• 17.10.2021
      16:15 Uhr
      Kunst und Kalkül - Der ganze Nolde Deutschland 2021 | arte
       

      Emil Nolde, bekannt als der farbstarke Maler des Nordens, ist wohl auch der berühmteste "entartete" Künstler. Von keinem anderen wurden im Nationalsozialismus so viele Werke beschlagnahmt. Doch Nolde war ein Stratege, der seinem Erfolg alles untergeordnet hat - so auch seine nationalsozialistische, antisemitische Gesinnung, deren ganzes Ausmaß lange verschwiegen wurde.
      Die Dokumentation erkundet die Arbeitsweise und Materialien des Künstlers, fragt aber auch, wie mit seiner Kunst angesichts der schwierigen Biografie umgegangen werden sollte: Müssen seine Werke heute in einem anderen Licht gesehen werden?

      Sonntag, 17.10.21
      16:15 - 17:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.

      Emil Nolde, bekannt als der farbstarke Maler des Nordens, ist wohl auch der berühmteste "entartete" Künstler. Von keinem anderen wurden im Nationalsozialismus so viele Werke beschlagnahmt. Doch Nolde war ein Stratege, der seinem Erfolg alles untergeordnet hat - so auch seine nationalsozialistische, antisemitische Gesinnung, deren ganzes Ausmaß lange verschwiegen wurde.
      Die Dokumentation erkundet die Arbeitsweise und Materialien des Künstlers, fragt aber auch, wie mit seiner Kunst angesichts der schwierigen Biografie umgegangen werden sollte: Müssen seine Werke heute in einem anderen Licht gesehen werden?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Anna Maria Tappeiner

      Emil Nolde (1867-1956), einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Expressionismus, verkörpert ein Dilemma: Einerseits galt er im Nationalsozialismus als „entarteter“ Künstler, wurde zeitweise mit einem Berufsverbot belegt und nach 1945 als Opfer des Dritten Reichs anerkannt. Andererseits war der Maler seit 1934 Mitglied der NSDAP und vertrat die antisemitischen Ideologien des NS-Regimes. In seinen Briefen und Schriften positionierte er sich als antijüdischer Vorkämpfer einer neuen deutschen Kunst und entwickelte einen „Entjudungsplan“, der eine Territorialstaatenlösung vorsah.

      Die bisherige Nolde-Erzählung als ausschließlich verfemter Künstler ist nicht länger haltbar. Nolde selbst hat diesen Mythos kreiert: Vor seinem Tod vernichtete er verfängliche Notizen und Dokumente. Außerdem erfand er eine Legende, die sich über viele Jahrzehnte fortschrieb: die angeblich heimlich im Versteck entstandenen „Ungemalten Bilder“.

      Die Dokumentation „Kunst und Kalkül“ spürt dem Leben und Werk des Künstlers nach. Sie deckt den Mythos auf und macht den ganzen Nolde ausfindig: seine nationalsozialistische Gesinnung, aber auch die Themen seiner Bilder und seine Arbeitsweise.Im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts wurde die Rolle Noldes im Dritten Reich erstmals eingehend untersucht und vorgestellt. Die Expertinnen und Experten des Projekts geben ihre Antworten auf grundlegende Fragen. Denn: Wie sollte mit Künstlerinnen und Künstlern umgegangen werden, die eine solch schwierige Biografie aufweisen? Und: Was sind die Maßstäbe für eine Bewertung von Kunst?

      Dank des Forschungsprojekts „Nolde und der Nationalsozialismus“ (2013-19) konnten erstmals die umfangreichen Bestände aus dem Nachlass von Ada und Emil Nolde detailliert ausgewertet und filmisch aufbereitet werden. Zudem werden in der Nolde Stiftung Seebüll seine berühmten „Ungemalten Bilder“ erkundet. Anlässlich von drei Studioausstellungen zu Noldes Maltechnik und Künstlermaterialien in der Hamburger Kunsthalle, der Münchner Pinakothek der Moderne und der Nolde Stiftung Seebüll im Herbst/Winter 2021/22 stellt die Dokumentation die neuesten Erkenntnisse zu Noldes Arbeitsweise vor, zeigt aber auch Schnittstellen zur nationalsozialistischen Ideologie auf.

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