• 21.05.2022
      10:00 Uhr
      Geschichte schreiben Die mechanische Ente - Automatenkunst im 18. Jahrhundert | arte
       

      Sie gilt als Wegbereiterin der Robotik und faszinierendes Beispiel des Experimentierens mit Automaten im 18. Jahrhundert: die mechanische Ente, eine Erfindung des französischen Ingenieurs Jacques Vaucanson aus dem Jahr 1738. Was machte diese Ente so besonders? Und in welchem Maße erschließen uns künstliche Maschinen intellektuellen Fortschritt? Die Historikerin Mélanie Traversier gibt Einblicke in die abenteuerliche Geschichte und die Funktionsweise dieses Automaten.

      Samstag, 21.05.22
      10:00 - 11:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Sie gilt als Wegbereiterin der Robotik und faszinierendes Beispiel des Experimentierens mit Automaten im 18. Jahrhundert: die mechanische Ente, eine Erfindung des französischen Ingenieurs Jacques Vaucanson aus dem Jahr 1738. Was machte diese Ente so besonders? Und in welchem Maße erschließen uns künstliche Maschinen intellektuellen Fortschritt? Die Historikerin Mélanie Traversier gibt Einblicke in die abenteuerliche Geschichte und die Funktionsweise dieses Automaten.

       

      Sie gilt als Wegbereiterin der Robotik und faszinierendes Beispiel des Experimentierens mit Automaten im 18. Jahrhundert: die mechanische Ente, eine Erfindung des französischen Ingenieurs Jacques Vaucanson aus dem Jahr 1738. Was machte diese Ente so besonders? Und in welchem Maße erschließen uns künstliche Maschinen intellektuellen Fortschritt? Die Historikerin Mélanie Traversier gibt Einblicke in die abenteuerliche Geschichte und die Funktionsweise dieses Automaten.

      Schon lange vor dem 18. Jahrhundert tauchen menschen- oder tierähnliche Automaten in der Geschichte auf. Auch der junge Jacques Vaucanson, 1709 in Grenoble als Sohn eines Handschuhmachers geboren, ist von der Mechanisierung und ihrer langen Tradition fasziniert. Seine Automaten stehen in engem Zusammenhang zu der Begeisterung für technische Innovation und mechanischen Fortschritt im 18. Jahrhundert. Vaucanson beginnt Anfang der 1730er mit der Konstruktion erster Automaten und wird ab 1738 durch eine Ausstellung dreier seiner Exemplare in Paris schlagartig berühmt: Neben einem automatischen Flötenspieler und einen Trommler stand vor allem die Ente bald im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und faszinierte Wissenschaftler und Laien im In- und Ausland.

      „Die mechanische Ente“, schrieb Edgar Allan Poe später in seinem Roman „Maelzels Schachspieler“, „imitierte so perfekt das lebende Tier, dass sich alle Zuschauer der Illusion hingaben.“ Sie war lebensgroß und wurde mittels eines Aufziehmechanismus aktiviert. Zahnräder in ihrem Innern bewegten Hals und Schnabel. Wenn man Körner vor sie hinlegte, konnte die Ente sie aufpicken und sogar vermeintlich verdauen, ein Mechanismus, der auf einer Illusion beruhte, denn die „Exkremente“ wurden zuvor im Entenkörper deponiert und bei Aktivierung ausgeschieden. Besonders angetan waren die Betrachter von der Tatsache, dass man diesen „Verdauungsprozess“ im Innern durch seitliche Öffnungen verfolgen konnte.

      Bis weit ins 19. Jahrhundert zieht die mechanische Ente die Menschen in ihren Bann, bevor sich nach dem 19. Jahrhundert die Faszination für Automaten und Androiden erstmals mit Unbehagen mischt. Wird sich der Maschinenmensch eines Tages von der humanisierten Mechanik beherrschen lassen?

      „Geschichte schreiben“ ist ein von Historikern und Historikerinnen moderiertes Geschichtsmagazin. Im Mittelpunkt der von dem französischen Mittelalter- und Renaissancespezialisten Patrick Boucheron präsentierten Sendung steht die Frage: Was hat uns Geschichte heute zu sagen? Jede Woche stellt ein Gast einen Gegenstand und seine Geschichte vor. Dabei kann alles geschichtsträchtig sein: seriengefertigte Objekte, Einzelstücke, Kultgegenstände, Werkstoffe oder Schriftdokumente. Die verwendeten Archivaufnahmen werden in kreative grafische Animationen eingebettet und pädagogisch aufbereitet. In einer regelmäßigen Kolumne schlägt die französische YouTuberin und Historikerin Manon Bril die Brücke zwischen Geschichte und Digitalzeitalter.

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