• 01.12.2021
      12:15 Uhr
      Re: Der große Holzmangel Warum ein Dorf nicht bauen kann | arte
       

      Der enorme Preisanstieg für Holz belastet die Baubranche schwer. Die explodierenden Kosten treffen auch Menschen, die den Rohstoff Holz als Wald direkt vor ihrer Haustür haben. In Mandern, einem Dorf in Rheinland-Pfalz, zerplatzen Träume von Bauherrinnen und Bauherren, während viele kleine Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer kaum vom Holz-Boom profitieren.

      Mittwoch, 01.12.21
      12:15 - 12:50 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Der enorme Preisanstieg für Holz belastet die Baubranche schwer. Die explodierenden Kosten treffen auch Menschen, die den Rohstoff Holz als Wald direkt vor ihrer Haustür haben. In Mandern, einem Dorf in Rheinland-Pfalz, zerplatzen Träume von Bauherrinnen und Bauherren, während viele kleine Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer kaum vom Holz-Boom profitieren.

       

      Im Herbst 2021 sollte der Bau ihres Hauses beginnen: Jenny und ihr Lebensgefährte Pascal stammen beide aus dem Dorf Mandern, hier wollten sie unbedingt bleiben, hier hatten sie ein Grundstück reserviert. Doch dann explodieren plötzlich die Baustoff-Preise, vor allem die für Holz. Die Kosten für den geplanten Hausbau stiegen von etwa 350.000 Euro auf bis zu einer halben Million. „Das könnten wir irgendwie auch noch stemmen“, sagt Jenny, „aber dann müssen wir nur noch fürs Haus leben - und das ist nicht unsere Vorstellung von Lebensqualität.“ So zerplatzt der Traum vom eigenen Haus. In Mandern, dem Dorf, das von riesigen Waldflächen umgeben ist und seit Jahrhunderten von der Waldwirtschaft lebt, gibt es plötzlich kein Holz mehr zum Bauen. Das junge Paar sucht nach Alternativen.
      Das ist kein Einzelfall, sagt der Bürgermeister der kleinen Gemeinde. Eigens für die jungen Familien aus dem Ort wurde ein Neubaugebiet erschlossen, um ihre Abwanderung zu verhindern. Und nun sei man weitgehend machtlos.

      Als wichtigster Preistreiber gilt die riesige Holz-Nachfrage aus den USA und China. So jedenfalls erzählen es die großen Sägewerke, bei denen die Baumstämme verarbeitet werden. In Mandern gibt es viele kleine Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen haben. Sie sind weitgehend machtlos, was die Preise betrifft. „Uns geht es genauso wie den Milchbauern, die Supermärkte beliefern“, sagt ein Waldbesitzer, der seinen eigenen Haus-Anbau nicht vollenden kann: „Dort im Wald ist mein Holz und das würde ich gern hier verbauen, aber ich komme ja selbst nicht ran.“ Dachdeckermeister vor Ort sind schon dazu übergegangen, die Nägel aus alten Dachlatten zu ziehen, um sie für Neubauten wiederzuverwenden.

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