• 08.12.2021
      06:55 Uhr
      GEO Reportage: Friaul Benvenuti im Musiktal | arte
       

      Das Resiatal in den Julischen Alpen ist die Heimat einer der kleinsten Minderheiten Europas. Bis heute haben die Resianer eine eigene Kultur bewahrt, die sich hauptsächlich in ihren Liedern und Tänzen ausdrückt.
      Doch der Fortschritt hält auch hier Einzug, Traditionen gehen verloren. Weil im Resiatal nichts verschriftlicht wurde, ist die Kultur massiv bedroht. Inzwischen haben das auch die Einwohner begriffen und den Kampf gegen das Vergessen aufgenommen. „GEO Reportage“ hat das Tal und seine Menschen besucht.

      Mittwoch, 08.12.21
      06:55 - 07:50 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Das Resiatal in den Julischen Alpen ist die Heimat einer der kleinsten Minderheiten Europas. Bis heute haben die Resianer eine eigene Kultur bewahrt, die sich hauptsächlich in ihren Liedern und Tänzen ausdrückt.
      Doch der Fortschritt hält auch hier Einzug, Traditionen gehen verloren. Weil im Resiatal nichts verschriftlicht wurde, ist die Kultur massiv bedroht. Inzwischen haben das auch die Einwohner begriffen und den Kampf gegen das Vergessen aufgenommen. „GEO Reportage“ hat das Tal und seine Menschen besucht.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Gordian Arneth

      Federico Lonardi ist vor einem Jahr ins Resiatal gekommen. Damit ist er einer der wenigen Neuankömmlinge - normalerweise geht der Trend den umgekehrten Weg: Menschen verlassen die Gegend auf der Suche nach Arbeit und Fortschritt. Damit sinkt auch die Zahl der Einwohner, welche die Sprache sprechen und die speziellen Gesänge und Tänze der Region beherrschen. Was besonders schwer wiegt: Über Jahrhunderte wurde die Kultur des Resiatals ausschließlich mündlich weitergegeben.

      Ein Brauch, der den Einwohnern nun zum Nachteil gereichen könnte. Neuankömmlinge wie Federico sind deshalb gern gesehen. Noch dazu, wenn er sich für die Musik des Tales interessiert und zum erklärten Ziel hat, Geige spielen zu können wie die großen Musiker des Tales. Ein anspruchsvolles Unterfangen. Denn die Musikanten konnten etwa tausend Tänze aus dem Kopf spielen, Federico bisher gerade mal fünf.

      Er ist nicht der einzige, der auf seine Art versucht, die Kultur des Tals zu bewahren. Während an den Schulen Sprache und Musik wieder gelehrt und gelebt werden, versucht der Musikwissenschaftler Roberto Frisano, dem Ursprung der Musik auf den Grund zu kommen. Fündig wurde er in Ljubljana, der Hauptstadt der benachbarten Republik Slowenien.

      Nicht alle Resianer sind mit seiner Entdeckung glücklich - Sprachwissenschaftler vermuten seit einiger Zeit eine Verwandtschaft zwischen dem Resianischen und dem Slowenischen, was bei vielen Einwohnern Angst vor einer Vereinnahmung durch den slowenischen Staat schürt.

      So droht dem Tal neben dem Verschwinden der Traditionen ein Kulturkampf. Federico indes hält weiter an seiner Vision der überdauernden Musik fest. Im August findet das Scherenschleiferfest, die bedeutendste Feierlichkeit der Region, statt. Dort will er seine Geigenkünste erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.

      Film von Gordian Arneth

      „GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus.

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