• 11.03.2010
      01:20 Uhr
      Das älteste Gewerbe Dokumentarfilm Deutschland / Frankreich 2009 - Themenabend Puffgeschichten | arte
       

      Noch immer bestimmt die Schlüssellochperspektive die Betrachtung der Prostitution, des ältesten Gewerbes der Welt. Die Doku-Fiktion schaut ohne moralische Vorbehalte auf eine Arbeit, die es seit über 2.000 Jahren gibt, Sexarbeit.

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 11.03.10
      01:20 - 02:50 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Noch immer bestimmt die Schlüssellochperspektive die Betrachtung der Prostitution, des ältesten Gewerbes der Welt. Die Doku-Fiktion schaut ohne moralische Vorbehalte auf eine Arbeit, die es seit über 2.000 Jahren gibt, Sexarbeit.

       

      In der Hamburger Herbertstraße, im Pariser Bois de Boulogne und in Amsterdam rund um die Oude Kerk - wer Geld gegen Sex tauschen will, weiß, wo er das tun kann. Überall in Europa haben Prostituierte gut zu tun. Allein in Deutschland gehen rund 400.000 Professionelle ihrem Gewerbe nach.
      Prostitution gilt als ältestes Gewerbe der Welt. Früher wie heute zwingt oft finanzielle Not die Frauen zur Prostitution. Und über die Jahrhunderte hinweg ist Sexarbeit kein homogener Erwerbszweig.
      Zu allen Zeiten gibt es alle Formen, von der zerstörerischen Elends- bis hin zur teuren Edelprostitution. Im Gegensatz zu den angesehenen Hetären und gebildeten Kurtisanen gibt es jedoch von den Hafen- und Straßenhuren kaum Zeugnisse. Prostituierte bewegen sich immer am Rand der Gesellschaft. Egal, ob Prostitution in einer Gesellschaft akzeptiert, toleriert oder verfolgt wird, die Mehrheit betrachtet Huren durch die Jahrhunderte als anstößig, unzüchtig, schmutzig und vulgär. Nicht die Kunden gelten als unmoralisch, sondern jene, die ihnen zu Willen sind. Auch im aufgeklärten Deutschland der Gegenwart, in dem seit 2002 Sexarbeit per Gesetz straffrei und sozialversicherungswürdig ist, halten sich die Vorurteile.
      Die Dokumentation untersucht das Verhältnis von Macht, Geld und Moral und betrachtet die Stellung der Frau innerhalb dieses Spannungsverhältnisses im Verlauf der europäischen Geschichte. Sie schildert den Umgang der Freier mit Prostituierten, stellt Fragen nach Hygiene und Verhütung ebenso wie nach Entlohnung und Ausstiegsmöglichkeiten.

      Spielszenen versetzen den Zuschauer ins historische Geschehen. Im Mittelpunkt stehen der Alltag der Frauen und ihre rechtliche Situation im jeweiligen Land. Historisierende dokumentarische Sequenzen bilden Überleitungen zwischen Fiktion und Dokumentation. Und immer wieder sind die Stimmen von Frauen zu hören, die als Prostituierte arbeiten.
      Zu den Beispielen für Prostitution im Verlauf der Geschichte gehören die Prostituierten Neaira und Messalina im antiken Griechenland beziehungsweise Rom, Anna von Ulm und die Regeln der mittelalterlichen Stadt, Veronica Franco als venezianische Kurtisane im Zeitalter der Renaissance, Madame Gourdan in einem Pariser Bordell am Vorabend der Französischen Revolution, Annie Chapman als Elendsprostituierte im England der Industriellen Revolution oder die Französin Suzy in einem deutschen Wehrmachtsbordell während des Zweiten Weltkrieges.

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      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 11.03.10
      01:20 - 02:50 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.06.2021