• 17.02.2010
      14:45 Uhr
      Du & Ich Spielfilm Frankreich 2006 (Toi & moi) | arte
       

      Ariane schreibt Fotoromane für ein Magazin namens "Du & Ich" und verwertet für die Geschichten kurzerhand ihr eigenes Liebesleben und das ihrer Schwester - allerdings in beschönigter Form. Wie ähnlich ist die Fiktion der Wirklichkeit?

      Mittwoch, 17.02.10
      14:45 - 16:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Ariane schreibt Fotoromane für ein Magazin namens "Du & Ich" und verwertet für die Geschichten kurzerhand ihr eigenes Liebesleben und das ihrer Schwester - allerdings in beschönigter Form. Wie ähnlich ist die Fiktion der Wirklichkeit?

       

      Stab und Besetzung

      Lena Marion Cotillard
      Ariane Julie Depardieu
      Mark Jonathan Zaccaï
      François Eric Berger
      Pablo Sergio Perris Mencheta
      Farid Tomer Sisley
      Regie
      Drehbuch
      Kamera
      Musik

      Die Schwestern Ariane und Lena könnten unterschiedlicher nicht sein: Lena ist Cellistin und spielt in einem Orchester, ist sonst aber eher eine graue Maus. Sie wagt nicht, ihren großen Traum von einer Solistenkarriere zu verwirklichen. Ariane hingegen schreibt Fotoromane für ein Klatschmagazin und ist eine ungestüme Frohnatur. In ihren Wunschträumen vermischt sie manchmal die Wirklichkeit mit der romantischen Welt des Fotoromans. Ihr eigenes Liebesleben und das ihrer Schwester nutzt sie kurzerhand als Inspirationsquelle, auch wenn sie dafür die Dinge etwas beschönigen muss. Denn die Realität ist eher ernüchternd: Ariane klammert sich an Farid, der ihr was vormacht und sein Bett mal mit der einen, mal mit der anderen teilt.
      Lena dagegen langweilt sich mir ihrem treuen, aber fantasielosen Freund François, einem Lehrer. Doch dann begegnet sie dem Violinisten Mark, einem Virtuosen auf der Erfolgsleiter nach oben. Bei einem unerwarteten Wiedersehen bei Ariane kommt es zu einem heimlichen und leidenschaftlichen Kuss - und in der Fortsetzung zu einer heftigen Affäre.
      Mark erkennt Lenas außergewöhnliche Begabung und ermutigt sie, sich als Solistin zu versuchen. Aber Lena zweifelt an sich, vor allem auch in ihrem Mut, François zu verlassen. Derweil leidet Ariane unter der Gleichgültigkeit Farids. Da lernt sie den charmanten und sensiblen Pablo kennen, einen gut aussehenden Spanier, der auf der Baustelle nebenan arbeitet. Die Tatsache, dass Ariane die Wirklichkeit in ihren Fotoromanen verarbeitet, macht die Dinge nicht weniger kompliziert: Denn auch die Beteiligten gehören zu den gelegentlichen Lesern des Magazins ...

      Inspiration für den Film "Du & Ich" war ein Foto des amerikanischen Fotografen William Eggleston, das zwei Frauen auf einem Sofa zeigt. Julie Lopes Curval sah es in einer Ausstellung: "Dieses Bild wühlte mich auf und ich bekam Lust, um das Foto herum eine Geschichte zu stricken. Da waren im gleichen Moment so eine starke Komplizenschaft und so eine starke Distanz zwischen den beiden Frauen ...". Herausgekommen ist ein amüsanter und bewegender Erstlingsfilm, der zwei Halbschwestern auf der Suche nach der Liebe und nach sich selbst beschreibt und dabei auf raffinierte Weise selbst Anleihe beim Fotoroman nimmt. Jenes gering geschätzte Genre, das Zeichentrick, Fotografie, Märchenwelt und Stereotypen vereint, fasziniert Julie Lopes Curval, da es zum einen Weiblichkeit propagiert, zum anderen aber antifeministisch behaftet ist.
      "Du & Ich" nutzt die bunte und leicht veraltete Ästhetik des Fotoromans, eine Mischung aus 60er-Jahre-Optik, Pop-Art und Kitsch, um den Gegensatz zur Realität hervorzuheben, die meist gar nicht so rosig aussieht, wie man es sich wünscht. Der Film liefert eine unterhaltsam-ironische Reflexion über das Genre des Fotoromans, der doch untrennbar mit unserer heutigen Zeit verbunden ist. Mittels des gezielt eingesetzten Spiels mit den Farben zeichnet die Regisseurin filmisch die Kontraste zwischen den Charakteren nach. Die Farben zeigen Gefühlswelten und vermitteln auf diese Weise geschickt die Entwicklung der Figuren im Laufe des Films.
      Regisseurin Julie Lopes Curval, die Bildende Kunst studiert hat, wurde 2002 für ihren ersten Spielfilm "Bord de mer" in Cannes mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. 2003 schrieb sie an der Seite von Regisseur François Favrat das Drehbuch zu "Le Rôle de sa vie".
      Die Schauspielerin Marion Cotillard glänzte in Filmen Tim Burton ("Big Fish) von Ridley Scott ("Ein gutes Jahr") und natürlich in der Rolle der Chansonsängerin Edith Piaf, für die sie einen Academy-Award verliehen bekam (La vie en rose, 2007).

      Wird geladen...
      Mittwoch, 17.02.10
      14:45 - 16:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 22.09.2021