• 14.11.2010
      22:15 Uhr
      Die Liebenden von Pont-Neuf Spielfilm F 1991 (Les amants du Pont-Neuf) - Thema: Pariser Impressionen | arte
       

      Der Obdachlose Alex lebt auf der ältesten Brücke von Paris, der Pont-Neuf, und hält sich als Feuerschlucker über Wasser. Dort trifft er eines Tages auf Michèle, die wegen einer Augenerkrankung nicht mehr malen kann und sich völlig aufgibt...

      Sonntag, 14.11.10
      22:15 - 00:20 Uhr (125 Min.)
      125 Min.

      Der Obdachlose Alex lebt auf der ältesten Brücke von Paris, der Pont-Neuf, und hält sich als Feuerschlucker über Wasser. Dort trifft er eines Tages auf Michèle, die wegen einer Augenerkrankung nicht mehr malen kann und sich völlig aufgibt...

       

      Michèle und Alex leben auf den Straßen von Paris. Während Alex kein anderes Leben kennt, hat sich die Malerin Michèle eher aus Verzweiflung auf diese Lebensform eingelassen, da sie aufgrund einer scheinbar unheilbaren Augenerkrankung zu erblinden droht. Die Pont-Neuf, wegen bevorstehender Renovierungsarbeiten gesperrt, ist für die beiden Außenseiter ein Fluchtpunkt aus der lieblosen Realität. Hier, abseits der Gesellschaft, können sie ihre Identität ausleben: Während Michèle wie besessen malt, betätigt sich Alex als Feuerschlucker.

      Ganz unmerklich entwickelt sich eine tiefe und leidenschaftliche Beziehung zwischen den beiden, die nur hin und wieder von Hans, dem angeblichen Herrscher der Pont-Neuf, gestört wird. Doch eines Tages gerät ihre Liebe in Gefahr. Alex entdeckt in den Metroschächten Plakate von Michèle, auf denen sie um Hilfe zur Heilung ihrer Krankheit bittet. Panisch vor Angst, seine Geliebte dadurch zu verlieren, versucht er diese Suchaktion mit allen Mitteln zu verhindern.

      Drei Jahre lang dauerten die Dreharbeiten an diesem Film - mit langen Unterbrechungen. Carax' Lieblingsdarsteller und "Alter Ego" Denis Lavant brach sich einen Daumen, so dass die Drehgenehmigung für den Pont-Neuf verfiel. Die Brücke musste bei Montpellier nachgebaut werden, wurde jedoch bei einem Sturm zerstört und musste ein weiteres Mal aufgebaut werden. Zwei Produzenten warfen das Handtuch. Beendet werden konnten die Dreharbeiten letztlich dank des damaligen französischen Kulturministers Jack Lang und des neuen Produzenten Christian Fechner.
      Seit ihrem Oscar für ihre Rolle in "Der englische Patient" ist Juliette Binoche ein Star. Ihre Wurzeln liegen im Theater. Eine ihrer ersten Rollen nach der Schauspielschule war die Nina in Tschechows "Möwe" am Théatre National de l'Odéon in Paris. Unter der Regie von Pascal Kané, Jacques Doillon, Jean-Luc Godard, Louis Malle und Krzystof Kieslowski setzte sie sich als eine der bedeutendsten europäischen Schauspielerinnen durch.
      Léos Carax, geboren 1960 in Suresnes bei Paris, ist Filmenthusiast seit frühester Jugend. Bereits mit 18 Jahren drehte er seinen ersten Kurzfilm "La Fillervee" und arbeitet 1980 kurzzeitig bei den renommierten "Cahiers du Cinema". 1983 gibt er sein Spielfilmdebüt mit "Boy Meets Girl". Daneben arbeitet er als Schauspieler und spielt in Filmen von Poicard, Godard und Garrel. Mit "Die Nacht ist jung" setzt er sich 1986 endgültig als Regisseur durch.
      Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises erhielt der Film gleich dreimal einen "Felix": für Juliette Binoche als beste Darstellerin, für Jean-Yves Escoffier für die beste Kamera und für Nelly Quettier für den besten Schnitt.
      Das Lexikon des Internationalen Films schreibt: "In ausufernden Bildeinfällen und -kompositionen entwickelt der Film ein 'ernstes Spiel' um Liebe, Leidenschaft, körperliche und seelische Zerstörungen; ein faszinierender Bilderbogen voller Impulsivität, pendelnd zwischen naturalistischer Beschreibung und märchenhafter Übersteigerung." Und der Kölner Stadtanzeiger ergänzt: "Mit nichts ist dieser Film im Kino dieser Jahre zu vergleichen, nimmt man allein die Selbstverständlichkeit, mit der er vom schockierenden Realismus hinüberwechselt zur Elegie, zur Romanze, zum Melodram und zum hyperrealistischen Märchen und uns dabei wieder das Staunen lehrt."

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      22:15 - 00:20 Uhr (125 Min.)
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