• 22.09.2021
      10:00 Uhr
      Wildes Griechenland Der unbekannte Norden | arte
       

      Griechenland hat mehr zu bieten als türkisfarbenes Meer, mediterranes Klima und einsame Sandstrände. Die verborgene Seite Griechenlands ist rau und geprägt von einer wilden Berglandschaft. "Wildes Griechenland" nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in eine teils unberührte Region, die nur wenige mit Griechenland verbinden würden. Die beiden Naturfilmer Johannes Berger und Stephan Krasser waren über zwei Jahre lang unterwegs und haben spektakuläre Aufnahmen von den faszinierenden Landschaften und von einer teils unerforschten Tier- und Pflanzenwelt gedreht. Sie zeigen ein Griechenland, zu dessen Hotspots kein Reisekatalog führt.

      Mittwoch, 22.09.21
      10:00 - 10:55 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Griechenland hat mehr zu bieten als türkisfarbenes Meer, mediterranes Klima und einsame Sandstrände. Die verborgene Seite Griechenlands ist rau und geprägt von einer wilden Berglandschaft. "Wildes Griechenland" nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in eine teils unberührte Region, die nur wenige mit Griechenland verbinden würden. Die beiden Naturfilmer Johannes Berger und Stephan Krasser waren über zwei Jahre lang unterwegs und haben spektakuläre Aufnahmen von den faszinierenden Landschaften und von einer teils unerforschten Tier- und Pflanzenwelt gedreht. Sie zeigen ein Griechenland, zu dessen Hotspots kein Reisekatalog führt.

       

      Türkisfarbenes Meer, mediterranes Klima und einsame Sandstrände, so kennt man Griechenland. Doch das Land hat noch viel mehr zu bieten! Die verborgene Seite Griechenlands ist rau und geprägt von einer wilden Berglandschaft. 3.000 Meter ragt der Olymp in die Höhe, ein Winterwunderland, das sich im südöstlichsten Land Europas befindet. In der kalten Jahreszeit bietet der Kerkini-See besonderen Vögeln ausreichend Nahrung: Krauskopfpelikane gehen hier gemeinsam mit Kormoranen auf die Jagd.

      Ihre Strategie: Die Kormorane tauchen in einen Fischschwarm hinein. An der Wasseroberfläche werden die fliehenden Fische von den Pelikanen mit ihren Kehlsäcken abgekeschert. Im Nordwesten des Landes verläuft auf einer Länge von über 150 Kilometer das Pindos-Gebirge. Seine unzugänglichen Wälder sind eines der letzten Rückzugsgebiete des Braunbären in Europa. Bemerkenswert ist, dass sich das größte Landraubtier Europas vor allem vegetarisch ernährt, drei viertel seiner Nahrung besteht aus Pflanzen. Die griechische Buschlandschaft, die sogenannte Macchie, ist die Heimat der Empusa fasciata (eine Fangschreckenart). In der griechischen Mythologie ist Empusa ein Gespenst, das als schöne Frau getarnt Männer verführt und ihnen nach dem Liebesakt das Blut aussaugt. Eine Art weiblicher Vampir. Tatsächlich macht die Fangschrecke Jagd auf Insekten. Unsichtbar im Gewirr aus Halmen, pirscht sie sich an ihr ahnungsloses Opfer. Doch sie ist nicht der einzige bizarre Jäger in der Macchie. Sägeschrecken sind die größten sechsbeinigen Fleischfresser Europas. Sie fressen auch gern die Empusa. Aber auch die Sägeschrecken sollten auf der Hut sein: Die Macchie ist auch der Lebensraum der längsten Echse Europas, der Scheltopusik wird bis zu eineinhalb Meter lang. Im Nordwesten des Landes liegt die Vikos-Schlucht. Sie ist laut Guinness-Buch der Rekorde mit fast 1.000 Metern die tiefste Schlucht der Welt. In den steilen Felswänden lebt der Felsenkleiber. Der kleine Singvogel ist perfekt an ein Leben in der Vertikalen angepasst. Er kann sogar kopfüber an den Felswänden klettern. Im Herzen Griechenlands ragen einzigartige und bizarr geformte Sandsteinfelsen in den Himmel. Auf den bis zu 300 Meter hohen Felsnadeln thronen die Meteora-Klöster. Die Mönche suchten die Einsamkeit und den Schutz der Berge. Hier oben lebt auch der Schmutzgeier. Er wurde einst gnadenlos bejagt und ist heute extrem gefährdet. Während der Dreharbeiten 2018 lebte im Schutz der Felsen von Meteora nur noch ein letztes Paar.

      Ein Film von Johannes Berger und Sebastian Krasser

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