• 07.09.2010
      03:00 Uhr
      Die Axt Spielfilm Frankreich / Spanien / Belgien 2005 (Le couperet) | arte
       

      Ein Angestellter im mittleren Management einer Papiermühle verliert seinen Job und muss tatenlos zusehen, wie sein Leben und seine Familie zerfallen. In seiner Ohnmacht beginnt er, potenzielle Konkurrenten um einen Job aus dem Weg räumen...

      Nacht von Montag auf Dienstag, 07.09.10
      03:00 - 05:00 Uhr (120 Min.)
      120 Min.
      Stereo HD-TV

      Ein Angestellter im mittleren Management einer Papiermühle verliert seinen Job und muss tatenlos zusehen, wie sein Leben und seine Familie zerfallen. In seiner Ohnmacht beginnt er, potenzielle Konkurrenten um einen Job aus dem Weg räumen...

       

      Gerade noch ist Bruno Davert für seine Verdienste um die Firma ein digitales Diktiergerät überreicht worden, dem er seine genialen Ideen anvertrauten könne, da steht der Manager schon auf der Straße, weil Teile der Papierproduktion nach Osteuropa verlagert werden. Im Vertrauen auf seine Fähigkeiten stellt er sich der Arbeitslosigkeit, muss aber erkennen, dass niemand ihn zu brauchen scheint. Der Haussegen hängt schief und die Abzahlung des Hauses selbst gerät in Gefahr; auch die Tatsache, dass Ehefrau Marlène die Familie mit zwei Jobs über Wasser hält, stärkt nicht das Selbstwertgefühl des erfolgverwöhnten leitenden Angestellten.
      Nach drei Jahren in der Arbeitslosigkeit ersinnt Bruno einen ebenso teuflischen wie genialen Plan: Er gibt eine fingierte Stellenausschreibung auf, die genau seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entspricht und hofft auf Bewerber, die diese Kriterien erfüllen und folglich seine schärfsten Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt sein müssen. Aus zahlreichen Zuschriften filtert er jene fünf Bewerber heraus, die er als kompetenter als er selbst erachtet und die für ihn die größte Gefahr darstellen.
      Ihnen und Monsieur Hutchinson, der Brunos Traumstelle innehat, geht es einem nach dem anderen an den Kragen - mit Hilfe der Armeepistole von Brunos Vater. Am Anfang stellt sich Bruno nicht gerade geschickt an, doch bereits beim ersten Mord flackert mehr als nur klammheimliche Freude auf ...

      Der Film "Die Axt" birgt hinter seiner Komik einen erschreckenden Realismus, Ergebnis einer zynischen Analyse einer Gesellschaft, die zum Fürchten ist. Ein Thriller über den Durchschnittsbürger, der plötzlich Amok läuft, und das aus absolut verständlichen Gründen.
      Unter der Regie des in Griechenland geborenen Regisseurs Constantin Costa-Gavras entstanden mehrere Klassiker des politisch engagierten Films, darunter "Z" (Oscar für den besten "ausländischen" Film 1969), der die Hintergründe der Errichtung der griechischen Militärdiktatur unter dem Obristenregime in den 60er Jahren thematisiert; "Der unsichtbare Aufstand", der den Widerstand der Tupamaros gegen die von den USA unterstützte Militärdiktatur in Uruguay zum Thema hat, oder "Missing", der vor dem Hintergrund des Militärputsches 1973 in Chile ebenfalls das US-amerikanische Engagement zugunsten eines postfaschistischen Regimes kritisch aufgreift. Der Film "Amen" brachte Costa-Gavras 2003 gemeinsam mit Jean-Claude Grumberg den César für das Drehbuch ein. Die zweite César-Nominierung 2006 erhielt der Filmemacher für die Gesellschaftssatire "Die Axt", dessen Hauptdarsteller José Garcia für einen César in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" nominiert wurde.
      "Rabenschwarzer Thriller, der die Abgründe aufzeigt, die sich auftun, wenn Menschen um ihre Würde und das Recht auf Arbeit kämpfen. Dabei rücken die politischen Statements nicht so ausgeprägt in den Vordergrund wie bei anderen Filmen von Costa-Gavras, dennoch lässt der Regisseur auf mutige und pointierte Weise erahnen, wozu frustrierte Menschen im Globalisierungszeitalter fähig sind." (Lexikon des Internationalen Films)

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