Romanen gelingt es dem aus Österreich stammenden Bestsellerautor, Unterhaltung mit sorgfältig recherchierten gesellschaftspolitischen Themen zu verbinden. Der jungen Filmautorin Julia Benkert versuchte 2005 für ihren Film, den öffentlichkeitsscheuen Schriftsteller vor die Kamera zu holen. In dem Porträt äußern sich Simmels engste Freunde wie Iris Berben und Elke Heidenreich über den Charmeur, der ein unverbesserlicher Romantiker geblieben ist.

      "Es muss nicht immer Kaviar sein" - die Abenteuer des Hobbykochs und Frauenverführers Thomas Lieven, Ende der 50er Jahre zunächst als Fortsetzungsroman in der Illustrierten "Quick" erschienen - verfolgte ein Millionenpublikum.
      Simmels Romane prägten in Deutschland Generationen; die Cover mit ihren großen, bunten Schreibschriftlettern füllen noch heute die Wohnzimmerregale. Seine weltumspannenden Agentengeschichten, gepaart mit Liebe und Erotik, machten die Leser süchtig. Unnachahmlich verstand es Simmel, Unbequemes - Skandale in Wirtschaft und Politik - populär zu verpacken. Während der andere große deutsche Bestsellerautor, Heinz G. Konsalik, politisch eher rechts steht, stand Simmel links, unbeirrbar: Simmel wollte die Welt verbessern. Er war schon viel in dieser Welt: Journalist, Starreporter, Drehbuchautor, Sozialdemokrat, Säufer, Herzensbrecher. Vor allem war er jedoch, wie ihm die deutschen Literaturkritiker inzwischen bescheinigten, mehr als nur ein Trivialautor.

      Johannes Mario Simmel wird am 7. April 1924 in Wien als Sohn eines jüdischen Chemikers und einer österreichischen Lektorin geboren. Nach 1945 arbeitet er eine Zeit lang für die amerikanische Militärregierung in Österreich als Dolmetscher, schreibt nebenbei bereits seine ersten Erzählungen, und ab 1948 ist er Journalist für die Zeitung "Welt am Abend". 1950 siedelt er nach München über und schreibt Reportagen und Serien, vorwiegend für die Quick. Daneben entstehen in den 50er und frühen 60er Jahren auch zahlreiche Drehbücher, unter anderen für Kurt Hoffmann, Eduard von Borsody, Willi Forst und Robert Siodmak, für Filme wie "Es geschehen noch Wunder" (1951) mit Hildegard Knef, "Tagebuch einer Verliebten" (1953) mit Maria Schell, "Hotel Adlon" (1955) oder "Robinson soll nicht sterben" (1957) mit Romy Schneider und Horst Buchholz. Bereits 1947 erscheint sein erster Novellenband "Begegnung im Nebel", 1949 sein erster Roman "Mich wundert, dass ich so fröhlich bin", mit dem ihm der Durchbruch gelingt. Weltberühmt wird er 1960 mit seinem Roman "Es muss nicht immer Kaviar sein", der Geschichte um den Agenten wider Willen Thomas Lieven, der für vier Geheimdienste arbeitet und sich mit 16 falschen Pässen aus neun Ländern durchs Leben schlägt. "Es muss nicht immer Kaviar sein" wird 1961 mit O. W. Fischer verfilmt. Im selben Jahr wird sein erfolgreiches Bühnenstück "Der Schulfreund" vom Nationaltheater Mannheim ausgezeichnet. Seit 1963 arbeitete Simmel als freier Schriftsteller und lebte in München oder Frankreich, seit 1983 in der Schweiz. Simmel war Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst (1992) und wurde 1991 von den Vereinten Nationen mit dem Award of Excellence der Society of Writers ausgezeichnet. 1993 wurde ihm für seine besonderen Verdienste um verfolgte Autoren die Hermann-Kesten-Medaille des Deutschen PEN-Zentrums verliehen sowie 2005 das Bundesverdienstkreuz. Im Januar 2009 verstarb Johannes Mario Simmel in Luzern.

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      Montag, 15.11.10
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