• 12.02.2021
      06:05 Uhr
      ARTE Reportage Indien: Die Gebärmutter muss raus | arte
       

      Themen:

      • Indien: Die Gebärmutter muss raus
      • DR Kongo: Zahltag in bar, auch im tiefsten Dschungel

      Freitag, 12.02.21
      06:05 - 07:00 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo

      Themen:

      • Indien: Die Gebärmutter muss raus
      • DR Kongo: Zahltag in bar, auch im tiefsten Dschungel

       
      • Indien: Die Gebärmutter muss raus

      Indische Frauen lassen sich die Gebärmutter entfernen, um so angeblich besser auf dem Feld arbeiten können.
      Es ist eines der bestgehüteten Geheimnisse des ländlichen Indiens, die Mär von einem Übel in den Körpern von Frauen, das angeblich besser entfernt werden sollte: die Gebärmutter. Während im Westen im Durchschnitt bei zwei von 1.000 Frauen eine sogenannte Hysterektomie vorgenommen wird, sind es in ganz Indien 17 von 1.000, im westlichen Bundesstaat Maharashtra, dem "Sugar Belt", sogar bis zu 350 von 1.000 Frauen: Besonders betroffen sind die Frauen aus den untersten Kasten, die dort Zuckerrohr schneiden - jährlich wandern gut 750.000 Arbeiterinnen nach dem Monsun zur Ernte auf die Felder der Zuckerbarone.
      Viele dieser Frauen haben bereits mehrere Kinder zur Welt gebracht, für viele ist die Menstruation eine Belastung bei der harten Arbeit, das Zuckerrohr bei großer Hitze über zwölf Stunden täglich zu schneiden, zu bündeln und zu verladen. Skrupellose Ärzte von Privatkliniken überzeugen sie schnell von der Notwendigkeit der Operation, über die Risiken und Nebenwirkungen klären sie ihre Patientinnen offensichtlich nicht auf. Medizinisch notwendig sind die Hysterektomien in aller Regel nicht. Die Frauen zahlen dafür 250 bis 500 Euro, abgezweigt von ihrem Hungerlohn, denn eine Krankenversicherung haben sie nicht. Zeit für Erholung haben sie kaum nach der Operation. Die meisten müssen viel zu früh zurückkehren auf die Zuckerrohrfelder, um ihre Schulden zu begleichen.

      • DR Kongo: Zahltag in bar, auch im tiefsten Dschungel

      Gehälter werden in Europa aufs Konto überwiesen. Im Kongo reist das Geld in bar gebündelt durch den Dschungel.
      Erst seit dem Jahr 2012 hat die Regierung in der Demokratischen Republik die Einzahlung aller Gehälter von Staatsangestellten auf private Bankkonten zur Pflicht erhoben. Davor erhielten die Regierungsangestellten ihre Gehälter in bar von ihren Vorgesetzten ausgezahlt - da kam es gelegentlich zu "Pannen". Also eröffneten 800.000 Beamte, Polizisten und Soldaten Konten, zur Überweisung ihrer Gehälter und um Diebstahl durch "Mittelsmänner" zu vermeiden.
      Doch in den Regionen fernab der Städte, dort, wo es noch keine Bankfilialen gibt und kein Handynetz, lebt die Bevölkerung noch immer vom Bargeld auf die Hand. Deshalb organisieren die Banken bewaffnete Transporte mit viel Bargeld im Kofferraum, um die Gehälter der Beamten dorthin zu transportieren. Natürlich ist das gefährlich, im September 2015 wurde so ein Bankkonvoi überfallen, dabei starben 13 Menschen. ARTE-Reporter begleiteten einen Bargeld-Konvoi im Kongo auf seiner abenteuerlichen Fahrt.

      Aktuelle europäische und internationale politische Themen und Herausforderungen, ergänzt durch historische Erläuterungen und geopolitische Analysen: "ARTE Reportage" berichtet über die Fakten und die menschlichen Verhältnisse, die sich hinter diesen Fakten verbergen.

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