• 21.01.2022
      12:15 Uhr
      Re: Boden gut, alles gut Mit lebendiger Erde das Klima retten | arte
       

      Jährlich verlieren wir weltweit über 10 Millionen Hektar guten Bodens. Er wird zubetoniert, mit Chemie behandelt, achtlos bewirtschaftet. Dabei ist er buchstäblich die Grundlage des Lebens. Gesunde Böden bringen nicht nur Nahrung hervor. Sie bieten zahlreichen Arten Lebensraum – und sind ein Schlüssel zur Rettung des Klimas! Einige haben dieses Potential erkannt und machen verlorenen Boden wieder gut.

      Freitag, 21.01.22
      12:15 - 12:50 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Jährlich verlieren wir weltweit über 10 Millionen Hektar guten Bodens. Er wird zubetoniert, mit Chemie behandelt, achtlos bewirtschaftet. Dabei ist er buchstäblich die Grundlage des Lebens. Gesunde Böden bringen nicht nur Nahrung hervor. Sie bieten zahlreichen Arten Lebensraum – und sind ein Schlüssel zur Rettung des Klimas! Einige haben dieses Potential erkannt und machen verlorenen Boden wieder gut.

       

      Jährlich verlieren wir weltweit über 10 Millionen Hektar guten Bodens. Er wird zubetoniert, mit Chemie behandelt, achtlos bewirtschaftet. Dabei ist er buchstäblich die Grundlage des Lebens.

      Gesunde Böden bringen nicht nur Nahrung hervor. Sie bieten zahlreichen Arten Lebensraum – und sind ein Schlüssel zur Rettung des Klimas! Einige haben dieses Potential erkannt und machen verlorenen Boden wieder gut.

      So auch der österreichische Landwirt Josef Nagl. Ein Unfall, der ihn fast das Leben kostete, brachte ihn zum Nachdenken: Will er seinen Kindern ausgelaugte tote Äcker hinterlassen, die nur mit Industriedüngern und Pestiziden reiches Wachstum hervorbringen? Radikal stellte er seinen Familienbetrieb um. Pflug und Chemie, die beide das Bodenleben zerstören, sind heute Tabu. Stattdessen arbeitet er mit einer vielfältigen Fruchtfolge, einer ständigen Begrünung des Ackers und vor allem mit einer anderen Haltung zu natürlichen Kreisläufen.

      Josef Nagl hat sich der Ökoregion Kaindorf angeschlossen: einer wachsenden Bewegung von Landwirten, die Boden als lebendigen Organismus respektieren und so anbauen, dass Humus im Boden nicht verschwindet, sondern ständig neu entsteht. Die Umstellung ist auch ein finanzieller Gewinn: Für den Aufbau von Humus und damit für die Speicherung von CO2 werden sie mit einer Prämie belohnt.

      Auf dem Boden, auf dem Erika Kothe steht, ist Landwirtschaft für Jahrhunderte undenkbar. Zu DDR-Zeiten wurde hier Uran gefördert. Übrig geblieben ist eine Mondlandschaft, hoch kontaminiert mit Säuren und Schwermetallen. Wie lässt sich so ein Boden heilen? „Mit Wurzeln, Bakterien und Mykorrhiza-Pilzen“, sagt Mikrobiologin Erika Kothe von der Uni Jena, die hier gemeinsam mit dem Geologen Thorsten Schäfer forscht. Sie bauen schnell wachsende Pflanzen an und impfen den Boden mit Bakterienkulturen und Pilzen. Diese sorgen dafür, dass sich die Schwermetalle binden und machen sie so unschädlich. Die Technik könnte weltweit für die Renaturierung riesiger Bergbaufolgelandschaften eingesetzt werden.

      Nah dran, authentisch, echt – der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht Re: in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar.

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