• 30.09.2022
      06:15 Uhr
      ARTE Reportage Ukraine: Isjum, die Lebenden und die Toten | arte
       

      Themen:

      • Ukraine: Isjum, die Lebenden und die Toten
      • Ukraine: Ukrainisch reden, nicht Russisch
      • Ukraine: Odessa, Perle der Ukraine

      Freitag, 30.09.22
      06:15 - 07:10 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Themen:

      • Ukraine: Isjum, die Lebenden und die Toten
      • Ukraine: Ukrainisch reden, nicht Russisch
      • Ukraine: Odessa, Perle der Ukraine

       
      • Ukraine: Isjum, die Lebenden und die Toten

      Nach sechs Monaten unter russischer Besatzung befreite die ukrainische Armee die Dörfer im Osten des Landes. In der kleinen Stadt Isjum hinterließ die russische Armee hunderte Leichen. Einige tragen noch die Zeichen der erlittenen Qualen vor ihrem Tod, und die Überlebenden senken ihre Stimmen, wenn sie von den Kellern erzählen, in denen die Besatzer die oft nur zufällig verhafteten Menschen folterten. Wer vor den Russen nicht hatte fliehen können, der schwankt in diesen Tagen der Befreiung zwischen Erleichterung und Ärger. Denn in den von den Russen besetzten Gebieten wurden seit Monaten keine Renten mehr ausgezahlt, und die humanitäre Hilfe ließ auf sich warten. Die ständige Angst in der Zeit der Besatzung wich nun einer großen Wut auf die "Kollaborateure".

      • Ukraine: Ukrainisch reden, nicht Russisch

      Seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine tobt dort nun ein Kampf um die Sprache, Ukrainisch statt Russisch.
      In der Ukraine, einem Land mit eigentlich zwei Sprachen, Russisch und Ukrainisch, ist die Wahl der Sprache im Krieg zu einer politischen Angelegenheit geworden und zu einem Symbol des Widerstands. Die Ukrainer lehnen heute in der Mehrheit Russland ab, auch die Sprache. Erste Amtssprache soll nun Ukrainisch sein, die zweite Englisch. Offiziell ist der Gebrauch der russischen Sprache nicht verboten. Dennoch sendet das ukrainische Fernsehen nur noch auf Ukrainisch, die Kinder lernen Ukrainisch in der Schule, Russisch wird so allmählich zur Sprache der Alten, den Erben der Sowjetunion.
      In Kiew mobilisieren sie den Widerstand gegen den russischen Aggressor auf vielfältige Weise. Einige bringen ihre russischsprachigen Bücher zum "Recycling", zur Vernichtung, aus dem Zellstoff werden dann Bücher in ukrainischer Sprache gedruckt. Dieser Kampf um die richtige Sprache ist Ausdruck eines endgültigen Bruchs. Wladimir Putin begann diesen Krieg, um "die russische Sprache und die russischsprachigen Menschen in der Ukraine zu verteidigen". Sieben Monate später soll nun das Russische aus der Ukraine verschwinden.

      • Ukraine: Odessa, Perle der Ukraine

      Odessa steht wie kaum eine andere Stadt der Ukraine für die Komplexität des russisch-ukrainischen Konflikts. Russlands Kaiserin Katharina II. hatte Odessa einst gegründet, als Vorposten ihres Reiches in Richtung Süden.
      Die "Perle des Schwarzen Meeres" wurde von der russischen Armee bedroht, das Stadtzentrum blieb von den Bombenangriffen noch verschont. Der Konflikt hat sich nach Südosten verschoben, auf Cherson und den Donbass. Aber die Hafenstadt Odessa liegt noch immer in der Reichweite der Artillerie Russlands und der russischen Kriegsmarine. Die zwischen den Kriegsparteien vereinbarte Regelung, die Getreideexporte aus dem Hafen wiederaufzunehmen, kann jederzeit widerrufen werden.
      Auch wenn die meisten Bürger Odessas bis heute Russisch sprechen, ist die Stadt ukrainisch und sie zeigt dies überall, etwa am 24. August, dem Tag der ukrainischen Unabhängigkeit. Russische Schiffe sind am Horizont zu sehen, die Bucht ist mit Minen gespickt, doch Odessa hisst stolz die Fahne der Ukraine.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Freitag, 30.09.22
      06:15 - 07:10 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 08.02.2023