• 25.11.2021
      19:40 Uhr
      Re: Gewalt im Kreißsaal Wenn die Geburt zum Alptraum wird | arte
       

      Es ist ein Thema, das lange tabuisiert wurde: Fast jede zweite Frau erlebt während der Geburt ihres Kindes Momente physischer oder verbaler Gewalt. Immer mehr betroffene Mütter gehen mit Vorwürfen an die Öffentlichkeit. Sie nehmen es nicht länger hin, in einem Zustand großer Hilflosigkeit - immobil, teilweise an den Beinen fixiert und unter Schmerzen - übergriffig oder gewaltsam behandelt zu werden.

      Donnerstag, 25.11.21
      19:40 - 20:15 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Es ist ein Thema, das lange tabuisiert wurde: Fast jede zweite Frau erlebt während der Geburt ihres Kindes Momente physischer oder verbaler Gewalt. Immer mehr betroffene Mütter gehen mit Vorwürfen an die Öffentlichkeit. Sie nehmen es nicht länger hin, in einem Zustand großer Hilflosigkeit - immobil, teilweise an den Beinen fixiert und unter Schmerzen - übergriffig oder gewaltsam behandelt zu werden.

       

      Wenn die junge Mutter Monika Kurpiers aus Hamburg an die Geburt ihrer Tochter zurückdenkt, steigt in ihr die Wut hoch. Sie fühlte sich von der Klinikärztin übergangen: angefangen mit der PDA (Periduralanästhesie), die sie ausdrücklich nicht wollte, bis zur Saugglockengeburt, die vermutlich hätte vermieden werden können, wenn man ihr mehr Zeit gelassen hätte. Dazu ein äußerst ruppiger Ton.

      Der Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe Philippe Deruelle gibt zu, dass es auch im Universitätsklinikum Straßburg immer wieder Vorkommnisse gibt, die die Gebärenden als Gewalt empfinden. Entscheidend sei, Fehler zuzugeben, sagt er. Deshalb bietet die Leitende Hebamme Nadine Knezovic Gespräche zur Aufarbeitung der traumatisierenden Geburtserfahrung an. Leider würden viele Hebammen gar nicht mehr wissen, wie eine natürliche Geburt ohne jegliche medizinischen Eingriffe funktioniert, beklagt sie.

      Im anthroposophisch orientierten Kreißsaal des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke wird alles dafür getan, Gewalt bei der Geburtshilfe möglichst zu vermeiden. Dazu gehört auch, vorab Traumaerfahrungen der werdenden Mütter abzufragen und zu erfahren, worauf die Hebammen bei jeder einzelnen Frau besonders achten sollen. Hier sind die Ärztinnen sehr darauf bedacht, dass, wenn Eingriffe doch notwendig werden, sie möglichst achtsam durchzuführen sind. Die Chefärztin Anette Voigt hat bei der Geburt ihres ersten Kindes selbst schlechte Erfahrungen gemacht. Nun hat sie sich zur Aufgabe gemacht, sanfte Geburten auch im Krankenhaus zu ermöglichen. Allerdings ist dies zu Zeiten großen Hebammenmangels oft schwer umzusetzen.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Donnerstag, 25.11.21
      19:40 - 20:15 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 02.10.2022