• 21.02.2010
      10:05 Uhr
      Sylvie Guillem Tanz auf dem Vulkan | arte
       

      Die französische Tänzerin und Choreographin Sylvie Guillem wird nicht umsonst von der Presse als "Madonna des Tanzes" gefeiert: Die Primaballerina ist so populär wie eine Popsängerin oder Filmschauspielerin.

      Sonntag, 21.02.10
      10:05 - 11:30 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo

      Die französische Tänzerin und Choreographin Sylvie Guillem wird nicht umsonst von der Presse als "Madonna des Tanzes" gefeiert: Die Primaballerina ist so populär wie eine Popsängerin oder Filmschauspielerin.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Françoise Ha Van Kérn

      "Die Solotänzerin Sylvie Guillem sagt oft, eine sonderbare Kraft treibe sie an, die stärker als sie selbst sei: 'Ich fühle mich immer von dem angezogen, was ich nicht kenne. Dann fürchte ich mich und hasse meine Angst, aber ich muss einfach loslaufen!' Dieser unbezwingbare Drang nach dem Unbekannten, gepaart mit der panischen Angst vor dem Versagen, stehen im Mittelpunkt von Françoise Ha Van Kerns Film 'Sylvie Guillem: Tanz auf dem Vulkan'. Was treibt die weltweit bekannte und geschätzte Tänzerin, die wie ein Rockstar umjubelte Tänzerin an, mit über 40 Jahren so viel zu riskieren? Um diese Frage kreist der Film", so der Autor der vorliegenden Dokumentation, Dominique Frétard.
      Seit 2003 widmet sich die Primaballerina, die als eine der berühmtesten Tänzerinnen der Welt gilt, mit sichtlichem Vergnügen zusätzlich dem Tanztheater und dem Gesang und machte sich auch als Choreographin einen Namen.
      Ihre Partner sind die beiden Shootingstars der britischen Tanzszene, Russell Maliphant und Akram Khan, sowie der kanadische Theaterregisseur Robert Lepage. Der Film zeigt unter anderem die Proben an "Eonnagata" (2009) in Kanada, einer Kreation von und mit Sylvie Guillem, Robert Lepage und Russell Maliphant, die im Rahmen von "Spielzeit Europa" 2009 in Berlin ihre Deutschlandpremiere feierte.
      Außerdem sind Ausschnitte aus den Stücken "Push" von Russell Maliphant, "Bolero" von Maurice Béjart, "Schwanensee" sowie aus "Sacred Monsters" von Akram Khan zu sehen, in dem sich orientalische Tradition und westliche Tanztechnik begegnen. Mit 40 Jahren ist Sylvie Guillem mit Feuereifer und Staunen dabei, Neues zu erkunden und zu entdecken. Unverkennbar sind ihr Wunsch und ihre Freude, sich ständig zu übertreffen und infrage zu stellen.

      Die DVD zu diesem Programm erschien am 12. Oktober 2009 bei der Deutschen Grammophon.

      • Sylvie Guillem, 1965 in Paris geboren, gilt als eine der herausragenden Tänzerinnen unserer Zeit. Nach einer Ausbildung als Kunstturnerin, trat sie mit 16 Jahren trat bereits dem Ballett der Pariser Oper bei. 1983 tanzte sie in Rudolf Nurejews Debütproduktion "Raymonda", der damit seine Intendanz als Ballettdirektor an der Pariser Oper eröffnete. Nur ein Jahr später, 1984, nachdem sie den Rang der Première Danseuse erhalten hatte, machte sie Nurejew mit 19 Jahren - nach einem Auftritt in "Schwanensee" - zum jüngsten Stern seiner Compagnie. Neben ihren Auftritten in von Nurejew neu inszenierten Ballettklassikern arbeitete sie mit so berühmten Choreographen wie William Forsythe, Maurice Béjart, Carole Armitage, John Neumeier und Robert Wilson. Außerdem verband sie mit Maurice Béjart ein enge Arbeitsbeziehung, der immer wieder Choreographien für sie entwickelte, wie "Sissi Impératrice". 1988 wechselte sie als Gasttänzerin zum Royal Ballet nach London. Zudem arbeitete sie mit verschiedenen international renommierten Compagnien zusammen wie dem Kirow Ballett, dem Ballett der Mailänder Scala sowie dem American Ballet Theater, ab 1998 auch wieder mit dem Ballett der Pariser Oper. Seit 2003 arbeitete sie mit dem britischen Starchoreographen Russell Maliphant zusammen, unter anderem in dessen preisgekrönter Arbeit "Broken Fall": In "Push" (2005) tanzte sie erstmals gemeinsam mit Maliphant auf der Bühne. Es folgte "Eonnagata" (2009), wiederum mit Maliphant und gemeinsam mit dem kanadischen Regisseur Robert Lepage. Prägend für ihre Laufbahn war außerdem das Projekt "Sacred Monsters" (2006) mit dem Londoner Katakh-Star Akram Khan.

      • Robert Lepage: Der kanadische Regisseur, Autor, Schauspieler und Filmemacher Robert Lepage, geboren 1957 in Québec, zählt zu den ganz großen Theaterkünstlern der Gegenwart. 1993 gründete er seine berühmte Compagnie "Ex Machina", die er als eine Art Laboratorium begreift, um neue grenzüberschreitende, multimediale Formen von Theater zu erproben. Mit unübertroffener Virtuosität setzt er in seinen faszinierenden szenischen Bilderbögen neue Technologien ein. In seinen Bühnenwerken, wie seiner inzwischen legendären Inszenierung "The Dragon's Trilogy" aus dem Jahr 1984, behandelt er zeitgeschichtliche Themen mit universellem Hintergrund. Bei ARTE waren zuletzt seine Show "KÀ - Cirque du Soleil aus Las Vegas", die Operninszenierung "The Rake's Progress" sowie sein Film "Die andere Seite des Mondes" zu sehen.

      • Russell Maliphant: Der klassische Tänzer verließ 1989 das berühmte Sadler's Wells Royal Ballet in London, um sich der freien Tanzszene zuzuwenden und sich die fernöstliche Kampfkunst anzueignen. Anfang der 90er Jahre machte er mit seinem minimalistischen, vibrierenden und dynamischen Stil auf sich aufmerksam. 1996 gründete er in London seine eigene Companie. Maliphants Choreographien sind durch nie abreißende, kraftvoll-athletische und zugleich fließend-leichte Bewegungen gekennzeichnet. Sylvie Guillems Perfektion und ihre außergewöhnliche körperliche Leistungsfähigkeit fordern sein choreographisches Talent heraus.

      • Akram Khan ist das neue Idol der britischen Tanzszene. Er wurde in London als Sohn bengalischer Eltern geboren. Vom fünften Lebensjahr an bildete ihn seine Mutter im Kathak aus, dem klassischen Tanz Nordindiens, den er später auch studierte. Khan schlägt eine Brücke zwischen dem zeitgenössischen Tanz und der 500 Jahre alten indischen Tanztradition. Mit seiner Suche nach originellen neuen Formen steht er für die Vermischung verschiedener Kulturen.

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      Sonntag, 21.02.10
      10:05 - 11:30 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 07.03.2021