• 22.07.2010
      01:15 Uhr
      O Fantasma Spielfilm Portugal 2000 | arte
       

      Sergio arbeitet bei der Müllabfuhr. Aber unter dem Deckmantel dieses gewöhnlichen Arbeiterjobs lebt er in der Einsamkeit einer völlig abgekapselten Welt. Dort pflegt er seine sexuelle Besessenheit von brutalem, unersättlichem Verlangen ...

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 22.07.10
      01:15 - 02:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Sergio arbeitet bei der Müllabfuhr. Aber unter dem Deckmantel dieses gewöhnlichen Arbeiterjobs lebt er in der Einsamkeit einer völlig abgekapselten Welt. Dort pflegt er seine sexuelle Besessenheit von brutalem, unersättlichem Verlangen ...

       

      Sergio ist ein junger Mann, der im Norden von Lissabon bei der Müllabfuhr arbeitet. Doch hinter der Fassade seines gewöhnlichen Lebens versteckt sich eine ganz andere Welt, die nur Sergio kennt und die nach seinen Vorstellungen funktioniert.
      Hier dreht sich alles um Lust, um Sex, um anonyme körperliche Begegnungen mit Männern, auf die Sergio sich einlässt - gierig, brutal und gleichgültig zugleich. Bis ihm eines Nachts das Phantom seiner geheimsten Träume leibhaftig gegenübersteht ...

      In "O Fantasma" konfrontiert Regisseur João Pedro Rodrigues die Brutalität sexuellen Verlangens mit der Ohnmacht, von seinem Gegenüber abgewiesen zu werden. Inspirationsgrundlage seines Filmprojekts waren ihm die Beobachtungen von Arbeitern, die auf einer Mülldeponie Lissabons beschäftigt waren. Rodrigues erlebte mit, wie Frauen und Männer jeden Alters im Schutz der Dunkelheit auftauchten, um den Müll anderer einzusammeln. Diese Szenerie wurde zum Ausgangspunkt seines Films, der von sexuellen und von gesellschaftlichen Hierarchien, von sadistischen Beziehungen und Machtgefühlen und nicht zuletzt auch vom nächtlichen Lissabon als einer Hunde-, Müll- und Polizeistadt erzählt.
      "O Fantasma" lebt vom Kontrast zwischen einer rauschhaften Subjektivität sowie der Wirklichkeit riesiger Abfallhalden und luxuriöser Villen. Bei der Realisierung seines Projekts verzichtete der Regisseur auf die Zusammenarbeit mit professionellen Schauspielern zugunsten von Laiendarstellern, die seinen genauen Vorstellungen der Figuren entsprachen.

      Im Anschluss an sein Filmstudium in Lissabon, das er 1989 beendete, war João Pedro Rodrigues sieben Jahre als Regieassistent und Cutter tätig, was ihm später dienlich wurde: João Pedro Rodrigues ist bei jedem seiner Filme zugleich Autor, Regisseur und Cutter. 1997 debütierte er mit dem Kurzfilm "Happy Birthday", der auf dem Filmfest in Venedig mit Erfolg gezeigt wurde. Ein Jahr später folgte der Dokumentarfilm "This Is My House" (1998). Mit "O Fantasma" realisierte Rodrigues seinen ersten Spielfilm, der nach einer Nominierung für den Goldenen Löwen in Venedig im Jahr 2000 auf dem New York Lesbian and Gay Film Festival 2001 in der Kategorie "Bester Spielfilm" ausgezeichnet wurde. Sein jüngster Film "Odete" (2005) kann an diesen Erfolg anknüpfen: Der Film erhielt mehrere internationale Auszeichnungen, unter anderem in Cannes eine besondere Erwähnung im Rahmen der "Cinémas de Recherche".

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      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 22.07.10
      01:15 - 02:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

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