• 12.03.2010
      09:15 Uhr
      Killeralgen Auf der Spur einer tödlichen Gefahr | arte
       

      Seit 40 Jahren verbreiten sich giftige Algen unaufhaltsam in den Weltmeeren. Wissenschaftler beobachten die Entwicklung kritisch und suchen nach Lösungsmöglichkeiten.

      Freitag, 12.03.10
      09:15 - 10:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Seit 40 Jahren verbreiten sich giftige Algen unaufhaltsam in den Weltmeeren. Wissenschaftler beobachten die Entwicklung kritisch und suchen nach Lösungsmöglichkeiten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Corinna Engelhardt
      Elmar Bartlmae

      Eine Kombination aus Klimaerwärmung, vermehrter Zufuhr von Nährstoffen durch immer intensivere Landwirtschaft, Überfischung der Meere und der Zunahme des weltweiten Schiffsverkehrs hat diesen rasanten Zuwachs verursacht. Folgen sind ein weltweites Fischsterben, der Tod zahlreicher Seevögel und auch die Gefährdung von Menschen, die unwissentlich vergiftete Meerestiere verzehren.

      Algen gehören zu den ältesten Formen des Lebens auf der Erde. Vor etwa 3,5 Milliarden Jahren entstanden, haben sie bis heute überlebt. Im Laufe ihrer Entwicklung waren Algen maßgeblich daran beteiligt, eine sauerstoffreiche Atmosphäre zu bilden. Heute sind sie Nahrungsgrundlage für Tausende von Meerestieren.
      Von den rund 115.000 bekannten Algenarten sind etwa 200 für Mensch und Tier hochgiftig. Eine der bekanntesten toxischen Algenblüten ist die "Red Tide" an der Küste Floridas. Jährlich beobachtet man hier die Blüte der Alge Pseudo-nitzschia. Die einzelligen Zellen, die in Zystenform über Monate am Meeresgrund geruht haben, erwachen plötzlich wieder zum Leben. Warme Temperaturen, Sonneneinstrahlung und eine hohe Konzentration an Nährstoffen sind der Auslöser. Die Algen steigen in der Wassersäule nach oben und teilen sich. Schließlich färben sie das Wasser bis zu mehreren Wochen blutrot.
      Während der giftigen Algenblüte werden riesige Meeresflächen mit hochtoxischen Nervengiften verseucht. Tonnen toter Fische werden an die Strände gespült, ganze Muschelernten ungenießbar, Meeressäugetiere und Seevögel gehen an verseuchter Nahrung zugrunde und auch der Mensch kann sich vergiften. Jährlich erkranken etwa 25.000 Menschen nach dem Verzehr von Muscheln, in denen sich die toxischen Algen festgesetzt haben. Die Symptome hängen vom Grad der Vergiftung ab und reichen bis zu Lähmungen und irreparablen Gehirnschäden. Da es kein Gegengift gibt, sterben jährlich mehrere Tausend Menschen an der Vergiftung durch Algen.
      Auch die wirtschaftlichen Einbußen durch die giftigen Algenblüten sind erheblich. Allein in den USA wird der Schaden aufgrund vergifteter oder ausgerotteter Fisch- und Muschelbestände auf jährlich 82 Millionen Dollar geschätzt.
      Kam die "Red Tide" früher nur vereinzelt und selten an der Küste Amerikas vor, so zeigen Satellitenaufnahmen heute auch in Südafrika, Asien und Europa blutrot gefärbtes Wasser. Weltweit haben sich Wissenschaftler zusammengetan, um die Killeralgen zu erforschen und zu bekämpfen.

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      Freitag, 12.03.10
      09:15 - 10:00 Uhr (45 Min.)
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