• 09.02.2021
      10:25 Uhr
      Im Reich der Frauen China - Die Mosuos | arte
       

      In den Bergen von Sichuan zählt Lizajui zu den letzten Dörfern, in denen sich die Mosuo-Tradition erhalten hat. Bei dieser südwestchinesischen Minderheit werden die Familien seit Jahrhunderten von Frauen angeführt, den Dape. Die Väter spielen nur eine untergeordnete Rolle, sie zeugen zwar Kinder, leben aber nicht unter demselben Dach. Ehemänner gibt es nicht. Der Mann sieht seine Bettgenossin nur nachts und kehrt morgens in sein Haus zurück.

      Dienstag, 09.02.21
      10:25 - 11:20 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo

      In den Bergen von Sichuan zählt Lizajui zu den letzten Dörfern, in denen sich die Mosuo-Tradition erhalten hat. Bei dieser südwestchinesischen Minderheit werden die Familien seit Jahrhunderten von Frauen angeführt, den Dape. Die Väter spielen nur eine untergeordnete Rolle, sie zeugen zwar Kinder, leben aber nicht unter demselben Dach. Ehemänner gibt es nicht. Der Mann sieht seine Bettgenossin nur nachts und kehrt morgens in sein Haus zurück.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Mathieu Schwartz

      Im Dorf Lizajui am Fuße des Himalayas steht die 18-jährige Naka vor einer schwierigen Entscheidung: Ist sie bereit, die nächste Dape, das weibliche Familienoberhaupt, zu werden? Oder wird sie weggehen und in einer Folkloregruppe tanzen, wie sie es sich erträumt? Naka ist Angehörige der Mosuo, einer zwischen Sichuan und Yunnan angesiedelten ethnischen Minderheit im Südwesten Chinas. Die junge Frau lebt nach alter Sitte mit Onkeln und Tanten in der Familie der Mutter. Der Tradition gemäß müsste Naka dort ihr ganzes Leben verbringen. Ihr Vater, der bei seiner eigenen Mutter wohnt, gehört nicht zur Familie. Und wie alle Mosuo-Paare sehen sich Nakas Eltern nur nachts.

      Das Familienoberhaupt ist hier Nakas Tante Erchema. Die Nichte soll unbedingt ihre Nachfolge antreten, so hofft es die Tante zusammen mit der ganzen Familie, denn Naka ist das letzte noch im Dorf verbliebene junge Mädchen ihrer Generation. Doch ist Naka dazu bereit, diese Verantwortung zu übernehmen? Oder wird sie das Dorf verlassen und in dem Touristengebiet tanzen, das sich einige Kilometer weiter um den Lugu-See herum entwickelt? Am Neujahrsmorgen will sie ihre Entscheidung treffen.

      Naka berät sich mit Duma, die kürzlich vor demselben Dilemma stand; die Freundin entschied sich, der Mosuo-Tradition zu folgen. Sie lebt nicht unter demselben Dach wie ihr Bettgenosse und bereitet sich darauf vor, die Dape ihrer Familie zu werden. Nakas Cousine Lamu dagegen verließ das Dorf und wohnt jetzt im Touristengebiet. Sie hat geheiratet und damit die Regeln gebrochen.

      Im Spannungsfeld zwischen den beiden Kulturen beschließt Naka, es ihrer Cousine gleichzutun, die über die Feiertage zu Besuch ist. Mit Zustimmung ihrer Dape Erchema verlässt Naka das Dorf und schließt sich der Tanzgruppe an. Die Familie hofft, dass diese Entscheidung nur vorläufig ist. Doch Naka weiß, dass sie mindestens für zwei Jahre weggeht, vielleicht auch für immer.

      Wie würde eine Welt unter der Vorherrschaft von Frauen aussehen? Wäre sie egalitärer, besser organisiert und weniger machtorientiert, wie sich manche vorstellen? Machen Frauen ihre Sache besser als Männer - oder zumindest anders? In der Dokumentarfilmreihe "Im Reich der Frauen" geht es um traditionelle Gesellschaften, in denen die Frauen führen, entscheiden oder vererben: wie etwa die Minangkabau, eine große matriarchalische Volksgruppe muslimischen Glaubens in Indonesien; die Mosuo in China, eine Gesellschaft ohne Väter und Ehemänner; die Khasi in Indien, bei denen die weiblichen Familienoberhäupter die Geschäfte führen; und die sehr dominanten Makhuwa in Mosambik.

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      Dienstag, 09.02.21
      10:25 - 11:20 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 27.09.2021