• 17.02.2010
      16:15 Uhr
      Der Glamour des Abstellraumes Die neuen Tiefgaragen - Grandiose Hallen | arte
       

      Parkhäuser, Tiefgaragen, Autohäuser und Museen für Autos waren lange Zeit nüchterne bis hässliche Zweckbauten. Seit ungefähr 15 Jahren bemühen sich auch berühmte Architekten um eine ästhetische und künstlerische Gestaltung dieser Objekte.

      Mittwoch, 17.02.10
      16:15 - 16:50 Uhr (35 Min.)
      35 Min.
      Stereo HD-TV

      Parkhäuser, Tiefgaragen, Autohäuser und Museen für Autos waren lange Zeit nüchterne bis hässliche Zweckbauten. Seit ungefähr 15 Jahren bemühen sich auch berühmte Architekten um eine ästhetische und künstlerische Gestaltung dieser Objekte.

       

      Im ersten Teil der Reihe sind von namhaften Architekten und Designern gestaltete Tiefgaragen in Lyon - von hier aus nahm die Bewegung ihren Anfang -, Den Haag, München, Graz und Rennes zu sehen.
      Die Revolution der Abstellflächen für Autos begann Mitte der 90er Jahre in Lyon mit einer einfachen Idee. Um das Souterrain der französischen Großstadt von seinem düsteren Image zu befreien, erhält der Pariser Innenarchitekt Jean-Michel Wilmotte den Auftrag, es mit dem Parkhaus Célestins zum Ereignis zu machen. In den folgenden Jahren wird Lyon zum Wegbereiter einer Revitalisierung der Innenstadt. Konsequent setzt man nun auch in anderen Städten auf eine Architektur und ein Design für das 21. Jahrhundert.
      So wird zehn Jahre später in Den Haag das Lyoner Projekt Souterrain von Floris Alkmade übernommen, der damals zum berühmten Office of Metropolitan Architecture von Rem Koolhaas gehört. Die besondere Herausforderung besteht darin, zwischen zwei Untergrundbahnhöfen, die Tramlinien und die Parkebene übereinandergestapelt unter die Erde zu bringen und alle Nutzungen transparent miteinander zu verbinden.
      Auch in München geht es um das Stapeln von Autos auf kleinstmöglicher Fläche. An der Donnersberger Straße entsteht ein vollautomatisches Souterrain. Zwei unterirdische Boxen mit jeweils zwei vollautomatischen Laufkränen bieten Platz für insgesamt knapp 300 Autos.
      Und in Graz sollen die Architekten Karla Kowalski und Michael Szyszkowitz direkt unter der Altstadt sechs Ebenen unterbringen und dabei einerseits die historischen Gebäude erhalten und andererseits den Druck seitens des Flussbettes abwehren.
      Dass sich die Architektur von den Zwängen des profanen Stapelns emanzipieren kann, zeigt das von Nicolas Michelin gestaltete Souterrain in Rennes. Unter dem größten Platz, der Esplanade du Général de Gaulle, der für Festveranstalten und Messen genutzt wird und an dem Theater und Kinos liegen, befindet sich eine unterirdische Welt, die den Betrachter das Staunen lehrt.

      Seit 15 Jahren stürzen sich die bekanntesten Namen der internationalen Architektenszene auch auf die Gestaltung und den Bau von Park- und Autohäusern, Automuseen und sogar von Tiefgaragen. Ein Grund, dieses eher profane Sujet zur Kunst zu erheben, ist die Beschleunigung des städtischen Lebens. Viele Menschen kommen mit dem Auto in die Innenstadt, und das muss abgestellt werden. Bisher waren die Abstellflächen düster und dreckig und galten in keiner Weise als angenehme Orte urbanen Lebens. Unter den Händen von Architekten und Designern entstanden nun lichte Hallen unter der Erde, die Bankettsäle oder Kathedralen assoziieren lassen. Es wurden Parktürme entworfen, die wie gläserne dorische Säulen die neuen Städte schmücken. Und neue Ausstellungsräume für Autos lassen Besucher den Atem anhalten und spiegeln den Mut der Architekten.
      Um den Avantgardismus auch visuell zu würdigen, wurden für die Dokumentation berühmte Architekturfotografen gebeten, die Essenz des Gebäudes, die Vision des Architekten in wenigen zweidimensionalen Fotos zu verdichten. Während die Fotografen ihre Positionen suchen, begleitet sie eine Steadycam-Kamera, die sonst im Spielfilm zum Einsatz kommt. Diese Kamera umkreist den Fotografen, choreographiert ihn im Raum und damit auch die avantgardistische Architektur.

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      Mittwoch, 17.02.10
      16:15 - 16:50 Uhr (35 Min.)
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