• 26.06.2022
      01:35 Uhr
      Reservoir Dogs - Wilde Hunde Spielfilm USA 1992 (Reservoir Dogs) | arte
       

      Bandenchef Joe Cabot wirbt sechs Kriminelle an, die einen Diamantenraub für ihn durchführen sollen. Als der Coup misslingt, weil die Polizei sie schon erwartet, treffen sich die überlebenden Gangster in einer alten Lagerhalle. Sie sind überzeugt, dass einer aus ihrer Mitte sie verraten hat. Die explosive Mischung aus wachsendem Misstrauen, abgebrühten Charakteren und geladenen Waffen führt schließlich zu einem Blutbad.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 26.06.22
      01:35 - 03:10 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo

      Bandenchef Joe Cabot wirbt sechs Kriminelle an, die einen Diamantenraub für ihn durchführen sollen. Als der Coup misslingt, weil die Polizei sie schon erwartet, treffen sich die überlebenden Gangster in einer alten Lagerhalle. Sie sind überzeugt, dass einer aus ihrer Mitte sie verraten hat. Die explosive Mischung aus wachsendem Misstrauen, abgebrühten Charakteren und geladenen Waffen führt schließlich zu einem Blutbad.

       

      Stab und Besetzung

      Mr. White/Larry Harvey Keitel
      Mr. Orange/Freddy Tim Roth
      Mr. Blonde/Vic Michael Madsen
      Der nette Eddie - Eddie Cabot Chris Penn
      Joe Cabot Lawrence Tierney
      Mr. Pink Steve Buscemi
      Mr. Brown Quentin Tarantino
      Mr. Blue Eddie Bunker
      Regie Quentin Tarantino
      Drehbuch Quentin Tarantino
      Kamera Andrzej Sekula
      Musik Karyn Rachtman

      Acht Männer sitzen in einem Café und unterhalten sich über Popsongs und Trinkgelder. Was wie ein heiterer Männerabend wirkt, ist in Wahrheit das letzte Treffen einer Gangsterbande vor einem Juwelenraub. Angeheuert von Gangchef Joe Cabot und seinem Sohn, dem "netten Eddie", sollen Mr. Orange, Mr. White, Mr. Pink, Mr. Blonde, Mr. Blue und Mr. Brown, die sich gegenseitig nur unter ihren Decknamen kennen, den Coup durchführen und sich danach in einer verlassenen Lagerhalle treffen.

      Am Tatort jedoch wartet schon die Polizei auf sie. Wer entkommen kann, flüchtet sich zum ausgemachten Treffpunkt: Der angeschossene Mr. Orange, der zu verbluten droht, der erfahrene Mr. White und der nervöse Mr. Pink. Schnell ist allen Beteiligten klar: Es kann nur einer von ihnen sein, der sie verraten hat. Als Mr. Blonde mit einem Polizisten im Kofferraum auftaucht, soll dieser dazu gebracht werden, den Informanten preiszugeben.

      Während die Übrigen die Wagen, die für den Coup benutzt wurden, verstecken, versucht Mr. Blonde vergebens, die Wahrheit aus dem Polizisten herauszufoltern. Als er sein Opfer lebendig verbrennen will, wird er jedoch vom schwer verletzten Mr. Orange erschossen. Bei der Rückkehr der übrigen Gangster kommt es im Gewirr der Anschuldigungen zu einem extrem blutigen Finale.

      Quentin Tarantinos Regiedebüt zeigt schon deutlich die Vorliebe des Regisseurs, das klassische Genrekino, hier das "Heistmovie" - ein Subgenre des Gangsterfilms -, gegen den Strich zu bürsten. Dabei stellt er die konventionelle Dramaturgie auf den Kopf: Die Exposition, in der scheinbar belangloses Zeug am Cafétisch gequatscht wird, ist allein acht Minuten lang und weist wenig auf den Gangstercoup hin. Der wird dafür in einer gewagten Ellipse gleich im Anschluss fast vollständig ausgespart. Und ähnlich unvorhersehbar geht die Entwicklung der Geschichte weiter. Mal verlangsamt Tarantino die Handlung, dann wieder erzählt er rasant und elliptisch mit zynischem Witz.

      Er konzentriert sich auf einen Ort, die Lagerhalle. Sie bildet den örtlichen und zeitlichen Rahmen, wird zur Bühne des Gangsterensembles. Von dort aus geben die inhaltlich hochverdichteten Rückblenden Aufschluss über die Geschehnisse vor dem Zusammentreffen in der Lagerhalle und die Einschleusung des Polizeispitzels in die Gruppe.
      Die exzellenten Dialoge, die, wie bei Tarantino üblich, nicht immer (nur) der Handlung dienen, sind stilisiert, von subtilem Witz und gespickt mit popkulturellen Referenzen.

      Für das als No-Budget-Film konzipierte Werk konnte der Schauspieler Harvey Keitel gewonnen werden, der sich auch als Koproduzent an dem Film beteiligte. So konnte der Film schließlich mit dem geringen Budget von 1,6 Millionen Dollar und professionellen Schauspielern realisiert werden.

      "Reservoir Dogs" wurde heftig kritisiert und löste Mitte der 90er Jahre eine Diskussion über Gewaltdarstellung im Kino aus. Die Kombination aus auf die Spitze getriebener stilisierter Brutalität, Humor und virtuoser Kameraarbeit, verstört und fasziniert gleichermaßen. "Reservoir Dogs" wurde erstmalig beim Sundance Film Festival 1992 gezeigt und machte seinen Regisseur auf einen Schlag berühmt.

      Tarantino begründete mit diesem Film seinen Ruf, den er später mit Kultfilmen wie "Pulp Fiction" (1994), "Kill Bill" Vol. 1 & 2 (2003/2004), "Inglourious Basterds" (2009) bestärkte. Für "Pulp Fiction" gewann er in Cannes 1994 die Goldene Palme. Vor seinem Regiedebüt schrieb Tarantino Drehbücher, unter anderem für "Natural Born Killers" (Oliver Stone, 1994) und "True Romance" (Tony Scott, 1993).

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Nacht von Samstag auf Sonntag, 26.06.22
      01:35 - 03:10 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 07.10.2022