• 22.07.2010
      04:30 Uhr
      Künstler hautnah Adel Abidin - Videokünstler | arte
       

      Adel Abidin wird während der Entstehungsphasen verschiedener Projekte und Installationen begleitet; es berichten die Kuratorin Catherine David, der Ausstellungskurator Hervé Mikaeloff sowie Fabrice Bousteau.

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 22.07.10
      04:30 - 04:56 Uhr (26 Min.)
      26 Min.
      Stereo

      Adel Abidin wird während der Entstehungsphasen verschiedener Projekte und Installationen begleitet; es berichten die Kuratorin Catherine David, der Ausstellungskurator Hervé Mikaeloff sowie Fabrice Bousteau.

       

      Adel Abidin war schon Künstler, als er Bagdad im Jahr 2000 verließ. Er siedelte nach Helsinki über, um dort sein kreatives Oeuvre als Video- und Installationskünstler weiter zu entwickeln und sein Studium an der Kunstakademie fortzusetzen. Gerade die Auseinandersetzung mit dem Exil, dem eigenen Fremdsein und der Darstellungswelt des vormals Vertrauten löste bei ihm einen kreativen Schaffensprozess aus.
      Abidin reagiert in seinen Werken auf die oberflächliche und zumeist voyeuristische Art, in der die westlichen Medien den Irak und die Iraker darstellen. 2007 vertrat er Finnland auf der Biennale von Venedig. Die dort ausgestellte Installation "Abidin Travels" (2006), eine fiktive Reiseagentur mit Bagdad als einzigem Reiseziel, war die bisher radikalste Arbeit des Künstlers. Er weigert sich, westlichen Erwartungen und Stereotypen zu entsprechen, und zeigt die Unmöglichkeit, das Ausmaß des Schreckens in Bagdad nach der amerikanischen Invasion darzustellen.
      Er widerspricht den Medienberichten über das Grauen, indem er dieses als ausdruckslos verbannt und ihm in seinen Werken radikale, subversive, sarkastische und ironische Formen gibt. Die Bilder und die Agonie der Menschen seiner Installationen zeigen die radikale Grenze dessen, was nicht kommuniziert werden kann.
      Als Künstler in Residence am Musée d'Art Moderne du Val-de-Marne arbeitete er 2008 an einem Projekt in Bezug zu den örtlichen Gegebenheiten. Dort wurden auch zwei seiner vorher geschaffenen Videoinstallationen ausgestellt: Die eine, "Vacuum", zeigt im Hintergrund einen Videofilm, in dem der Künstler Packeis mit einem Staubsauger bearbeitet. Auf dem Boden bersten zwei plastiküberzogene Glasplatten unter den Schritten der Besucher und erinnern an das knirschende Geräusch der Schritte im Schnee. Mit seiner anderen Videoinstallation, "Alyaa", schuf Abidin eine Hommage an eine Studentin der Kunstakademie von Bagdad, die das Studium abbrechen musste, da sie von ihrer Familie zu Hause eingesperrt und zwangsverheiratet wurde. Im Videofilm ist eine Frau zu sehen, die an eine Glasscheibe klopft - wie eine Gefangene hinter einem Einwegspiegel.

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      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 22.07.10
      04:30 - 04:56 Uhr (26 Min.)
      26 Min.
      Stereo

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