• 22.09.2021
      12:15 Uhr
      Re: Schutzengel der Transfrauen Loredanas Aufstand gegen den Hass | arte
       

      Ihr Leben lang wollte Loredana Rossi nur eins: als Frau gesehen und anerkannt werden. Als Transfrau in Neapel weiß sie, wie sich Stigmatisierung und Ausgrenzung anfühlen. Vielleicht kämpft sie deshalb so unerbittlich gegen Transfeindlichkeit. Ihr Aufstand ist notwendiger denn je. Denn seit dem Erstarken der Rechtspopulisten in Italien hat die Gewalt gegen die LGBT-Community zugenommen.

      Mittwoch, 22.09.21
      12:15 - 12:50 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Ihr Leben lang wollte Loredana Rossi nur eins: als Frau gesehen und anerkannt werden. Als Transfrau in Neapel weiß sie, wie sich Stigmatisierung und Ausgrenzung anfühlen. Vielleicht kämpft sie deshalb so unerbittlich gegen Transfeindlichkeit. Ihr Aufstand ist notwendiger denn je. Denn seit dem Erstarken der Rechtspopulisten in Italien hat die Gewalt gegen die LGBT-Community zugenommen.

       

      Loredana Rossi hat ihr Leben lang gekämpft: erst als Prostituierte, heute als Sozialarbeiterin und Mutter der Femminielli von Neapel. Auch mit ihren 60 Jahren denkt sie nicht daran, leiser zu werden. 21 Jahre hat sie sich auf dem Straßenstrich durchgeschlagen. Lange war das für sie die einzige Chance zu überleben und überhaupt als Frau wahrgenommen zu werden. Heute setzt sie sich für die nächste Generation von Transfrauen in Neapel ein.
      In der Millionenstadt im Süden Italiens lebt nicht nur eine der größten Transgender-Communities der Welt. Neapel ist auch das Zuhause einer besonderen Subkultur. Hier nennen sie sich Femminielli. Sie wurden als Jungen geboren, empfinden sich jedoch als Frau. Nicht alle entscheiden sich dabei für eine geschlechtsangleichende OP. Die Ursprünge der Femminielli reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Lange wurden sie als Glücksbringer verehrt. Aber gleichzeitig immer wieder ausgegrenzt. Bis heute.

      Wie Transfrauen und Transmänner unter Diskriminierung leiden, erfährt Loredana Rossi jeden Tag. Nachts besucht sie Prostituierte auf dem Strich und versucht, mit Kondomen, Gleitgel und Hygienetüchern zu helfen. Tagsüber bietet sie eine Sprechstunde für junge Transmenschen an. Sie ist da, wenn sie gebraucht wird: beim Outing, der Namensänderung, einer Brust-OP oder bei Problemen mit dem Arbeitgeber.

      Auch politisch lässt sich Loredana nicht den Mund verbieten. Seit Jahren streitet das Parlament über ein Gesetz gegen Homo- und Transfeindlichkeit. Loredana Rosso ist überzeugt, dass Italien dieses Gesetz braucht, um Hass und Gewalt zu stoppen. Gegenwind kommt von den Rechtspopulisten und dem Vatikan. Grund genug für Loredana, auf die Straße zu gehen: "Es kann nicht sein, dass wir aufgrund unseres Geschlechts oder unserer sexuellen Orientierung Opfer von Gewalt werden. Genug ist genug!"

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      Mittwoch, 22.09.21
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