• 09.02.2010
      07:00 Uhr
      Tracks Magazin Frankreich 2010 | arte
       

      Themen:

      • Bong Joon-ho: Serien-Filmemacher
      • Wes Anderson: Fairytale Unlimited
      • Die Mapurbes: Rühr meinen Mapuche nicht an
      • Chase & Status: Dubstep Brothers

      Dienstag, 09.02.10
      07:00 - 08:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Themen:

      • Bong Joon-ho: Serien-Filmemacher
      • Wes Anderson: Fairytale Unlimited
      • Die Mapurbes: Rühr meinen Mapuche nicht an
      • Chase & Status: Dubstep Brothers

       
      • Bong Joon-ho: Serien-Filmemacher

      Morde, Monster und düster-ländliche Szenarien: Der südkoreanische Regisseur Bong Joon-ho scheint etwas für Serienkiller übrig zu haben. Schon in seinem ersten Film mit satirischem Unterton, "Barking Dogs Never Bite", zu deutsch etwa "Hunde, die bellen, beißen nicht" (2000), müssen Pudel dran glauben. In "Memories of Murder" (2003), dem Film, der ihn mit fünf Millionen Kinobesuchern in Südkorea berühmt machte, ist Schluss mit den Späßen: An verregneten Abenden werden auf freiem Feld zehn Frauen ermordet. 2010 nimmt Bong Joon-ho mit seinem neuesten Film "Mother", den er im Mai letzten Jahres auf dem Filmfestival in Cannes vorstellte, seine kriminalistischen Ermittlungen wieder auf und sorgt in der südkoreanischen Gesellschaft für Unruhe. Wie in "Memories of Murder" versucht sich der Regisseur auch in diesem Film wieder als Psychoanalytiker. Er zeichnet das Porträt einer Mutter, die um jeden Preis ihren geistig behinderten Sohn retten will, der des Mordes an einem jungen Mädchen bezichtigt wird.

      • Wes Anderson: Fairytale Unlimited

      Wes Anderson ist wie seine Filme: zartgliedrig und ordentlich frisiert, ein hochgewachsener Junge mit Pianistenhänden und mädchenhaftem Teint, ein Dandy à la Post-Bowie. Der etwas zwanghafte Texaner ist ein Autor, dessen Handschrift man sofort erkennt. Künstlerische Leitung, Kostüme, Kulissen und Musik machen seine Filme zu wundervollen Bilderbüchern ("Die Tiefseetaucher", "Darjeeling Limited"). In den komischen Dramen oder dramatischen Komödien ("Rushmore", "Die Royal Tenenbaums") singt der Filmemacher sein Lied vom Ende der Unschuld, von der Suche nach dem leiblichen Vater, der Schwierigkeit, erwachsen zu werden - und das alles rund um Bill Murray, seinen Lieblingsschauspieler. Mit "Fantastic Mr. Fox" führt Wes Anderson das erste Mal bei einem Animationsfilm Regie. Es ist eine getreue Verfilmung eines Kinderbuchklassikers von Roald Dahl, des Autors von "Charlie und die Schokoladenfabrik", die wie alle Filme Andersons die komplizierten Dinge des Lebens auf einfache Weise zu erklären versteht. Die Musik stammt von den Beach Boys, den Rolling Stones und anderen Pop-Musikern. Jarvis Cocker von Pulp hat sogar seine eigene Rolle.

      • Die Mapurbes: Rühr meinen Mapuche nicht an

      Am 12. August 2009 kam der junge Mapuche Jaime Mendoza Collio ums Leben. Ein chilenischer Polizist schoss ihm in den Rücken. Der 24-Jährige hatte mit ungefähr 50 anderen Aktivisten ein Stück Land besetzt, um von dem Eigentümer, einem Forstunternehmen, die Rückübertragung ihres Ahnenlandes einzufordern. Ein paar Tage später und ein paar Hundert Kilometer davon entfernt, nahm die Gruppe "Wechekeche" aus Santiago de Chile in ihrem improvisierten Studio einen Rap zum Gedenken an Jaime auf. Sie folgte damit der Mapuche-Tradition, musikalisch Widerstand zu leisten, welche die Band "Pirulonko", was "Raupenkopf" in der Mapuchensprache Mapudungun bedeutet, eingeführt hatte. Die Pirulonkos nahmen sich ein Beispiel an der Strategie ihrer Ahnen. Fünf Jahrhunderte zuvor hatte sich der Kriegshäuptling Lautaro die militärischen Techniken der Spanier abgeguckt, um diese im Krieg gegen die Eroberer anzuwenden. 1553 wurden die spanischen Conquistadores von Lautaro und seinen Kriegern zum ersten Mal auf chilenischem Territorium besiegt. Heute haben die Mapuche, 600.000 in Chile und 200.000 in Argentinien, mehr als 90 Prozent ihrer Ländereien verloren. Über die Angelegenheit schien schon Gras gewachsen zu sein. Aber die neue Mapuche-Generation, deren Angehörige in der Stadt leben und sich Mapurbe nennen, will den Kampf in musikalischer Form wieder aufnehmen. Einige Dutzend Bands wie "Pukutrinuke", "fick deine Mutter" auf Mapudungun, kombinieren Metal, Reggaeton oder Rap mit traditionellen Instrumenten der indigenen Bevölkerung. Der chilenische Staat scheint derweil die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Er erhöht das Polizeiaufgebot und vervielfältigt die Zahl unschuldiger Opfer.

      Seit 2002 ist Jaime schon der dritte Mapuche, der durch die Kugel eines Polizisten getötet wurde.

      • Chase & Status: Dubstep Brothers

      Saul Milton (Chase) und Will Kennard (Status) sind auf dem besten Wege, die Chemical Brothers des Drum'n'bass zu werden. Ihre Beliebtheit verdanken sie der Popularisierung eines Sounds, auf den sonst nur die ausgeflipptesten Discogänger getanzt haben. Ihr 2008 erschienenes Debütalbum "More than a Lot" baut Brücken zwischen Dubstep, Hip-Hop und Electronica und bringt das Produzentenduo aus Manchester auf die Spitze der musikalischen Pyramide. Mit dem Remix von "Snoop Dog" ist ihr Track "Eastern Jam" um die ganze Welt gegangen. Sie mischen auch "D.O.A." (Death of Autotune) von Jay Z neu ab und arbeiten mit Rihanna für ihr neues Album. Pharrell Williams bezeichnete sie einmal als die besten Produzenten Großbritanniens. Um auch einmal aus ihrem Studio herauszukommen, begeben sich Chase & Status Ende 2009 auf eine Marathon-Tournee mit 30 Konzertterminen. Einzige Begleitung ist ein Schlagzeug, und hin und wieder holt Saul sogar seine Gitarre heraus.

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      Dienstag, 09.02.10
      07:00 - 08:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

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