• 17.02.2010
      06:00 Uhr
      Rostropowitsch und die Cellisten von Morgen Deutschland 2005 | arte
       

      Alle vier Jahre findet der "Concours de Violoncelle Rostropovitch" in Paris statt - die "Olympiade" unter den Wettbewerben für junge Cellisten. Der Film zeigt Ausschnitte aus dem Wettbewerb, der im November 2005 abgehalten wurde.

      Mittwoch, 17.02.10
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Alle vier Jahre findet der "Concours de Violoncelle Rostropovitch" in Paris statt - die "Olympiade" unter den Wettbewerben für junge Cellisten. Der Film zeigt Ausschnitte aus dem Wettbewerb, der im November 2005 abgehalten wurde.

       

      In den vergangenen Jahren war der Rostropowitsch-Wettbewerb der Durchbruch für heute etablierte Künstlerinnen wie Han-Na Chang oder Tatjana Vassiljeva. Das lockt den Cello-Nachwuchs aus der ganzen Welt an. Meist sind es über 100 junge Musiker, die sich Hoffnungen auf einen Erfolg machen. Aber was den Wettbewerb so besonders machte, war neben einer prominent besetzten Jury auch die persönliche Anwesenheit des großen russischen Dirigenten und Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, dem Namensgeber des Wettbewerbs.
      Er ließ es sich nicht nehmen, den jungen Leuten über mehrere Tage hinweg unermüdlich zuzuhören und sie in persönlichen Gesprächen zu beraten. "Ich leide mit allen Teilnehmern. So sehr wünsche ich, dass jeder genial spielt. Es tut mir weh, wenn einem Kandidaten vor Aufregung etwas nicht gelingt. Dann würde ich am liebsten helfen und mitspielen - obwohl ich gar nicht weiß, ob das wirklich besser wäre", pflegte er zu sagen.
      Der Film zeigt Ausschnitte aus dem Wettbewerb von 2005, der in Paris abgehalten wurde. Die Dokumentation taucht ein in die persönliche und konzentrierte Atmosphäre des Wettbewerbs. Sie zeigt die Spannung, den unerwarteten Erfolg oder Misserfolg, aber auch die Beweggründe und das Engagement von Rostropowitsch selbst. Und sie zeigt eine Reihe hervorragender junger Musiker.

      Mstislaw Rostropowitsch, geboren am 27. März 1927 in Baku, war einer der größten lebenden Cellisten. Ihm und Pablo Casals war es zu verdanken, dass sich das Cello auch als Soloinstrument etabliert hat. Zahlreiche Komponisten haben ihm Werke gewidmet, wie Dmitri Schostakowitsch, Sergej Prokofjew, Benjamin Britten oder Henri Dutilleux.
      Rostropowitsch wurde als Cellist berühmt, später widmete er sich aber auch dem Komponieren. Als Dirigent hat er die großen Orchester der Welt geleitet, unter anderem das National Symphony Orchestra Washington, D.C. Für sein Wirken erhielt er 1976 den Ernst von Siemens Musikpreis. Er war aber nicht nur ein begnadeter Musiker. Als Alexander Solschenizyn in den 70er Jahren in Konflikt mit der Sowjetregierung gekommen war, nahm der Cellist ihn bei sich auf. Rostropowitsch musste einen hohen Preis für seine menschliche Geste bezahlen. Er musste seine Heimat verlassen und verlor 1978 auch die sowjetische Staatsbürgerschaft. Erst 1999 wurde er von Michail Gorbatschow wieder rehabilitiert. Unvergesslich geblieben ist sein Auftritt in Berlin, am 11. November 1989. Einen Tag nach dem Fall der Berliner Mauer pflanzte er den Stachel seines Cellos in das Pflaster vor Checkpoint Charlie und spielte für die jubelnde Masse Bach. Mstislaw Rostropowitsch starb am 27. April 2007, nur einen Monat nach seinem 80. Geburtstag.

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      Mittwoch, 17.02.10
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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